Büdchentour 2015 | Die Kiosk-Kultur Kölns kennenlernen

Text & Fotos: Nathan Ishar - pramudiya.com

Bewaffnet mit Kamera und Smartphone ging ich letzten Mittwoch zur Büdchentour 2015, die von  artboxONE, dem Händler für kuratierte Kunst des Fotoartikelherstellers Pixum organisiert wurde. Begleitet und geführt wurden wir von Kölnexperte und Stadtführer Bruno Knopp.

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Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der über 15 teilnehmenden Bloggern, unter Ihnen auch die Stadtfreundinnen Maren und Nathalie aus Köln und Organisatoren Bruno und Anna Petermann von Pixum, startete - die etwas über zwei Stunden andauernde Tour an einem der ältesten Kioske in Köln „Am Büdchen“ an der Lotharstraße - mit freudlichen Begrüßungsworten und einer Willkommens-„Ahoi-Brause“. Das Büdchen wurde etwa 1945 gebaut und wird leider nicht mehr betrieben.

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Unser sehr sympathischer Guide Bruno Knopp, ein waschechter Kölner, der auch selbst in Sülz aufgewachsen ist und lebt, erzählte uns, während der durch Sülz und Klettenberg gehenden Tour, viel historisches rund um Köln, den beiden Veedel, den organisatorischen Problemen mit denen Kiosk- und Büdchenbetreiber zu kämpfen haben und auch viele Anekdoten aus dem Alltag.

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Den immer wieder von einen Bekannten aus dem Viertel gegrüßten Bruno, der auch Gründer einer PR-Agentur ist und Wirtschaftsgeographie studiert hat, folgten wir von Büdchen zu Büdchen. An jeder dieser Kioske wurden uns andere anschauliche Geschichten erzählt, beispielsweise das Brunos Vater selbst „Am Büdchen“ früher den Kicker gekauft hat :), dass es etwa 550 Büdchen in Köln (deutschlandweit 11.000) gibt, wie die sogenannte "Nebgen-Flasche" funktioniert, woher sie kommt und vieles, vieles mehr.

Nie wurde es langweilig. Das lag an Brunos authentischer Art die Tour zu leiten. Wir hörten den spannenden Fakten und Erzählungen zu und wurden immer wieder zu Getränken, echten Kiosk-Snacks, Schokoküssen, 'ner Runde "Kurzer" oder einer gemischten Tüte eingeladen. Zwischenzeitlich tauschte man sich mit den anderen aus und lauschte den Anekdoten der Kiosk-Betreiber. Auch wenn es eine geleitete Tour war, fühlte man in all diesen Momenten, wie Bruno immer wieder die Kiosk-Kultur anpreiste, die übrigens im Ruhrgebiet im 19. Jahrhundert entstanden ist. 

Die Motivation sich besonders mit der Kiosk-Kultur auseinanderzusetzen ist für Bruno, sowie auch für den Fotografen Stefan Mathiessen der sich in einer Fotostrecke eingehend mit Kölner Büdchen befasst hat und auch bei der Tour dabei war, ist dass ein Kiosk zwar nur ein kleiner Teil der Heimat ist aber für den Zusammenhalt und die Entwicklung eines Quartiers ein entscheidender und positiv beeinflussender Faktor ist. Die immer strikteren Regulierungen der Städte, sowie die Konkurrenz der Discounter und anderen Geschäfte die immer länger aufhaben dürfen, machen es den Kiosk-Betreibern immer schwieriger. Eine Kiosk-Kultur ist den Wünschen der Beiden nach erhaltenswert an diesen trifft man Bekannte beim abendlichen Snack- oder Bierkauf, tauscht sich über Fussball oder Dinge aus dem Viertel aus und die Kinder holen sich dort ihre Süssigkeiten mit Freunden, mich haben sie überzeugt.

Glücklich am letzten Kiosk angelangt, wurde die Büdchentour 2015 beendet und alle die noch wollten, bekamen netterweise noch ein Poster von Stefan's Am-Büdche Serie von artboxONE geschenkt.

Viel über kölsche Kultur und Historie gelernt, viel Spass gehabt und viel Köln und Kiosk-Kultur erlebt. Das war die Büdchentour 2015.

Euer Nathan