Café Dimi im Belgischen Viertel

Text: Charlotte Ebert & Fotos: Athenea Diapoulis

Ein Mann betritt das kleine Café DiMi, das sich am Anfang der Brüssler Straße befindet.
“Hallo, du hast freundlicherweise ein Paket für mich angenommen”, sagt er zum Mann hinter der Theke. Er spricht mit einem der zwei Besitzer. Dimitrios Mourvakis, der von allen Dimi gerufen wird, verschwindet kurz in einem kleinen Hinterraum, um das Päckchen zu holen. Währenddessen sieht der Mann sich im Café um. “Das ist aber nett hier drin!” ruft er aus. “Ich bin noch nie hier drin gewesen, das muss ich aber schnell ändern.”

Es würde mich nicht wundern, wenn Szenen wie diese sich wöchentlich bei Dimi Mourvakis und Michel Krivec abspielen. Am 22. Mai 2017 eröffneten die beiden Inhaber eine Perle unter den gemütlichen Cafés. “Wir wollten eine Möglichkeit schaffen, um das ganze Viertel zusammen zu bringen”, erklärt Dimi. Seit 15 Jahren wohnt der gebürtige Grieche im Belgischen Viertel, genau wie sein Geschäftspartner. Er erlebt das Veedel als friedlich und kultiviert, mit netten Bewohnern. “Aber keiner kennt sich”, sagt er. Genau das wollte er ändern. Und hier kam sein Nachbar Michel ins Spiel. Dimi und Michel kennen sich seit sieben Jahren, Michels Vater gehörte eine kleine Änderungsschneiderei. 35 Jahre war das Änderungsatelier die Anlaufstelle, um zwischen Nähmaschinen und Knöpfen Neuigkeiten unter der Nachbarschaft auszutauschen. Als Michels Vater Marjan Ende 2016 in den wohlverdienten Ruhestand ging, kamen Michel und Dimi ihrem Traum ein Stück näher.

Wir wollten eine Möglichkeit schaffen, um das ganze Viertel zusammen zu bringen
— Dimitrios Mourvakis

In wenigen Monaten haben sie ein sehr gemütliches und besonderes Café eröffnet. Denn die Änderungsschneiderei lebt in Einrichtungsdetails weiter. An den Wänden hängen Bilder aus den 50er Jahren: “Anfertigung feinster Maßkonfektion” steht dort, die hellblaue Decke ist über 60 Jahre alt. Mit vielen Einrichtungsgegenständen hat Michel als 5-jähriger Knirps gespielt. Heute finden das umdesignte Bügelbrett, Fadenhalterungen und andere antike Accessoires sich in einem entspannten Ambiente wieder. Und stoßen bei leckerem Julius Meinl Kaffee zu Geschichten voller Erinnerungen an.

Wer das Café betritt, findet sich inmitten Knöpfen auf den Tischen und Jazzmusik wieder und fühlt sich gleich wohl. An einem Wandregal hängen die Lieblingstassen derer, die öfters herkommen, um auf einen Plausch zu bleiben. Auch mit dieser Idee wollen die Besitzer ihre Nachbarn dazu einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Dimi und Michel haben ein kleines Museum geschaffen, das zum einen ein Stück Veedelsgeschichte erzählt. Zum anderen finden hier neue Begegnungen statt und das Veedel kann an dieser Stelle noch mehr aufblühen. Immer von 8 bis 20 Uhr.

Übrigens: Das Café DiMi kann man auch mieten. So wie wir bei unserer Redaktionssitzung oder zum Geburtstag, für eine Ausstellung, eine Lesung ... der Ideen sing keine Grenzen gesetzt.

Café DiMi
Brüsseler Straße 4
50674 Köln

Öffnungszeiten:
Mo-Fr: 08:00 - 20:00 Uhr
Sa: 10:00 - 20:00 Uhr
So: 10:00 - 18:00 Uhr

Eure Lotte & Athenea