"Echte Lebenslust kosten" beim TörtchenTörtchen-Backkurs

Text: Steffi Kutsch & Fotos: Athenea Diapoulis

An einem eiskalten, windigen Wintertag kommt Vianne im Film „Chocolat“ im verschlafenen französischen Provinzstädtchen Lansquenet-sous-Tannes an. Durch ihre verstorbene Mutter war sie in die Geheimnisse der Schokoladenzubereitung eingeweiht. Mit dem Genuss ihrer Süßigkeiten und Pralinen verzaubert sie schließlich das ganze Dörfchen, einschließlich einem widerspenstigen Bürgermeister, der beim Kosten nur eines Schokoladensplitters vom einzigartigen Geschmack überwältigt wird, was seine lange unterdrückten Leidenschaften und Bedürfnisse weckt und auch die anderen Bürger dazu bringt, erstmals „echte Lebenslust“ zu kosten.

Nun war es natürlich weder eiskalt und windig, noch befand ich mich in einem kleinen verschlafenen Dörfchen, als ich beim „TörtchenTörtchen-Backkurs“ euphorisch und aufgeregt ankam, vielmehr war ich mitten in einer großen, hellen und freundlichen Backstube eines weiten Ziegelsteingebäudes des Nippeser Barbarahof-Geländes. Aber eines war dennoch sofort da, das Gefühl von romantischem Zauber lag in der Luft, den man ohnehin unvermittelt empfindet, wenn man die exzellenten Backkunstwerke von TörtchenTörtchen betrachtet, welche mich eben zugleich an die Wirkung des Filmes „Chocolat“ erinnerten.

Der Duft von Gebackenem, Fruchtigem und Schokoladigem stieg mir bereits bei Betreten der Backstube angenehm in die Nase. Ein schöner Arbeitsplatz, dachte ich bei mir, als ich von Birgit Knauß, einer Dame in der Riege der 5 Patisserie-Profis und stellvertretenden Backstubenleiterin von TörtchenTörtchen, die den heutigen Backkurs leitete, äußerst freundlich begrüßt wurde und ebenfalls auf die fröhlichen weiteren Teilnehmer traf.

In angenehm kleiner und insbesondere sehr sympathischer Runde probierten Claudia und Heike, Hans-Joachim, Maike, Naomi, Tanja und ich uns heute von 16:30 bis 20:30 Uhr in der hohen Kunst des Törtchenbackens aus. Zunächst bekamen wir hübsche Backschürzen gereicht, drapierten Namensschilder darauf und freuten uns über eine eigene Mappe mit Kurszertifikat, die es sich allerdings erst noch zu verdienen galt. Auch gehörte eine riesige Rezept-Sammlung ins Paket, die wir im Nachgang für das Törtchen-backen-üben zu Hause nutzen konnten.

Eine Runde Prosecco, statt dem gewohnten „Küchenwein“, aber viel stimmiger zu den Törtchen, die wir backen wollten, lockerte sofort die Anspannung unserer aufgeregten Erwartungshaltung. Claudia beispielsweise hatte ordentlich Respekt davor, die artifiziellen Kunstwerke der Törtchen selbst so hinzubekommen, wie sie sie bereits aus den TörtchenTörtchen-Cafés der Kölner Innenstadt kannte und so sehr liebte. Ihre „TörtchenTörtchen-Liebe“ hatte sie wohl so oft bei ihren Arbeitskollegen im Pausengespräch kundgetan, dass diese sich dies merkten und ihr den Backkurs als Geburtstagsgeschenk zukommen ließen. „Bei mir war der Kurs auch ein Geburtstagsgeschenk, aber eines, was ich mir selbst geschenkt habe!“, ergänzt die weitere Kursteilnehmerin Maike lachend. Heike wiederum war ohnehin schon als „die Spezialistin für Motivtorten“ in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis bekannt, hatte zuletzt gar eine ganze Hochzeitstorte hergestellt, an den kleinen, feinen Törtchen wiederum, hätte sie sich allerdings noch nie versucht, darauf freue sie sich heute besonders. Der einzige Mann in der Runde, Hans Joachim, strahlte überhaupt keine Nervosität vor dem neu zu Erlernenden aus, sondern Ruhe und Entspannung. Das erklärte sich sofort, als er fröhlich bei der Vorstellung in die Runde warf: 

Ich habe alles verkauft, meinen Job gecancelt, um jetzt nur noch für die wichtigsten und schönen Dinge des Lebens Zeit zu haben!
— Hans Joachim

Kulinarisches gehöre ohnehin zu seinen Leidenschaften, da käme ihm die Gelegenheit zum TörtchenTörtchen-Backkurs gerade Recht, meint er schmunzelnd.

„So muss man es machen!“, dachte ich noch, da rief Birgit uns schon am ersten Tisch und Arbeitsplatz der Backstube zusammen, damit wir loslegen konnten: „Jeder Teilnehmer wird bei jedem Arbeitsgang mit einbezogen“, rief Birgit uns aufmunternd zu, „alle helfen zusammen die verschiedenen Teige an den großen Maschinen herzustellen, jeder bekommt dann ein Arbeitsfeld für sich, an dem er seine eigenen Teige ausrollt, glattstreicht, mit Mustern verziert, nach dem Back- bzw. notwendigen Kühlungsvorgang aussticht, formt oder anders weiterverarbeitet und zuletzt seine eigenen Törtchen dekoriert und in Kistchen zur Mitnahme verpackt.“

Wir machten uns eifrig an die Arbeit, holten mit riesigen Schaufeln Zucker oder Mehl aus noch größeren, bereitstehenden Säcken, wogen ab und portionierten in riesigen Teigschüsseln der Gastronomieküche, standen staunend vor den um uns stehenden Maschinen in denen geknetet und gerührt wurde und sich riesige Eischneeberge oder zartfluffiger Bisquitteig auftürmte.
Birgit forderte uns, erklärte uns alles, beantwortete die zahlreich aufkommenden Spezialfragen aller Teilnehmer ganz mühelos und fand zudem immer noch die Zeit, uns mit der ein oder anderen Küchen-Anekdote zum Lachen zu bringen. Ohnehin kam der Spaß nie zu kurz: „Macht lieber ein simples Rezept, aber eines, was ihr könnt, was euch zufrieden macht und was gelingt!“, war eine ihrer „Küchen-Weisheiten“. „Wisst ihr eigentlich, dass die Zitronenreibe ursprünglich von einer Frau in den USA erfunden wurde, nachdem sie in ihrer Not und in Ermangelung eines dazu brauchbaren Küchengerätes sich an einer Holzfeile aus der Werkzeugkiste ihres Mannes bediente?“, warf sie in die Runde, als wir selbst Zitronenzesten abrieben. Ich hätte ihr stundenlang weiter zuhören können.

Während einer Pause werden wir mit leckeren Kaffeespezialitäten verwöhnt und dürfen an einer ganzen Auswahl an Törtchen und Macarons aus dem Tagesprogramm von TörtchenTörtchen naschen und probieren. Herrlich schmecken die. Um so spannender wird dadurch die Frage für uns, ob wir das wohl auch so kunstfertig und lecker hinbekommen, wie die Profi-Exemplare, die wir gerade verköstigen? - Die Sorge ist unbegründet, voller Freude drapieren, dekorieren und vollenden wir im Anschluss unsere eigenen Werke, die frisch duftend aus dem Ofen kommen. Jeder packt dann ein Kistchen mit einer ganzen Selektion an Köstlichkeiten, die wir heute mit Birgits Hilfe erschaffen haben. In Gedanken freut sich wohl jeder der Teilnehmer jetzt schon darauf, sie den Lieben daheim präsentieren zu dürfen, mit dem stolzen Gefühl, dies alles selbst gemacht zu haben. Es steigt ebenso die Vorfreude darauf, die bewundernden Blicke der Lieben zu Hause zu sehen oder ihr „Hmmmm, schmeckt das köstlich!“ zu vernehmen, wenn sie in eines der Törtchen beißen und es ihnen damit ebenso ergeht, wie dem ungläubigen Bürgermeister aus „Chocolat“, indem sie vom einzigartigen Geschmack überwältigt werden und echte „TörtchenTörtchen-Lebenslust“ kosten.

Im Backkurs habe ich selbst erspürt, was das TörtchenTörtchen-Motto ausmacht: Der Wunsch nach feinem Backwerk aus besten Zutaten, innovativen Ideen und vollkommenem Geschmackserlebnis. Absolut zu Recht zählt Törtchen Törtchen, laut „Der Feinschmecker 2014“, zu den 450 besten Cafés und Röstereien Deutschlands und ist laut „Varta-Führer 2014“ eine von vier Feinkostadressen in Köln.

Falls ihr auch Lust bekommen habt, das feine Backwerk von TörtchenTörtchen zu genießen, habt ihr in den beiden Kölner Cafés des Unternehmens die Gelegenheit dazu. In der Innenstadt gibt es TörtchenTörtchen in der Apostelstraße sowie in Nippes auf der Neusser Straße.

Wer darüber hinaus Lust bekommen hat, ebenfalls an einem heiß begehrten und oftmals ausgebuchten Törtchenkurs teilzunehmen oder jemanden mit einem Gutschein dazu zu verwöhnen, meldet sich über die Website an.

Zu den Terminen
Neue Kurse werden normalerweise am 15. des Monats eingestellt.
Kostenpunkt dafür sind äußerst angemessene und lohnende 99€.

Veranstaltungsort
TörtchenTörtchen-Backstube
Barbarastraße 3-9
50735 Köln-Riehl

Beginn
Jeweils 16:30 Uhr

Dauer
Etwa vier -äußerst schnell verfliegende- Stunden.

Eure Steffi & Athenea