MADE IN COLOGNE I Kerbholz

„Als Kind aus einem kleinen Dorf Süddeutschlands wurde Cornelius gehänselt, weil er anders war. Seiner Zeit voraus, ging er nach New York, bevor es teuer und langweilig wurde, nach New York zu gehen. Dort fand er einen Galeristen, bevor es hip und langweilig war, Galeristen zu haben.“ So wird die Brille Cornelius beschrieben, ein Modell der aktuellen Kollektion von Kerbholz.

Für unsere Rubrik „MADE IN COLOGNE“ haben wir mit den vier Kerbholz-Jungs gefrühstückt. Das große, helle Büro liegt im angesagten Luisenviertel hinter Ehrenfeld. Brillen und Uhren liegen überall herum. Kartons, sowohl leer als auch vollgepackt, befinden sich auf dem Boden und auf Schränken. Jeder hat seinen eigenen Schreibtisch. Wir sind mittendrin, im Arbeitsleben von Nils, Matze, Adrian und Moritz.

„Ihr müsst unbedingt den Birnen-Mirabellen-Saft probieren“, sagt Adrian. Nils und Matze sitzen noch immer vor ihren Rechnern. Der Tisch ist gedeckt, der Kaffee serviert und dann sitzen alle beisammen. Nur Moritz ist bei einem Termin. Er besucht den Optiker St. Hubertus auf der Kyffhäuserstraße, ein Brillendesigner, mit dem Kerbholz zusammenarbeitet. Er stößt aber später noch dazu.
Nils wird für sein selbstgebasteltes T-Shirt ausgelacht, da die aufklebten Dreiecke nicht so wollen wie er. Dafür hat es sehr viel Charme, jedoch zieht er sich für unsere Fotos lieber um.  Es ist eine sehr entspannte Stimmung am Tisch – freundschaftlich und lustig. Wir sprechen über die Kerbholz Kirmes. „Es war ein voller Erfolg“, sind sich alle einig. "Wir fanden sie auch super", entgegnen wir.

Die Jungs sind schon sehr lange gute Freunde. Altersmäßig unterscheiden sich alle um ein Jahr. Adrian, der Älteste, ist 29 Jahre alt und hat Wirtschaftspsychologie studiert. Matze ist ein Jahr jünger und hat einen Abschluss in BWL mit Schwerpunkt Wirtschaftspsychologie. Moritz, hat ebenfalls BWL, jedoch mit Schwerpunkt Marketing, studiert und ist 27 Jahre alt. Und wiederum ein Jahr jünger ist Nils, welcher eine Ausbildung zum Gestalter für visuelles Marketing absolviert hat und zur Zeit Banking and Finance studiert.

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„Kein Designer, kein Optiker. Wie seid ihr dann auf die Idee mit den Holzuhren und –brillen gekommen?“, haken wir nach. Das ist Matzes Part. Er erklärt uns, dass er 2011 zusammen mit Moritz durch Zentralamerika gereist ist. Aufgrund der vielen Holzprodukte auf Märkten und an Stränden, hatten die beiden die Vision: Sonnenbrillen aus Holz zu produzieren. Gesagt getan. Zurück in Deutschland, haben die Jungs schnell gemerkt, dass es Brillen in dieser Form nicht gibt und sich entschieden, die Idee zu realisieren. Adrian und Nils wurden mit ins Boot geholt und vorerst haben die vier ihre Designs selber entwickelt. Mittlerweile arbeiten sie mit zwei verschiedenen Designbüros zusammen: Dreikant in Nippes und den oben genannten Optiker St. Hubertus.

Das Material für die Brillen und Uhren kommt aus Wäldern Indonesiens und Westafrikas, jedoch wird ausschließlich recyceltes Holz aus der Möbelproduktion verwendet. Also wenn Holzreste und -müll entsteht, greift Kerbholz zu. Hergestellt werden die Accessoires in China. Bevor die Produktion begann, sind die 4 Jungs vor Ort gewesen, um sich die Arbeitsverhältnisse in der chinesischen Fabrik anzuschauen und zu beurteilen. Und sie waren sehr positiv überrascht. Das Lohnniveau der Arbeiter gleicht dem in Europa. „Auch wir hatten starke Vorurteile gegenüber chinesischen Fabriken, aber als wir dort waren, haben wir schnell gemerkt, dass in China die Standards sehr gehoben sind. Die Umgebung sah aus, wie in Süddeutschland und nicht wie in Bangladesh“, erklärt uns Adrian.

Um das gute Gewissen noch weiter zu stärken, wird pro verkaufter Brille oder Uhr ein Baum in Nicaragua über die PrimaKlima e.V. gepflanzt. Matze ist ganz stolz: „Es gibt bald einen riesengroßen Kerbholzwald dadrüben“ und zwinkert uns zu.

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Wer eine Brille komplett "Made in Germany" erwerben möchte, für den ist die Edition „Heimatwald“ sehr interessant. Das Produkt ist durch und durch deutsch, vom Holz bis zu den Scharnieren. Dieses Modell gibt es auch mit optischen Linsen und wurde in Zusammenarbeit mit der Kurz und Weit Brillenwerkstatt (Antwerpener Straße) entwickelt. In den Startlöchern steht auch schon die Uhr im Zeichen „Made in Germany“.

Wer kein Online-Shopper ist, kann bei Monsieur Courbet und im Magasin Populaire im Belgischen Viertel, eine Brille oder Uhr kaufen. Mittlerweile hat Kerbholz Händler in ganz Deutschland, Österreich, Belgien, Schweiz, Niederlande und in Urlaubsländern wie Griechenland, Italien und Spanien.

An der weißen Wand hinter Moritz' Schreibtisch hängen Bilder von Justus, Leopold und Cornelius im Andy-Warhold-Pop-Art Design. „Wir sind jetzt mitten in der 2. Kollektion“, erzählt er uns. Albert und Norbert haben auch bald ihren großen Auftritt. Die Modelle sind zeitgemäß mit Titan Umrandung.

Nils muss nun auch zu einem Termin und begleitet uns heraus. Wir lassen die Jungs nun weiterarbeiten und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg dabei, die Welt ein wenig holziger zu gestalten.
 

Kerbholz Produkte:

Monsieur Courbet I Maastrichter Straße 49 I 50672 Köln
Magasin Populaire I Brüsseler Platz 8 I 50672 Köln
 

Eure Sarah und Eure Athenea