Die Bunten Burger erobern Köln

Text: Vera Hausmann & Charlotte Ebert / Fotos: Vera Hausmann & Geli Klein & Mirko Polo

Es ist Mittwoch Mittag und wir befinden uns auf dem Ökomarkt am Rudolfplatz. Schräg gegenüber von zwei großen Fastfood-Ketten gibt es das vegane Kontrastprogramm deluxe zu Massentierhaltung und einer schlechten Energiebilanz. Bei Eiseskälte stehen die Leute freiwillig an, um einen der begehrten Bunten Burger zu probieren. Zwei davon sind wir, Lotte und ich. Wir brauchen selber erst einmal Zeit zum Bestellen – Rushhour Mittagspause. Eins haben alle gemeinsam, warm angezogen sind sie. Ansonsten ist das Publikum bunt gemischt. Näher als bis zur Theke des Wagens können wir nicht vordringen, keine Zeit zum Quatschen, jede Bewegung der beiden Jungs im Foodtruck sitzt. Also stehen wir, beobachten, sind überrascht, dass der Andrang nach zwei Stunden gar nicht nachlässt und mampfen unsere Burger.

Lotte sagt: Okay, ich geb’s zu: Ich esse gerne tierische Lebensmittel. Käse, Fleisch und ne Latte Macchiato mit normaler Milch stehen auf meiner Hitliste von kulinarischen Köstlichkeiten ziemlich weit oben. Und auf nem klassischen Burger ist nach meiner bisherigen Verständnisweise ein dicker Patty von einer glücklichen Kuh. Ihr seht also, mit einem veganen Lebensstil hab ich ungefähr so viel zu tun wie das Dschungelcamp mit Intellekt. Und ein veganer Burger klingt für mich demnach auch erstmal nach einem Oxymoron. Aber sind wir mal ehrlich: Wer probiert nicht gerne neue Burger aus, egal ob mit oder ohne Fleisch?

Hallo also du geschmackvolles Prachtstück namens Don Corleone Italo Burger! Versprochen wurde mir Dolce Vita mit Rucola-Pino Pesto, knackigen Walnüssen sowie einem Pattie aus zartem Polenta und darauf karamellisierte Zwiebeln. Und eventuell mag es den ein oder anderen Fleisch-Verfechter nun wundern, aber: Genau das habe ich auch bekommen! Wenn nicht sogar noch viel mehr. Denn das Gemüse schmeckt knackig frisch, das Pattie ganz wunderbar saftig und die Kartoffel-Wedges, die ich mir dazu noch gegönnt habe, runden die Sache mit einem fruchtigen Aprikose-Chili Dip ab.

© Geli Klein

© Geli Klein

Viele denken ja, dass veganes Essen unglaublich kompliziert und anstrengend in der Vorbereitung ist und dafür am Ende langweilig schmeckt. Bei der Zubereitung war ich nicht dabei, aber geschmacklich kann ich sagen, dass dieser Burger sehr frisch und locker rüberkommt. Eben so, wie ein Burger sein soll. Ab heute können Burger also auch vegan sein. Iss‘ so.

Vera sagt: Er ist groß, rund und erstaunlich saftig … Ich habe es mit dem Happy Buddha zu tun. Nicht überwürzt, sehr fein im Geschmack kommt er daher mit einem Curry-Langkornreis-Pattie, Koriander-Cashew-Pesto, saftigen Austernpilzen und Aubergine. Der frische Spinat, die Alfalfa-Sprossen, karamelisierte Zwiebeln und fruchtige Mangowürfel runden den exotischen Burger ab. Das alles in ein Vollkornbrötchen gepackt ergibt ein kleines Stück Asien für den großen Hunger. Das Versprechen, durch den Genuss selbst zum Happy Buddha zu werden, kann ich bestätigen.

© Geli Klein

© Geli Klein

Ich bin angenehm gesättigt und rundum zufrieden. Meinen kulinarischen Ansprüchen gerecht zu werden ist nicht immer ganz einfach. Mit Biokost bin ich groß geworden. Das Fastfood-Restaurant mit dem großen M habe ich höchstens mal auf einem Kindergeburtstag von innen gesehen. So kommt mir der neue alternative Burger-Trend in Köln entgegen. Die hippen Burgerläden der Stadt bestechen mit regionalem Fleisch oder Bio-Siegel. Bei den Bunten Burgern überzeugt ein nachhaltiges Gesamtkonzept, was momentan in Form des Food Trucks durch Köln und Region fährt. Alle Produkte sind vegan, 100% bio-zertifiziert und aus der Region (soweit möglich). Mit dieser Philosophie sind sie konsequent, selbst das Verpackungsmaterial ist 100% biologisch abbaubar, da es aus Zuckerrohr (Verpackung der Burger) oder Maisstärke (Dip-Schälchen) besteht.

Hinter dem Konzept stehen die Sandkastenfreunde Ulrich und Mario, die den Food Truck seit einem dreiviertel Jahr erfolgreich betreiben. Die beiden Veganer hatten vor mehr als einem Jahr die Idee sich selbstständig zu machen. In ihren alten Jobs waren sie nicht mehr so glücklich und wollten etwas eigenes auf die Beine stellen. Etwas, das ihnen Spaß macht, von dem sie leben und anderen noch was abgeben können. Eine Reise nach Indien bestärkte Ulrich zum Schritt in die Selbstständigkeit. Die Inspiration zum Food Truck stammt von Mario, der einen Bericht über Foodtrucks in Amerika sah und von dieser Idee waren beide begeistert. Schnell kamen sie darauf, vegane Burger herzustellen, da sie bis dato selber noch keinen veganen Burger gegessen haben, der sie so richtig überzeugte. Um dem Ganzen einen Gourmet Charakter zu verleihen braucht es ausgewählte Zutaten und besondere Kompositionen. Ulrich empfiehlt für Neueinsteiger den König Ludwig, weil er so eine bissfeste Konsistenz und einen deftigen Geschmack hat.

© Mirko Polo

© Mirko Polo

Neben dem Catering ist ein Restaurant geplant, um den Slow-Food-Bedarf des hungrigen Bürgers zu decken. Dazu haben die beiden Geschäftsführer eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen. Wenn man etwas Gutes tun will, sollte man bei sich selbst anfangen. Ulrich und Mario möchten ihr zukünftiges Restaurant in Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben aus nachhaltigen Materialien gestalten. Des weiteren wäre das zusätzliche Budget unter anderem für energieeffizientere Küchengeräte und eine bessere Wärmeisolierung.

© Geli Klein

© Geli Klein

Wenn du jetzt das Gefühl hast, bei so viel Nachhaltigkeit und Nächstenliebe musst du auch was Gutes tun, kannst du dich hier an dem Crowdfunding beteiligen. Bei erfolgreicher Durchführung fließt deine Spende direkt in die Bunte Burger Food Bar. Du kannst dir beim Spenden selber aussuchen, ob du ein Dankeschön-Goodie dafür haben möchtest. Vom Jutebeutel über einem Platz an der „Bunte Burger Wall of Fame“ oder als Namensträger für den VIP Deluxe Burger dienen – alles ist dabei.

Bist du zwischendurch aufgelegt zu einer guten Tat? Einfach zum Bunte Burger Gourmet Truck kommen und einen Mutter Theresa Burger essen. Ein Euro des Erlöses pro Burger kommen sozialen Projekten in der Region zu Gute. Denn auch mit kleinen Dingen kann man etwas bewegen.

Ich freue mich schon wieder auf Mittwoch!

Alle Tour-Termine erfahrt ihr übrigens hier
www.bunteburger.de/standorte

Eure Vera & Lotte