IMPRESSIONEN: Viva Movimiento-Tischtennis-Rundlaufturnier

Text: Steffi Kutsch & Gastfotograf: Steffen Z Wolff

Äußerst gerne folgte ich, stellvertretend für WE ARE CITY, der Einladung zum bereits dritten „Viva Movimiento-Tischtennis-Rundlaufturnier“, das am 3. Dezember im Underground Cologne stattfand. Allein die Tatsache, dass es von „Viva con Agua Köln“ veranstaltet wurde, ließ mich aufhorchen. Dass „Viva con Agua“ sich für Wasserprojekte einsetzt, wusste ich bereits, kannte sie aber bislang eher vom Auftreten mit ihren berühmten „Pfandbecher-Tonnen“ auf Konzerten oder Festivals, wie beim Summerjam in Köln.

Nun also „Rundlauf“ für Wasserprojekte? Das war mir neu. Allerdings eine gute Idee, Spaß und Spenden zu verbinden. „Ihr wollt eure Rundlauf-Fähigkeiten aus Kindheitstagen reaktivieren und euch mit anderen spielstarken Teams messen?“, fragt das VcA-Team dementsprechend zuvor auf ihrer Veranstaltungs-Seite. In lässiger Club-Atmosphäre findet im Anschluss daran zudem noch eine fette Aftershow-Party mit den DJs Joker & Yo Chilla, anlässlich des 10-jährigen Geburtstags von Viva con Aqua, statt. Allein mit der gespendeten Startgebühr von 30€ pro Team könne man gleichzeitig auch noch etwas Gutes tun und mit der Teilnahme ein besonderes Projekt zur „Trinkwasserversorgung in Äthiopien“ unterstützen.

Als ich die Räumlichkeiten des Undergrounds betrete, höre ich bereits Gelächter, angeregte Unterhaltungen und das Klacken von Tischtennisbällen beim Auftreffen auf die Platte. Der Raum ist bereits jetzt, noch vor Start des Turniers, gut gefüllt. In heiteren Schlangen aufgereiht, bewegen sich die bunt gekleideten Besucher prozessionsartig um drei bereitgestellte Platten und spielen sich warm. „Ein schöner Anblick!“, denke ich.

Beim genauen Hinsehen, bemerke ich zudem, dass es alles, jeweils nach einem selbstgewählten Motto verkleidete Teammitglieder sind, die z.B. als Gruppe von Engeln, schnieke herausgeputzt im 20er-Jahre-Stil oder verrückt und selbstgebastelt in mit Süßigkeiten drapierten Outfits antreten. „Beim Verkleiden haben sich die Teams wieder besondere Mühe gegeben!“, meint auch Sebastian Adamski, einer der VcA-Organisatoren des Abends. Dies sei auch sinnvoll, denn, man wolle ja wohl beim ausgerufenen Kostümwettbewerb gut abschneiden, erklärt er weiter. Lachend hält er mir dabei den Bogen aller antretenden Teams mit selbstgewählten Namen unter die Nase: „RubbeldieKatz“, „Kölnfetti“, „VivaconPingPong“ oder „Old Schmetterhand“, lese ich da.

Dann wird plötzlich die Musik leiser und alle werden fröhlich vom Moderatoren Timo Bäcker begrüßt, der stylish im Jackett, mit lässiger VcA-Cap gekleidet ist. Er erklärt nochmals die Regeln: Stolze 32 Teams werden antreten. Es spielen immer zwei Teams gegeneinander. Zu Beginn des Spiels stellen sich jeweils die vier Spieler eines Teams auf die eine Seite der zugeordneten Platte, die vier Spieler des Gegnerteams auf die andere Seite. Dann beginnt der Rundlauf. Gespielt werden jeweils drei Runden, sodass am Ende eine Mannschaft mit 3:0 oder 2:1 das Spiel gewinnt.
Das muntere Treiben beginnt, fieberhaft konzentriert legen alle los. Es wird gefightet und angefeuert. Das hartumkämpfte Finale kann schließlich das Team mit dem aussagekräftigen Namen „In your Face!“ für sich entscheiden. Sie genießen den stürmischen Applaus aller. Was ein Turnier!

Freudige Emotionen werden auch an anderer Stelle laut, das Team Viva con Aqua Düsseldorf aka „Die Liga der spektakulären WASHers“ gewinnt herausragend den Kostümwettbewerb. Es sind mit viel Liebe selbstgebastelte Kostüme als Superhelden und Teilnehmer, die, statt einem Superman-Zeichen z.B. freudestrahlend ein „WC“-Logo auf ihrem Cape präsentieren und in der Hand eine Klobürste halten, was nochmal auf den eigentlichen Sinn der Veranstaltung, den Wasserschutz, verweist! Der wird dann auch bei der sich anschließenden Viva con Aqua-Geburtstagsparty ausgiebig gefeiert. Die Veranstalter können stolz sein, ganze 1.081,50€ sind für das aktuelle WASH-Projekt in Äthiopien beim heutigen Event zusammengekommen.

Mit Sebastian Adamski und Fabian Starke, die als „Viva con Agua Köln“-Team fungieren und diese Veranstaltung überhaupt ins Leben riefen, spreche ich im Anschluss noch über ihre Motivation und den Hintergrund ihres persönlichen Einsatzes für VcA.

Sebastian gehört seit 2012 zur Riege, war zunächst einfach Fördermitglied, weil er, seit seinem Berufseinstieg, persönlich etwas für erhaltene Chancen und Fügungen im Leben zurückgeben wollte. Aus der Zeitung erfuhr er damals vom eklatanten Mangel der Ressource Wasser auf der Welt. Irgendwann kam er einfach neugierig einmal zum VcA Köln-Treffen, was monatlich, üblicher Weise in der Bar „Wohngemeinschaft“, stattfindet, wo alles wichtige Neue für anstehende Projekte etc. besprochen und organisiert wird. 25 bis 30 Personen sind sie dann immer, die sich im Bereich „Bildung, Aktionen, Finanzen oder Netzwerk“, je nach Talent einbringen und die Sache für VcA Köln koordinieren.

Deutschlandweit ist VcA bereits mit zahlreichen Aktionen vertreten, wobei die Grundlage und Zentrale in Hamburg sitzt, dem Gründungsort im Umfeld des Fußballclubs St. Pauli, wo Benjamin
Adrion, als ehemaliger Fußballprofi bei einem Trainingslager in Kuba von der dortigen Wasserproblematik erfuhr und sich damals dem sofortigen Einsatz dafür sowie dem Bau von Sportplätzen für die dortige Jugend verschrieb. Die heutige Wahl von VcA-Spendenzielorten wird zusätzlich vom starken Partner der Welthungerhilfe begleitet.

„An welche Aktionen erinnert ihr euch besonders gerne?“, frage ich Fabian und Sebastian von VcA Köln. Die Antworten sprudeln nur so aus ihnen heraus. Beide sind sich aber in der Sache einig, dass die, einmal im Jahr stattfindende, Projektreise, bei der sie mit 17 Personen von VcA-Deutschland teilnahmen und in Äthiopien vor Ort sehen konnten, wo die Spendengelder hinflossen, ein Highlight war. „Wir wurden nicht wie Gäste, sondern wie Familienangehörige empfangen!“, stellen sie fest. "Man sieht dort, wie glücklich die Menschen sind, obwohl sie, im Vergleich zu uns, so wenig haben.", sagt Fabian und ergänzt, dass es schön sei zu spüren, wie man den Menschen vor Ort ihren harten Alltag auch nur ein bisschen erleichtern könne mit der Unterstützung. Auch Sebastian empfindet sein Leben hierdurch nachhaltig beeinflusst.

Dankbarkeit und Bescheidenheit könne man lernen, und dass gerade von den Menschen, die am wenigsten haben!
— Sebastian Adamski

Auch berühmte Sportler und Musiker fungieren als Vorbilder und setzten sich für die VcA-Ziele ein, darunter die Ärzte, Clueso, Max Herre, Sportfreunde Stiller uvm. Besonders beeindruckend fanden Sebastian und Fabian die Tatsache, dass Gentleman, der auch beim Benefizfußball mit von der Partie war, bei seinem Jubiläums-Konzert vor zwei Jahren, das Publikum aufforderte, ihm Pfandbecher auf die Bühne zu werfen, woraufhin ihm zahlreiche Becher um die Ohren flogen und letztlich stolze 2.222€ für die gute Sache eingenommen werden konnten.

Insgesamt engagieren sich ganze 12.000 Menschen für Viva con Agua in 56 verschiedenen Städten. Wenn du jetzt ebenso Lust bekommen hast, dich für VcA-Projekte einbringen zu wollen, melde dich doch gerne beim Kölner Team, es empfängt euch mit offenen Armen! WE ARE CITY schließt sich an und wünscht besonderen Erfolg für alle kommenden Projekte und Aktionen!

Viva con Agua
www.vca-koeln.de

Eure Steffi & Euer Steffen