MADE IN COLOGNE I Neonbeige

Text: Elena Braun / Fotos: Athenea Diapoulis

Ist euch mal aufgefallen, dass die meisten schön geschnittenen Mäntel keine Kapuze haben? Damit man sich trotzdem nicht zwischen neuem Lieblingsmantel und Wetterfestigkeit entscheiden muss, kann man sich einfach einen Kapuzenschal bei Neonbeige kaufen. Nachdem ich Nathalie von Neonbeige mit diesem Produkt beim letzten Super Weihnachtsmarkt kennen lernen durfte, war ich hin und weg von dieser Idee!

Einige Wochen später trafen Athenea und ich die zuckersüße Nathalie in ihrer Ehrenfelder Wohnung zum Interview. Während wir uns bei frisch gepresstem Orangensaft unterhalten, sind wir von ganz viel Kunst umgeben, denn Nathalie hat viele Freunde, die Künstler sind. So hat sie ihre ganz private Sammlung aufgebaut, die sie mit Stücken aus Indonesien, Manila, Los Angeles und Detroit ergänzt.

Obwohl Nathalie den Verkauf wie viele andere Gründer nebenberuflich betreibt, war doch schon immer klar, dass sie etwas Kreatives machen möchte. Spätestens, als sie mit 16 zur Schule für Kunst und Gestaltung ging, „wo man nur Sachen mit den Händen macht“, war die Richtung klar. Nathalie hat sich jedoch Zeit genommen und sich erst nach einiger Überlegungszeit an der Filmschule in Düsseldorf beworben. Inzwischen arbeitet sie mit dem, was sie dort gelernt hat, für einen Fernsehsender. Zum Ausgleich näht sie in ihrer freien Zeit die Kapuzenschals.

Angefangen hat alles mit einer Kapuze zum Geburtstag ihrer Schwester. „Sie ist in Berlin dann total oft darauf angesprochen worden“, erinnert sich Nathalie. Weil gezielt danach gefragt wurde, wo man die Kapuze kaufen kann, kam die Überlegung auf, ob aus dem Nähen doch ein wirkliches Geschäft werden könnte.

Also wagte Nathalie 2011 mit Neonbeige den Schritt in die Professionalität, obwohl sie eigentlich lieber erst einmal auf einem kleinen Markt ausprobiert hätte. „Aber dann kam erst mal das Amt. Die sagen: Du darfst nichts verkaufen, wenn du kein Gewerbe hast. Am Anfang habe ich mich viel mit Papierkram rumgeschlagen. Wenn man dann schon so weit gekommen ist und alles offiziell ist, dann will man es auch richtig machen.“

Richtig machen bedeutete: Schöne Produktfotos, ein professionelles Logo und eine hübsche Homepage mit Onlineshop. Da ihre Freunde nicht nur tolle Bilder malen, fand Nathalie in ihrem Freundeskreis einige Kreative, die ihr dabei helfen konnten. Ihr bester Freund ist Fotograf und auch Logo, die Homepage hat Nathalies Freund gemacht.

Vor dem ersten Verkauf musste die Kapuze allerdings noch einmal perfektioniert werden, denn Nathalie ist es wichtig, dass der Kunde ein hochwertiges Produkt bekommt. Dazu gehören die hochwertige Verarbeitung aber auch gute Stoffe, die sie meistens online findet, oft aus Großbritannien. Jedes Detail soll perfekt sein: Damit die Bänder in den Hoodies einen passenden Abschluss haben, lässt Nathalie sich diese Stücke speziell anfertigen.

Nathalie bleibt ihrem Kapuzenschal seit 2011 treu, in ihrem Shop verkauft sie nichts anderes.

Mich haben schon ganz viele gefragt: Mach doch mal ein T-Shirt, mach doch mal eine Sommermütze – aber ich mach einfach die.
— Nathalie

Eines haben alle Kapuzen gemeinsam: Sie haben außen eine andere Farbe als innen. Die meisten Modelle entstehen aus Kundenwünschen und werden dann in kleiner Auflage produziert: „Die Fellmütze hat sich mal ein Freund gewünscht, die haben dann auch nur Jungs gekauft. Ein anderer Freund hat mich gefragt, ob ich eine FC-Kapuze machen kann.“

Zu fast jeder Kapuze kann Nathalie eine eigene Geschichte erzählen. Die wohl witzigste stammt aus Manchester: In Australien entdeckte ein Mann bei einem Freund eine Kapuze. Und obwohl er zwei besaß, wollte er keine abgeben. Also meldete er sich selbst bei Nathalie, hatte aber noch nicht genug Geld. Immer wieder sagte er Bescheid, dass er immer noch am sparen sei – vor kurzem hat er seine Mütze dann bekommen.

Nathalie lebt Ehrenfeld, ihr Label ist in diesem Veedel gewachsen und auch mit den Menschen dort. Ihr erster Markt war hier und von da an wurde die Idee vor allem durch Mund zu Mund Propaganda weitergetragen. „Dass es so erfolgreich wird, das war nicht gedacht“. Inzwischen überlegt Nathalie, ihren Nebenerwerb noch weiter auszubauen. Wie alles will sie das aber vorher genau abwägen.

Ihr könnt die Kapuzenschals von Neonbeige online kaufen, als Kölner aber auch direkt bei Nathalie anprobieren. Sonst findet ihr sie auch immer wieder auf Kölner Märkten, wie zum Beispiel dem Super Markt.

Die Produkte von Neonbeige könnt ihr auch hier erwerben
MADAMSKI I Engelbertstraße 23 I 50674 Köln

Eure Elena und Athenea