Eröffnung: Mashery Hummus Kitchen – Kölns erste Hummusia

Text: Charlotte Ebert & Fotos: Nathan Ishar

„Say Yes to Hummus“ – Die Message ist eindeutig: Wer das im Mai eröffnete Ladenlokal Mashery Hummus Kitchen auf der Roonstraße betritt, hat Lust auf die orientalische Spezialität, in der pürierte Kichererbsen die Hauptrolle spielen. Schon seit einiger Zeit wandelt die Kichererbse sich von einer alten Nutzpflanze zu einem begehrten Teilchen in der Welt der Gastronomie. Nun haben Vera Prinz, Rhaya Ayoub und Julian Wirtler die erste Hummusia in Köln eröffnet und nehmen die Hülsenfrucht ernst.

Bis zu zehn Kilo Kichererbsen und zwei Obstkisten mit Zitronen werden an einem Tag verbraucht, damit das Trio ihre vier Zubereitungsarten anbieten kann: Es gibt den Klassiker „Masabacha“ mit warmen Kichererbsen, Tahini-Sauce (Sesam-Mus) und frischem Zitronen-Knoblauch-Dressing. In die drei anderen Rezepte sind künstlerische Freiheiten untergemischt. Die „Raw“-Variante besticht durch Möhre, Radieschen und Gurken, im „Champignons“-Hummus sind neben Knoblauchpilzen auch geröstete Pinienkerne zu finden. „Zucchini Feta“ hingegen wird – der Name verrät es – mit Zucchini, Feta und Walnüssen an den Tisch gebracht. Immer dabei ist Pita-Brot, welches original aus Israel stammt. Extra-Hungrige können das Brot natürlich nachbestellen (und das werdet ihr, weil es verdammt lecker ist), es kostet dann einen Euro extra. „Dieses authentische Brot passt einfach am besten zu unseren Gerichten“, erklärt Mitgründerin Vera bei unserem Besuch.

Noch vor knapp zwei Jahren sah für alle drei der Arbeitsalltag anders aus. Vera, Rhaya und Julian kennen sich schon aus dem Studium. Während die drei Bürojobs hatten, mit denen die Miete gezahlt werden konnte, blieb die Selbstverwirklichung etwas unerfüllt. Umso mehr Spaß hatten sie beim Entdecken von neuer Kultur und Essen. Vera lud regelmäßig Couchsurfer zu sich nach Hause ein und wurde so von Israelis gefragt, wo in Köln denn die nächste Hummussia sei. Im nahen Osten sind Hummusias schon längst Teil der Kultur und eine Art Begegnungsstätte. In Köln gab es jedoch bislang noch keine Hummussia. Keine Lust mehr auf den alten Job und keine Hummusia in Köln. Das musste geändert werden! Rhaya’s Vater stammt aus Israel und so wuchs die 30-Jährige praktisch mit der Kultur auf. Julian hingegen verliebte sich in Mexiko in die Streetfoodkultur. Wer schon einmal die Tacostände in Mexiko-Stadt erleben durfte, kann dieses Gefühl nur nachempfinden. So fing die Geschichte von Mashery an: gemischt, wie es in „to mash“ (englisch für „mischen“, „zerstampfen“) bereits angedeutet wird.

Wir möchten nicht nur die einzelnen Zutaten vermischen, sondern auch die unterschiedlichen Kulturen.
— Vera Prinz

Wer bei nahöstlicher Kulinarik nun an dunkle Wandteppiche, rote Wände und braune Holzgarnituren denkt, wird sich umso mehr an der hellen und modernen Einrichtung des Delis erfreuen. Helle Holzmöbel mit rosafarbenen Akzenten schmücken die geradlinige Einrichtung, dazu hängen blaue Lampen von den Decken und graphische Prints an den Wänden. Einrichtung on fleek, wie mein kleiner Bruder wohl behaupten würde.

Bevor die Location in der Roonstraße entdeckt wurde, planten die drei Jungunternehmer zunächst, mit einem Foodtruck Streetfoodmärkte zu besuchen. Doch ihr zweiwöchiger Besuch im „Laden Ein“ zeigte, dass die Lust auf Hummus in Köln nicht weniger wurde. „Auf einmal hatten wir große Lust, Gastgeber zu sein“, erzählt Julian. Gottseidank! Nicht nur wir wurden vom hausgemachten Hummus überzeugt, 2016 gewannen Julian und die Mädels den Gastro-Gründerpreis.

Neben Hummus gibt es weitere Gerichte wie Falafel, Halloumi-Käse, arabische Salate oder ein Sandwich mit frittierter Aubergine. Zwischen 12 und 14:30 Uhr kann man täglich für 10 Euro den Nahostkost-Lunch bestellen und ab 18 Uhr das Jaffa Sunset Dinner für 19,50 Euro. Wer sich wie wir in den klassischen Hummus verliebt hat, kann mit „Home sweet Hummus“ 200 Gramm Hummus im Glas mit nach Hause nehmen. Und wer die ganze Hummusia-Crew zu Hause haben möchte, muss nur mit dem Wörtchen „Catering“ anklopfen, denn auch hierfür ist das Trio offen.

Wir sind froh, dass aus der Idee mit dem Foodtruckladen ein konstanter Anlaufpunkt für alle Hummusfreunde geworden ist und sagen YES TO HUMMUS in Großbuchstaben.

Mashery Hummus Kitchen
Roonstraße 36
50674 Köln

Öffnungszeiten:
Mo. – Sa.: 12 – 22 Uhr
Sonntags geschlossen.

Eure Charlotte & Euer Nathan