Fräulein Herborths I Kölner Burger mit internationalem Geschmack

Text: Elena Braun & Fotos: Simon Hariman

Auf dem Alter Markt reiht sich ein Lokal an das andere – doch Fräulein Herborths fällt mit der grauen Fassade und den passenden anthrazitfarbenen Stühlen an schönen Holztischen gleich ins Auge. Direkt neben dem Brunnen in der Platzmitte setzt der Burgerladen einen frischen Akzent gegenüber den alteingesessenen Kneipen und Ketten, die auf der anderen Seite sind.

Im Laden begrüßen uns die beiden Fräuleins, die diesen Laden im Mai erst eröffnet haben und ihn uns jetzt mit vollem Stolz zeigen. Sarah und Caro haben sich vor zehn Jahren in der Sonderbar kennengelernt. Sarah arbeitete dort, Caro war Gast – und „dann haben wir uns direkt einander verknallt, also als Freundinnen“, erzählt Caro heute lachend. Sarah ist schon seit vielen Jahren in der Kölner Gastronomie tätig und ist nach ihrem Wirtschaftsjura-Studium dann auch lieber in die Rheinzeit eingestiegen, als Juristin zu werden. Vor zwei Jahren hat sie dann auch Caro dazu bewegt, sich neben ihrem Bürojob dort einzubringen. Mit dem Fräulein Herborths haben sie jetzt ihr erstes ganz eigenes Baby.

Qualität trifft auf regionale Produkte

„Wir haben die ganzen Burgerläden in Köln gesehen – aber in der Altstadt gab’s keinen“. Als die beiden zufällig über einen Bekannten an die ehemalige Currywurstbude kamen, war klar: Hier kommt ein Burgerladen rein! Aber mit der richtigen Qualität und regionalen Produkten. Die Burgerbuns werden in einer Kölner Backstube extra für das Fräulein Herborths gebacken und auch das Fleisch wird regional angeliefert. Dabei achten sie darauf, dass es von Weiderindern kommt.

Ein ganz neuer Look für die ehemalige Currywurstbude

Vor dem Einzug wurde das ganze Lokal einmal umgekrempelt und aufwendig umgebaut.
Das hat sich gelohnt: Die dunklen Fliesen an den Wänden, die Holztische und die Tafel über der Küche, auf der man alle Gerichte im Überblick hat, geben dem Laden einen einladenden und gleichzeitig modernen Look. „Oft kommen Leute einfach hierher und setzen sich erstmal hin, um die Karte durchzusehen und warten, dass jemand ihre Bestellung aufnimmt“, erzählt Sarah. Dabei ist im Fräulein Herborths Selbstbedienung. Durch die schicke Einrichtung vermutet man das aber nicht unbedingt, Imbiss ist für dieses Burgerparadies eben einfach eine Untertreibung! Dabei hat das auch typisch kölschen Charme, denn während bei wenig Betrieb der Koch auch gerne serviert, wird bei viel Andrang auch mal das Megaphon rausgeholt. „Sonst kommt man hier am Alter Markt ja gar nicht durch.“

Ein Team, das anpackt

Sarah hätte den Laden am liebsten „Fleischmarkt“ oder ähnlich provokant genannt, letztendlich hat sie sich aber mit ihren Freunden und vor allem ihrer Geschäftspartnerin Caro auf einen moderateren Namen geeinigt. Und jetzt hat Sarah eben ein Lokal, auf dem ihr eigener Name prangt, denn sie ist das Fräulein Herborth. Dabei wirken die beiden beim Burgerbraten nicht sehr fein und pingelig, diese Mädels packen auch mit an und wenden die Burgerpatties auch mal selbst! Und wenn sie selbst mal nicht da sind, haben sie ein kompetentes und supernettes Team aufgestellt, das das auch ganz gut allein hinkriegt.

Das Team startet jeden Tag mit dem Zubereiten aller Grundzutaten und vor allem mit der Herstellung der Soßen. Die Rezepte dafür haben sich Sarah und Caro selbst ausgedacht und in der eigenen Küche tagelang daran herumgetüftelt. „Das Rezept für die Barbecue-Bacon-Soße zu entwickeln war wie im Chemieunterricht! Am Ende hat Sarah dann aber den letzten Feinschliff gefunden“, erzählt Caro. Jetzt werden die Soßen jeden Tag frisch hergestellt und geben den Burgern die perfekte Note.

Frische Zutaten führen zum perfekten Geschmack

Die Burger sind aus verschiedensten Teilen der Erde inspiriert, wie der spanisch angehauchte „Hot Habanero“ oder „The Italian Job“. Uns begeistert vor allem der Burger „Fräulein Herborths“ durch eine Zutatenauswahl, die den Status als Aushängeschild absolut rechtfertigt! Mit Spiegelei, Bacon und dem hausgemachten Burgerdressing schmeckt er nicht nur unglaublich lecker, sondern eignet sich bestimmt auch hervorragend als Katerfrühstück.

Der „Kölsche Jung“ ist ein echtes Original

Die Buns überzeugen auf voller Linie, diese Backstube hat's drauf! Jeden Burger gibt es auch als vegetarische Variante, dann mit einem Patty aus Kartoffel, Sellerie und Karotten. Schmeckt ein bisschen wie eine würzige Krokette und wie kann das bitte schlecht sein? Einzige Ausnahme: Den „Kölsche Jung“ gibt’s nur als fleischiges Original, mit dem 180 Gramm Patty und Flönz, dazu gebratene Öllig mit grobem Mostard obendrauf (für Nicht-Kölner: Blutwurst, Zwiebeln und Senf).

Die kölschen Mädchen Sarah und Caro haben mit ihrem Fräulein Herborths einiges richtig gemacht, von uns gibt’s eine dicke Empfehlung, hinzugehen! Denn mal ehrlich, als Kölner ist man doch viel zu selten in der Altstadt. Da habt ihr euren Grund, mal hinzugehen und euch zwischen Kölner Originalen richtig wohl zu fühlen.

Fräulein Herborths
Alter Markt 39
50667 Köln
facebook.com/fraeuleinherborths

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag 11:30–22:00 Uhr
Freitag + Samstag 11:00–23:00 Uhr
Sonntag 11:30–21:00 Uhr

Eure Elena & Euer Simon