FEATURED: Grooves United: Rio de Colonia mit Kasalla, Cat Ballou & Salguiero

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Text: Charlotte Ebert & Fotos: Athenea Diapoulis

Caipirinha, knappe Höschen an der Copacabana und die monumentale Christusfigur – Willkommen in Brasilien. Mit über 200 Millionen Einwohnern hat das südamerikanische Land natürlich weitaus mehr zu bieten als einen alkoholischen Drink, Verführung und den Erlöser aus Beton: das beste Streetfood aka Coxinha de galinha und noch mehr Verführung in Form des Volkstanzes Samba. Wer einmal Karneval in Rio de Janeiro erleben durfte, weiß, dass die Parade der Sambaschulen dort eines der größten Feste der Welt ist. In diesem Jahr feiert die mitreißende Tanzform hundertjähriges Bestehen und wurde im Rahmen des achten Grooves United Festivals nach Köln gebracht.

Das Festival versteht sich als eine Plattform, das die Musik verschiedener Kulturkreise miteinander verbindet, um einen außergewöhnlichen Dialog zu schaffen. Einen sehr lebendigen und fröhlichen Beginn des Festivals erlebten wir gestern Abend im Tanzbrunnen, als eine der berühmtesten Sambaschulen Rios auf zwei Kölner Bands traf: Zusammen mit Kasalla und Cat Ballou feierten die Musiker und Sänger von Salgueiro ein einzigartiges Rio de Colonia Spektakel auf der Bühne. Kölsche Tön in brasilianischem Flair, da durften Glitzerkleider und Konfetti natürlich nicht fehlen.

Dass die drei Gruppen für den Auftritt nur ein einziges Mal zusammen geprobt haben, erfahren wir im Gespräch mit den sympathischen Jungs von Cat Ballou. Vor dem Auftritt nahmen sich Kevin, Dominik und Oliver Zeit, um uns ein paar Fragen zu beantworten:

Eine Kölner Band auf einem brasilianischen Festival, wie kam das zusammen?

Oliver: Nur Musik schafft es auf so intensive Art und Weise, Kulturen zusammenzuführen. Und darum ging es hier von Anfang an. Wir denken, es ist eine Bereicherung, wenn die unterschiedlichsten Musikrichtungen zusammenfließen und als die Anfrage kam, haben wir spontan zugesagt, ohne so recht zu wissen was uns erwartet. Aber wir sind immer bereit für querschießende Sachen, die mal anders sind und unserem Alltag etwas Spezielles geben.

Warum ist euch der musikalische Dialog wichtig?

Domi: Unsere Band gibt es seit 17 Jahren. Für uns ist Musik immer das Nonplusultra, eine Seelensprache. Die Chance, mit einer brasilianischen Combo zusammenzukommen war etwas ganz Besonderes für uns. Wir wussten, da kommt noch mal ein ganz anderer Rhythmus auf uns zu, das lebt ein ganzes Stück mehr. Interessant war auch für uns, dass keiner aus der Gruppe Salguerio Englisch sprechen würde. Das machte es auch zu einem spannenden Projekt. Das wir uns darauf eingelassen haben war auch hundert Prozent Cat Ballou.

Ihr habt nur einmal mit Salgueiro üben können. Das muss doch ein riesiges Chaos gewesen sein?

Oliver: Es war ein tierisches Kuddelmuddel, selbst der Dolmetscher ist an seine Grenzen gekommen. Wir haben uns im Voraus drei Lieder rausgesucht, die man unserer Meinung nach rhythmisch vereinbaren konnte. Die haben wir der Gruppe vorgestellt. Und dann war das Ganze einfach nur noch Anspielen und gucken was passiert.
Domi: Es lief viel über Augenkontakt und nachdem die ersten Töne gespielt wurden, waren alle entspannt. Man hat bei Fehlern einfach weitergemacht.

Oli: Bei Musik läuft ja viel über Körpersprache und Bewegung, das geht direkt los. Gerade der Sänger von Salguerio war von Anfang an dabei.

Domi: Am Ende haben wir noch eine brasilianische Nummer gespielt. Die war schwer für uns, um da reinzukommen. Aber irgendwie haben wir es geschafft und das hatte sein ganz besonderes Flair. Keine Angst haben, Augen zu und durch!

Was können wir denn vom Sambakarneval lernen?

Oli: Bewegung. Brasilianer haben einfach eine ganz andere Art sich zu bewegen. Der Kölner klatscht gerne auf die Eins. Aber insgesamt können wir voneinander lernen, das geht in beide Richtungen.

Was können die Brasilianer denn von unserem Karneval lernen?

Kevin: Auf die Eins klatschen.

Oli: Schunkeln vielleicht. Man müsste die mal mit in die Kneipe nehmen, bei denen ist alles sehr schnell. In Köln hört man viel Balladen, da ist dann auch viel Herz, das mitschwingt. Diese ruhigeren Sachen können die von uns lernen und wir noch mehr das Partyding von denen.

Gemütlich schunkelnd beginnt das Konzert, als Cat Ballou den Anfang machen. Die Band versteht es aber, ihre Gäste schnell in karnevalistische Feierlaune zu bringen. So wird aus einem Feierabendwippen schnell Gutelaunetanzen. Statt typisch deutschem Kopfnicken gibt es Hüftschwung und schnelle Füße, spätestens als bei dem Song „Immer immer wieder“ die Sambagruppe Salguiero hinzustößt. Mal begleitet die bunte Truppe die Songs von Cat Ballou, mal nehmen sie den Raum für ihre heißen Rhythmen auf der Bühne für sich ein.

Drei Sambatänzerinnen erobern nacheinander die Bühne und bewegen sich so schnell, dass unsere deutschen Blicke nicht hinterherkommen, geschweige denn unsere Körper. Sinnlich und selbstbewusst bewegen sich die Frauen in bunten Kleidern, im Hintergrund geben Cat Ballou und Salguiero Vollgas. Es ist die pure Lebensfreude, die auf das Publikum übertragen wird. Hand in Hand gehen die Lieder, Cat Ballou verlässt die Bühne und Salguiero wird nicht weniger leise, sondern spielt brasilianische Vibes.

Nach kurzer Zeit stößt die Band Kasalla hinzu und wieder erleben wir einen deutsch Rock-Pop Mix, unter den sich die Töne aus Rio mischen. Das letzte deutsche Lied, das wir an diesem Abend hören ist „Pirate“, der Erfolgshit, der für Kasalla bahnbrechend war. Zum grande Finale kommen alle Artisten zusammen auf die Bühne und singen die Hymne von Salguiero. Den Text haben wir zuvor mit Cat Ballou entschlüsselt und er geht in etwa so: „Freude, Herz, glücklich, Weide, Aufforderung, Erklärung“.

Danke an dieser Stelle an den Google Translator, auf den immer Verlass ist. Auch wenn wir nicht wirklich wussten, wie der Text lautet, kam die Message gut durch: Freut euch des Lebens! Das haben wir an diesem Abend wirklich gemacht.

Aber auch in den nächsten Tagen gibt es beim Grooves United Festival noch einiges zu erleben und entdecken. Direkt heute geht es in der Köln Flora mit Exaltasamba weiter und morgen mit einem weiteren brasilianischen Megastar: Der vierfache Grammy Gewinner Zeca Pagodinho spielt in den Sartory Sälen. Am Sonntag mündet das Festival in einem Samba Dinner, bei dem gemeinsam gegessen, getanzt und gefeiert werden soll. Ganz typisch brasilianisch. Dort ist es üblich, mit Freunden oder Nachbarn an einem Tisch zu sitzen, improvisierte Musik zu hören und dazu ausgelassen zu singen und zu tanzen.

Wir finden, diese Events sollte man sich nicht entgehen lassen, denn wie schon anfangs erwähnt, ist brasilianisches Street Food extrem empfehlenswert oder, um es mit den Worten des Cat Ballou Sängers Oliver zu sagen: Anspielen und gucken, was passiert.

Grooves United Festival
17. - 20.11.2016
www.grooves-united.com

Eure Lotte & Athenea

* Sponsored Post: Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Grooves United.