Featured: Bützje und Alaaf! So war Jeck im Sunnesching

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Elena Braun & Fotos: Athenea Diapoulis

Die berühmte närrische fünfte Jahreszeit gehört zu Köln wie der Köbes ins Brauhaus. Warum also nur zwischen dem 11.11. und der heißen Phase im Februar feiern? Das dachte sich schon vor zehn Jahren Alexander Manek, der Betreiber vom legendären Haus Unkelbach in Sülz. Inzwischen ist aus der witzigen Idee ein großes Event geworden: Seit 2015 findet das Event in den Gaffel-Kneipen der Veedel statt, dieses Jahr waren es mehr als 80 Häuser, die teilnahmen. Dazu gibt es einige Open Air Locations. Wir haben uns mal angeschaut, wie sich Fastelovend im Sommer anfühlt.

Wir beginnen unseren jecken Tag im Herzen der Stadt: Brauhaus Gaffel am Dom. Während sich das Wetter draußen noch nicht ganz auf „Sunnesching“ eingestellt hat, wird drinnen getanzt und mitgesungen. Es könnte auch Februar sein, denn in diesem Raum fühlt es sich ganz wie eine typische Kostümparty im Fasteleer an: Obwohl es gerade kurz nach Mittag ist, wird fleißig angestoßen, ohne Pause wird das Kölsch gezapft. Dazu laufen musikalische Klassiker wie "Viva Colonia" von den Höhnern. Das Highlight ist aber der kölsche Liedermacher Björn Heuser, der mit seiner Gitarre einige Stücke live spielt und die Stimmung extra anheizt.

Nachdem das Wetter auf Sonne umgestellt hat, wechseln wir zum Aachener Weiher. Die Stimmung erinnert an ein kleines Festival, auf dem alle verkleidet sind. Am Weiher liegen einige Kostümierte in der Sonne, auf der Wiese neben dem Biergarten sehen wir Picknick-Gruppen. Der Biergarten ist das Zentrum des Geschehens: Hier spielt die Musik und hier sehen wir auch Björn Heuser wieder. Er schafft es sofort, die Menge zum Mitsingen zu animieren – kein Wunder, denn seit 2008 veranstaltet er im Gaffel am Dom freitags Mitsingkonzerte. Damit ist er Kult geworden, was man auch an den zahlreichen Fans merkt, die sich nach seinem Auftritt für Fotos um ihn scharen. Er spielt an diesem Samstag an acht Orten in ganz Köln. Auf eine Lieblingslocation kann er sich aber nicht festlegen: „Es macht an jedem Ort gleich viel Spaß, man merkt einfach: Die Leute haben Bock!“, sagt er mit einem Strahlen im Gesicht. Dann nimmt er auch schon seinen Gitarrenkoffer und verabschiedet sich – die nächste Location wartet schon.

Karneval bei angenehmen 20 Grad und Sonne hat einen entscheidenden Vorteil: Das ganze Kostüm ist sofort zu sehen, Jacken braucht man ja nicht! Das ermöglicht auch ganz ungewöhnliche Verkleidungen. Wir unterhalten uns kurz mit zwei Mädels die sich als „Glitzer“ verkleidet haben – sie sind am ganzen Körper mit Glitzer eingerieben. Wir kommen zum Schluss: „Dafür wurde Jeck im Sunnesching erfunden!“

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Aber wir entdecken noch mehr sommerliche Hingucker-Kostüme. Mir kommt es so vor, als wäre alles noch farbenfroher als im Winter. Das knallgelbe Ananas-Kostüm von Franzi aus Düsseldorf zieht sofort unsere Blicke auf sich. Ihre als Hippie verkleidete Freundin stellt aber direkt klar: „Das Wetter ist toll, aber da wo ich herkomme, feiern wir bei jedem Wetter!“ Eine ähnliche Einstellung hat auch „Jesus“, den wir kurz darauf treffen. „An Karneval feiern wir in Köln auch sieben Tage durch, da können wir es heute mal bis in die Nacht krachen lassen!“ Er feiert hier mit seinen Schwester in deren 30. Geburtstag hinein – und beginnt eben schon nachmittags.

Eine Gruppe von Männern fällt uns besonders auf: Sie tragen alle die gelb-weiß-geringelten „Jeck im Sunnesching“-Shirts. Es ist ein Junggesellenabschied, die sich das Event aus einem ganz besonderen Grund ausgesucht haben. Der Trauzeuge erzählt, dass der Bräutigam schon seit zwei Jahren mal in Köln Karneval feiern wollte und es nie geklappt hat. „Also habe ich es heute möglich gemacht und alle hierher eingeladen.“

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Zum Abschluss machen wir einen Abstecher zum Jugendpark. Auch hier herrscht eine ähnlich ausgelassene Festivalstimmung wie am Aachener Weiher, die mit kölschen Live-Bands wie Brings und Kasalla gefeiert wird. Und wie „Jesus“ uns prophezeit hat: Müde ist hier auch am Abend noch keiner, das sommerliche Stück Karneval wird bis zum letzten Moment ausgekostet – für viele bis zum Sonntag, an dem es noch mehr jeckes Programm gab.

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Eure Elena & Eure Athenea

* Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit Gaffel.