FEATURED: Rechtsrheinisch I Café Saint Louis

Text: Charlotte Ebert / Fotos: Nathan Ishar/pramudiya.com

Auf ne Stulle nach Saint Louis

Müsste man das Café Saint Louis in Deutz in einem Satz beschreiben, so würde dieser auf jeden Fall die Worte entspannte Atmosphäre, Sonnenplätze und leckere Stullen beinhalten. Dazu Singer-Songwriter Musik in Jack Johnson Manier oder Chillhouse und ein amerikanischer Südstaaten Charme, der sich nicht nur an den Wänden wiederfindet. Sondern vor allem auch im Namen des kleinen Wohlfühl-Ortes mitten auf der Deutzer Freiheit.

Wir betreten den Laden und werden von einer hellen Freundlichkeit begrüßt, mit der sowohl die Einrichtung als auch das Lächeln von Cafébetreiber Sascha Manz gemeint ist. Einmal Platz genommen, gibt es klassischen Kaffee mit einem Schuss Milch für mich und einen Cappuccino mit Sojamilch für Nathan. Das macht uns an diesem Montagmorgen erst mal glücklich, später werden wir auch von den selbstgemachten Stullen mit Feta-Guacamole, Mandel-Olive-Paprika sowie dem Mandelmus- und Double Chocolate Kuchen überzeugt sein.

Natürlich wollen wir wissen, woher die Idee und der Name für das Café kommen. Bei einem kleinen 'Schnack', wie Sascha so schön sagt, erzählt uns der gelernte Hotelfachmann, dass er sich schon immer selbstständig machen wollte. Durch seine Ausbildung und die vielen Jobs im Hotelgewerbe auf der ganzen Welt konnte er genügend Erfahrungen und Ideen sammeln, die in das Konzept von Saint Louis passen. Und das lautet: Frisch und fertig! Egal ob als Fan von einer guten Fleischstulle mit Hühnchen, einem selbstkreierten Salat, einer vegane Suppe oder süßem Kuchen: Nicht nur Scarlett O'Hara wäre hier auf ihre Kosten gekommen, die Deutzer tun es allemal. Und das merkt man auch, wenn man sich länger in dem Laden aufhält. Immer wieder kommen Gäste ins Café und begrüßen Sascha wie einen alten Freund, den sie gerne auf einen Kaffee besuchen. Dann setzen sie sich mit Getränk nach draußen in die Sonne und machen „Deutzviewing“, ein Begriff, der sich hier schon fast etabliert hat. Denn auf der Straße Deutzer Freiheit gibt es nun mal viel zu sehen, das finden Alt und Jung.

Und der Name? Kommt von der amerikanischen Stadt Saint Louis, die am westlichen Ufer des Mississippi liegt. Dort hat Sascha einige Zeit verbracht und viele prägende Momente gesammelt. Glücklicherweise hat es ihn aber immer wieder nach Köln zurückgezogen, wo er nun seit einigen Jahren lebt. Dass das Saint Louis in Deutz aufgemacht hat, war aber eher ein Zufall. „Ich hatte zu Deutz zunächst überhaupt keine Verbindung“, erzählt uns der 31-Jährige. Doch wer mit offenen Augen durch die Welt geht, findet eben auch an unerwarteten Stellen sein Glück. Mittlerweile ist Sascha mit dem Standort nicht nur sehr zufrieden. So wie er von den Leuten aus dem Veedel erzählt, scheint es fast, als sei er dort ein Stück zu Hause und hat etwas von der Stadt Saint Louis nach Deutz mitgebracht.

Wenn es um Ware und Produkte geht, setzt Sascha wiederum voll und ganz auf Regionalität. Die Stullen werden vor Ort zubereitet, aber nicht alles kann aufgrund des Platzes selbst gemacht werden. Umso wichtiger war es Sascha, dass er wusste woher die Produkte kommen. Die Milch und Salatdressings kommen deshalb vom Bauern aus dem Umland, der Kaffee von der Kölner Rösterei Heilandt, die Kuchen werden von der Bonner Pâtisserie Dehly & deSander gebacken und die Suppen wechseln täglich. Unter dem Motto „Save the Planet“ kann man auch seine eigene Verpackungsbox mitbringen, Salat und Co. werden dann direkt umgefüllt. Die Leckerheiten im Saint Louis sind übrigens zu 80 Prozent vegan und auf Allergiker wird hier auch besondere Rücksicht genommen.

Wer auf einen Kaffee oder eine Stulle ins Saint Louis geht, wird schnell merken, warum die Gäste wiederkommen. Es ist ein herzlicher Ort, der zum Verweilen einlädt. Egal ob an einem der begehrten Sonnenplätze auf der Terrasse oder drinnen im Café. Auf saintlouisonline.de findet ihr eine Auswahl der Speisekarte, auf Facebook informiert das Team über Tagesaktuelles.

Eure Lotte & Euer Nathan