Dreigang Supper Club – ein kulinarisches Vergnügen!

Text: Steffi Kutsch & Fotos: Florian Yeh

Die Faszination liegt im Detail und im Überraschungseffekt! - Beides ist dem Dreigang-Team exzellent gelungen, als Flo fotografisch (per Bild) und ich (per Wort) versuchten, unserem beeindruckenden kulinarischen Erlebnis gestern irgendwie Ausdruck zu verleihen.

Am Wochenende hat man Zeit für Genuss, entspannt und neugierig kommen wir an der geheimen Location an, die wir als Veranstaltungsort erst am Vorabend per Mail erfuhren. Ebenso wie das Menü, was sich bereits auf dem Papier so köstlich anhörte, dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft: Mit Topinambur, Navetten, Radieschen, Ziegenkäse und Kräutern in der Vorspeise, mit zartem Schwein, begleitet von der Steckrübe mit Kartoffeln und Dunkelbier-Sauce im zweiten Gang, sowie armem Ritter mit Vanille und Apfel als köstlichem dritten Gang.

Dreigang heißt das Konzept und ist die Idee von einfachem aber gutem Essen, angelehnt an die gute alte Tradition eines üppigen Sonntagsmahles, was modern und zeitgemäß umgesetzt wird, erläutert mir die Veranstalterin Catrin Millmann. Selbst aus einer Gastronomenfamilie stammend, wird ihr gutes Händchen für Dekoration und Ambiente sofort spürbar, als man das geheime Kellergewölbe eines typischen Kölner Hinterhofes neugierig betritt: Der ganze Kellerraum ist erfüllt von Kerzenschein, die lange, hölzerne Tafel, mit weißer Tischdecke und frischen Frühlingsblumen eingedeckt, wurde eigens, wie die mit wollenen Decken gemütlich gemachten Bänke, die rustikal und modern zugleich wirken, von Jochen Edling (incmplt) für die Dreigang-Veranstaltungen gebaut. Die besondere Dekoration des Abends ist an das Thema des heutigen Anlasses angelehnt. Ganz simpel und der Jahreszeit entsprechend steht „die Knolle“ in sämtlichen Variationen im Vordergrund. Unglaublich beispielsweise die Kombination aus einer sich drehenden Discokugel, die ein bezauberndes Lichtspiel an die Wände wirft, gebrochen durch Deko-Girlanden bzw. -Kordeln an denen Möhren, Radieschen und weitere frische Gemüseknollen, die im Menü eine Rolle spielen, von der Decke hängen und ein Schmunzeln beim Betrachter erzeugen.

Eiko Scharfenberger, der Koch des Abends, hat sich Spektakuläres einfallen lassen. Beispielhaft sei die Vorspeise genannt, welche die Topinambur-Knolle bzw. -Wurzel gekonnt in den Vordergrund stellt. Den Variationsreichtum, der in einer solchen simplen Grundzutat steckt, weiß Scharfenberger virtuos umzusetzen, und überrascht mit Confit, Navetten, und dem Gemüse an sich, welches er beispielsweise allein zwei Stunden mit Thymian, Olivenöl, Salz und Rohrzucker gegart hat, begleitet von knackfrischen Radieschen.

Begleitet wird jeder der drei Gänge von einem exzellent ausgewählten Begleitwein eines vertrauten regionalen Weinhändlers. Auch der Aperitif ist ein Genuss, den Daniel Ewald gekonnt arrangiert und erläutert: Hier ist die Grundzutat ein eigens angesetzter Ingwersirup, der mit prickelndem Sekt aufgegossen und frischen Basilikumblättern bereichert einfach herrlich schmeckt. Daniel Ewald ist auch für die Espresso- und Cocktailbar im Kellergewölbe im Anschluss an das Essen zuständig, was den Abend locker und entspannt ausklingen lässt.

Angenehme Hintergrundmusik begleitet jeweils die angeregten Gespräche der 32 Gäste des Dreigang-Menüs, welche zumeist paarweise kommen, allen möglichen Altersgruppen und Berufssparten entstammen, sich untereinander zuvor meist nicht kannten, in Teilen gar überzeugte „Wiederholungstäter“ des Konzeptes sind, allesamt offen und neugierig auf den sie erwartenden Genuss des Abends, mit dem Ziel, in ihrem Köln mal etwas Neues, Überraschendes zu erleben. Auch wenn das Vorhaben der Veranstalter schlicht beinhaltete, einfaches und gutes Essen anzubieten, so „einfach und schlicht“ war der Abend keinesfalls, dennoch absolut bezahlbar.

Im Urteil sind sich die Teilnehmer dementsprechend einig: Wie überraschend großartig so eine regionale, nachhaltige, saisonal abgestimmte Küche doch sein kann, wie variantenreich und köstlich. Dafür trägt Eiko Scharfenberger Rechnung, und ihm gebührt aller Dank. Aber auch der überzeugende Rahmen des Ambientes, den Catrin Millmann, Jochen Edling und Daniel Ewald schufen, trug vollends zur kulinarischen Überzeugung bei. Eines ist jetzt schon sicher, WEARECITY wird auch zukünftig wieder genießen kommen, und ist schon gespannt auf den nächsten liebevoll hergerichteten Anlass, den es einmal monatlich zu erfahren gilt. Danke, Dreigang!

Eure Steffi & Euer Flo