Grüner wird’s nicht! So war der erste Grüne Markt in Köln

Text: Elena Braun & Gastfotografin: Danny Coeval von Der grüne Markt

Nachhaltiges Leben wird immer einfacher: In Köln merkt man es schon daran, dass hier immer neue Läden aufmachen, die es fördern. Und auch online lässt sich eine Vielzahl an fairen, ökologischen und/oder Bio-Produkten finden. Aber auf einem Fleck gibt es die ganzen Angebote in Köln noch nicht. Der Veranstalter des ersten Grünen Marktes in Köln, Mathes Robel, fragte sich: Warum eigentlich nicht?

Jeder Stand hat seine eigene, nachhaltige Geschichte zu erzählen!
— Mathes Robel, Veranstalter

Aus dieser Frage entstand im Mai die Idee für den Markt, der am 29. Oktober, begleitet von einem DJ-Set, im Barthonia Showroom stattfand. Veranstalter Mathes bringt schon Eventerfahrung mit, hat zum Beispiel eine Zeit lang das Street Food Festival mitorganisiert. Zwischenzeitlich hat er sich mehr auf seinen Job als Physiotherapeut konzentriert, „aber dann habe ich gemerkt: So ganz ohne Event geht’s für mich nicht“, sagt er lachend. „Jeder Stand hat seine eigene, nachhaltige Geschichte zu erzählen“ – und die sollen die Besucher alle erfahren! Deswegen fällt es Mathes auch schwer, sich auf einen bestimmten Lieblingssaussteller festzulegen – schließlich hat er sie alle handverlesen ausgewählt. Die nachhaltig produzierte Unterwäsche von Erlich Textil, die auch aus Köln kommen, gefällt ihm aber ganz besonders gut.

Es sind noch so einige weitere Aussteller aus Köln und dem Umland dort. Mit Bambusliebe ist noch ein ganz junges Start-Up vor Ort, seit gerade mal einem halben Jahr kann man Zahnbürsten, Wattestäbchen und bald weitere Haushaltsutensilien aus nachhaltigem Material kaufen. Gründer Christoph sagt: „Es ist toll, wenn man lokal so schön unterstützt wird. Das ist unsere Offline-Premiere und die Resonanz ist super!“

Neben Edelgrün, dem Veedelskrämer und einigen weiteren Kölner Läden ist es auch für den Erlebnisbauernhof Gertrudenhof eine schöne Möglichkeit, auf ihr Konzept aufmerksam zu machen. Ihnen geht es vor allem darum zu zeigen: Gemüse hat viele Gesichter, auch krumme. Und das kann auf dem Grünen Markt genau so viel kosten, wie es einem wert ist. Auch Zitat, die Boutique, die ihr vielleicht vom Eigelstein kennt, hat seinen Stand im Herzen des Marktes aufgebaut. Steffi, die zwischen den einzigartigen Kleidern steht, erzählt, dass die Kunden hier mehr als auf anderen Märkten fragen, woher die Materialien und kommen und wo produziert wird.

Das war auch Veranstalter Mathes sehr wichtig: „Ich habe den Ausstellern vorab gesagt, dass sie wissen müssen, woher die Produkte kommen, die sie anbieten, auch wenn sie sie zum Teil nicht selbst herstellen. Die Verpackungen sollten außerdem auch nachhaltig sein.“ Es sind nicht alle Stände ganz plastikfrei, für einige Dinge gibt es bis heute leider keine Alternativen. Insgesamt sind Aussteller wie Besucher begeistert. „Hier kann man ohne schlechtes Gewissen Geld ausgeben und auch schon erste Weihnachtsgeschenke kaufen“, erzählt mir Lara, die durch die Gänge des vielfältigen Marktes schlendert.

Eine schöne Neuentdeckung war der Mühlenladen, der vor kurzem auf dem Friesenwall eröffnet hat. Wer den ersten Grünen Markt also verpasst hat, kann dort mal vorbeischauen: Neben ausgefallenen eigenen Ölen sind dort auch an die 100 weitere nachhaltige Produkte versammelt. Aber auch von weiter weg sind Aussteller angereist, die man sich nochmal genauer anschauen sollte.

Da wäre der Sauberkasten aus Leipzig, der zeigt, wie man aus natürlichen Zutaten eigene Putzmittel herstellen kann. Auch die Bio-Brotbackmischungen von Dankebitte richten sich an nachhaltige Selbermacher. Als wir uns kurz nach 17 Uhr unterhalten, ist das Angebot des Standes schon sehr ausgesucht – die Nachfrage war sehr stark.

Offenbar besteht in Köln die Nachfrage, die Rohstoffe wieder besser kennenzulernen und mehr selbst zu machen.

Alles in allem für Veranstalter, Aussteller und Besucher ein toller Markt mit einem zusätzlichen Service: Im Nebenraum gab es sogar nachhaltige Jobangebote, damit der Markt auch langfristig Wirkung zeigen kann. Wir verließen den Markt mit einem guten Gefühl und vollen Taschen – wir freuen uns, wenn der Markt am 22. April 2018 in Fortsetzung geht!

DSC07713.jpg

Eure Elena & Danny