Fashion Meetup im Colabor oder: Der Fair Fashion Miniguide

Text: Elena Braun & Fotos: Beatriz Montilla

Mode ist der perfekte Weg, anderen auf den ersten Blick zu zeigen, wer man ist oder sein will. Trends ändern sich immer wieder und neue Teile machen einfach auch ein bisschen glücklich. Gründe für den Kauf zu finden, fallen einem dann auch immer ziemlich leicht: Neue Saison, Sale, ein besonderer Anlass ... aber spätestens beim Blick in den Rückenteil beschleicht uns für eine Sekunde ein schlechtes Gefühl: Made in Bangladesh.

Verena und Jana wollten mit dem Fashion Meetup im Coworking Space COLABOR zeigen, dass es auch anders gehen kann. Dazu haben sie Speaker eingeladen, ihre (Geschäfts-) Ideen für einen bewussteren Konsum zu teilen. Aber: In jeweils nur drei Minuten. So ging es für uns Zuhörer im Schnelldurchlauf durch viele gute Ansätze. Das COLABOR war dabei genau die richtige Bühne, denn hier geht es auch beim gemeinsamen Arbeiten stets um das Thema Nachhaltigkeit.

Wenn ihr traurig seid, das Fashion Meetup verpasst zu haben: Das Event war erst der Beginn für eine Sustainable-Fashion-Reihe. In den kommenden Wochen gibt es weitere Veranstaltungen: Am 21. Mai gibt es im COLABOR eine Kleidertauschparty und am 3. Juni könnt ihr euch auf die Räder schwingen und beim Fair Fashion Cycle gemeinsam die fairen Kölner Läden erkunden. Mehr Infos findet ihr direkt beim COLABOR.

Zum Abschluss des Events gab es neben lockerem Networking ein verlockendes Angebot: ein „Fair Fashion Shooting“. Einfach etwas von dem anprobieren, was einige Speaker mitgebracht hatten und im extra eingerichteten Studio fotografieren lassen. Das konnten Beatriz und ich uns natürlich nicht entgehen lassen! Mein Teil kommt übrigens von der Kleiderei und es machte unglaublich Spaß, mal etwas Neues auszuprobieren, fast, mal jemand anders zu sein.

So, aber wie kann man jetzt bewusster und fairer einkaufen? Das ist gar nicht so einfach beantwortet, denn fair bedeutet viel mehr als nur gute Bezahlung, sondern zum Beispiel auch Gleichberechtigung der Geschlechter. Und dann gibt es auch beim Material Unterschiede – Baumwolle in Bio-Qualität oder sollen im T-Shirt nur nachwachsende Rohstoffe verarbeitet sein? All diese Eigenschaften kann man mit verschiedenen Siegeln überprüfen, die es aber ehrlich gesagt nicht unbedingt einfacher machen. Deswegen: Am besten einfach in Läden gehen, die sich direkt auf faire und/oder ökologische Mode spezialisiert haben. Und wisst ihr was? Davon gibt es in Köln gar nicht so wenige, wie ich an diesem Abend gelernt habe. Ihr sollt natürlich erfahren, wer an dem Abend vorgetragen hat und deshalb gibt es jetzt einen spontanen Miniguide:

Mundo Verde Eco Fashion | Krebsgasse 5-11, Innenstadt

Mitten in der Innenstadt bekommt ihr zum Beispiel bei Mundo Verde und Naturata das Gesamtpaket aus gesundem Essen und ökologischer Kleidung.

Shipsheip | Körnerstraße 76, Ehrenfeld

Aus einer spontanen Idee heraus haben die beiden Freundinnen Joana und Daniela ihr Label gegründet. Sie fanden eine Organisation, die eine kleine und faire Produktion ermöglichte und damit auch einem eigenen Laden nichts im Wege stand.

Less Too Late

Mit den Statementshirts von Less Too Late wird eure „Mode zur Bühne für nachhaltige Themen“. Die Kölner Schwestern Anna und Teresa geben euch mit ihren hübschen Designs im zeitlosen Unisexschnitt nicht nur einen guten Look, sondern auch die Möglichkeit, mit deinem Kauf Non-Profit-Unternehmen zu unterstützen.

Fairfitters | Brüsseler Straße 77, Belgisches Viertel

Der Name ist hier Programm: Diese Mode macht Spaß, sitzt gut und ist auch noch fair. Die Fairfitters werden auch eine Station beim Fair Fashion Cycle sein.

JoaH kRaus | Lützowstraße 1, Rathenauviertel oder bei Manufactum

Für Joachim Kern sind nachhaltige Materialien fast ein alter Hut, er fertigt schon seit Jahren „Gutes für den Herrn“, und zwar ausschließlich in Deutschland und achtet sehr, woraus er sie herstellt.

Funktion Schnitt | Ehrenstraße 84, Innenstadt

Zeitlose Lieblingsstücke aus natürlichen Rohstoffen findet ihr hier in bequemer Innenstadtlage. Produziert wird ganz fair in Portugal.

Opaak | Gibt’s z.B. bei le pop lingerie, Ehrenfeld

Designerin Agathe hat ihren Job in Amsterdam geschmissen, um sexy Unterwäsche aus hochwertigen und teilweise recyceltem Material zu schaffen. Gar nicht so einfach, das mit genug Halt und trotzdem coolen Schnitten zu verbinden. Aber es ist ihr gelungen, wie sie selbst sagt, „ein Gefühl“ zu erschaffen.

Kerbholz | Gibt's z.B. beim Magasin 2, Belgisches Viertel

Auch die inzwischen ziemlich bekannte Brillen- und Uhrenmarke Kerbholz hatte eine ähnliche Idee und spendet mit einem eigens gegründeten Verein 10% des Gewinns an Projekte.

Erlich

Aus dem Team von Kerbholz ist noch eine gute, nachhaltige Idee entstanden, und zwar für untenrum. Warum kann Unterwäsche nicht bequem und gleichzeitig nachhaltig produziert sein? Sie kann! Zum Teil produziert auf der schwäbischen Alb hat sie auch keinen weiten Reiseweg.

Fond of Bags

Unter dem Namen Fond of Bags versammeln sich inzwischen sieben Marken, die – der Name verrät es – vor allem Rucksäcke und Taschen herstellen. Das Besondere: Die waren zum Teil mal PET-Flaschen!

Polyestershock | Geisselstraße 14, Ehrenfeld

Bewusster Konsum ist mehr als auf faire Produktionsbedingungen und nachhaltige Rohstoffe zu achten. Es bedeutet auch, bereits produzierte Kleidung weiterhin zu tragen und zu reparieren statt wegzuschmeißen. Gründerin Anna hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und bietet in ihrem Laden Vintage mit Stil. Deswegen findet ihr sie auch unter unseren liebsten Vintage und Second Hand Läden.

Kleiderei | Venloer Str. 459, Ehrenfeld

Die Kleiderei funktioniert wie eine Bücherei, nur mit Kleidern – ist ja eigentlich total logisch. Man für 25 Euro Mitglied, für Studenten kostet es 22 Euro und kann sich dann bis zu vier Stücke jeden Monat ausleihen. Und wer sich verliebt, kann das Teil mit Preisnachlass auch erwerben. Klingt so einfach wie es ist!

MYOMY | Amsterdam

Auch im Urlaub könnt ihr bewusst shoppen. MYOMY haben sich gefragt, wie Mode aussehen kann, wenn man Menschen, Tiere und die Erde dabei schützen will. Herausgekommen ist eine Taschenmarke aus hochwertigen Leder. Das Besondere: Sie nehmen euch sogar mit auf eine „Customer Journey“ – einmal im Jahr reisen die Gründerinnen mit Kunden an die Herstellungsorte.



Das reicht dir nicht? Noch mehr faire, ökologische, nachhaltige Fashion findest du hier:

Buy Good Stuff

In einer Zusammenarbeit von AMD Mode und Design Aakademie Düsseldorf und FEMNET e.V. entstand ein Guide, der durch umfassende Befragung vieler Läden einen Überblick im Shoppingdschungel gibt. Und das Beste: Du kannst nach den Kriterien filtern, die dir am wichtigsten sind.

Findeling

Bei Findeling findest du passende Shops in Köln, aber auch in anderen deutschen Städten. Aktuell gibt es das Angebot für Hamburg, Berlin und München. Grund für einen Städtetrip? Gern geschehen ;)

Eure Elena & Eure Beatriz