Neueröffnung I Shibuya Sushi-Restaurant

Text: Vera Hausmann / Fotos: Christian Schaffrin

Einmal um die Welt und wieder zurück

Eigentlich würde Salih jetzt in Dubai leben, wenn da nicht dieser Preis gewesen wäre, für den das Bundeskanzleramt ihn extra nach Berlin kommen lies. Aber fangen wir von vorne an.

Ende Januar hat das Shibuya Sushi-Restaurant in Nippes geöffnet. Wir nehmen das zum Anlass mal bei Salih vorbeizuschauen und ihn näher kennenzulernen.

Eine Verkettung von Zufällen lies dieses Restaurant entstehen. Einen Burgerladen wollte der Bruder seiner Frau ursprünglich unter dieser Adresse öffnen. Doch durch Probleme mit der Lüftung platzte der Traum in dieser Location.

Salih war gerade aus Dubai zurück, um in Berlin den Integrationspreis des Bundeskanzleramtes entgegenzunehmen. Auf einen Abstecher kam er außerdem nach Köln. Hier entschied der studierte BWLer sich, spontan den Laden zu übernehmen. Ein Konzept musste her und schnell war klar: Ein Sushi-Restaurant ist auch ohne Lüftung realisierbar und noch dazu seine Lieblingsspeise.

Die Einflüsse bei der Inneneinrichtung als auch bei der Speisekarte sind vielfältig. Seine Aufenthalte in Dubai, New York und Kuala Lumpur inspirierten ihn. Er beschreibt seine Speisen als Fusion-Küche und findet, Traditionelles sollte man auch mit Modernem mischen. Wir probierten den hausgemachten Eistee, den wir euch wärmstens ans Herz legen. Wenn ihr euch beim Sushi nicht entscheiden könnt, lasst euch vom Sushikoch überraschen. Was da für tolle Kreationen rauskommen, seht ihr auf den Bildern. Salihs Tipp von der Karte ist der frittierte Tintenfisch, namens Cumi Cumi. Weg von Regeln und alten Konventionen interpretiert er Sushi weniger als japanisches Kulturgut sondern vielmehr als Möglichkeit, Kulturen miteinander zu verbinden.

Das macht er auch in seinem Hauptberuf als Mentor an der Henry-Ford-Realschule in Chorweiler. Dort ging er selber mal zur Schule und weiß, wie wichtig Integrationsarbeit und gerechte Bildungschancen sind. Nicht nur mit BWL-Wissen coacht er die Schüler in seinen AGs. Respekt und Achtsamkeit stehen im Mittelpunkt seiner Lerngruppen und dem Sportangebot. Darüber hinaus hilft er ihnen auch ihre Träume zu verwirklichen. Und wie sieht es aus, wenn er seinen Schülern die Grundlagen der Existenzgründung beibringt, aber selber keinen Laden hat? – Eben, noch ein guter Grund, das Lokal zu führen.

Großgezogen wird das Restaurant mit Hilfe seiner Freunde. Denn wenn einen Menschen umgeben, die man mag, geht die Arbeit viel leichter von der Hand. Das gesamte Team probiert sich in einem Spagat zwischen Crossover-Küche und nicht zu viel Verrücktheit, um die Zielgruppe vor Ort zufriedenzustellen. Und das klappt bisher ganz gut. Salih hat in Nippes etwas geschaffen, was den Bewohnern noch gefehlt hat.

Auch Christian und ich wurden wunderbar von dem Shibuya-Team aufgenommen, wie man auf dem Gruppenbild unschwer erkennen kann. Ich finde, ich integriere mich perfekt! :P Darin hat Salih ja schon Erfahrung.

Eure Vera & Euer Christian