Cologne Fashion Days & Cologne Catwalk 2014

Text von Gina / Fotos von Gina und Christian

Am Wochenende des 14. Novembers war es soweit: Die Tore des Dock One in Köln Mülheim öffneten sich und gewährten Einlass in die ersten Cologne Fashion Days – drei Tage an denen sich Modebegeisterte, Einkäufer und Schaulustige über dreißig Aussteller auf rund 1.100 Quadratmetern anschauen konnten.

Der Trend geht zum Hut, da sind sich Isabell von Lanzenauer und Yvonne Ziemens ganz sicher und präsentieren in ihrer Auslage Kopfbedeckungen, wie sie etwa Don Draper aus Mad Men sehr glücklich gemacht hätte. Ein wenig wie aus der Zeit gefallen sehen die beiden schon aus, mit ihren bonbonfarbenen Haaren und den 50er Jahre Kleidern, neben grafischen Mustern und modernen Schnitten an vielen Nachbarständen. Aber dennoch: Für die zwei, die seit anderthalb Jahren ihre kleine Hutmacherei „Von Lanzenauer“ in der nördlichen Altstadt Kölns betreiben, ist die Messe ein voller Erfolg, erzählen sie – schließlich sei gerade für ein so junges Label Netzwerken das A und O.

Das absolute Kontrastprogramm gibt es bei den Holländern des Bas Kosters Studios. Hauptsache auffällig, bunt und am besten noch mit großflächigen Mustern versehen – so präsentiert sich das Label aus Amsterdam am liebsten. Kein Wunder, schließlich steht für Bas Kosters (hier rechts im Bild) selbst das Geschichten-erzählen mit der Mode im Vordergrund. Aber Achtung: Diese Lausbuben haben es faustdick hinter den Ohren. Wer hier zu unachtsam stöbert wird gezwickt der gleich imitiert – ist aber kein Problem, so kommt man nämlich gleich ins Gespräch.

Die Kooperation mit niederländischen Labels hat die internationale Modeplattform Fashionclash organisiert. In jedem Jahr laden die Kölner Veranstalter ein anderes Land ein, um sich an der Seite deutscher Nachwuchsdesigner zu präsentieren – denn obwohl die Fashion Days in diesem Jahr ihre Premiere feiern, findet der „Cologne Catwalk“, das Herzstück der Veranstaltung, mittlerweile zum vierten Mal statt.

Und wahrscheinlich weil dieser bereits ein gut in Köln etabliertes Event ist, wird es zum Abend hin dann auch noch einmal richtig voll. Bereits eine Stunde vor Beginn drängeln sich die Besucher vor dem Vorhang, während im Inneren die Front Row besetzt wird. Acht der auf den Fashion Days vertretenen Labels sind von einer Jury ausgewählt worden, um ihre Mode auf dem Laufsteg zu präsentieren – sechs aus Deutschland und zwei aus Holland. Darunter befinden sich die comicartigen Looks des #Houseofchang / Chang13°, weiblich elegante Kleider aus dem Hause Jolonté Vous, aber auch die surrealen Designs der Holländerin Jivika Biervliet, die ihre Models mit Schrauben und Masken im Gesicht auf den Catwalk lässt. An dessen Rand werden die Krallen ausgefahren, jeder will das perfekte Foto auf seine Lieblingskollektion erhaschen.

Was kann man also vermelden zur Premiere der ersten Fashion Days? Das Potenzial der Veranstaltung ist definitiv da, doch vor allem der Messe fehlt es noch an Seele. Es wäre schön gewesen, hätte es noch mehr zu entdecken gegeben oder auch ein noch stärkeres Rahmenprogramm. Ist das Ziel, die Endverbraucher (sprich: uns!) noch stärker an die Designer heran zu holen, wie es Veranstalter Ralf Daab im Kölner Stadtanzeiger verkündete, so müssen hier definitiv noch Hemmschwellen abgebaut werden. Auch der Gastronomiebereich, wo der „Salon Schmitz“ die Gäste mit Suppe und Ciabatta versorgte, hätte gerne noch einladender gestaltet werden können.

Mit ein paar Kniffen aber könnte das etwas werden, dann schafft es Köln vielleicht, sich bald wieder mit einer großen Modemesse zu etablieren. Für alle Fashionbegeisterte mit Sicherheit tolle Neuigkeiten!

Eure Gina