Serie: "Auf ein Kölsch" - Kneipentour - Fünfte und letzte Etappe im Grünfeld

Text: Nicole Neuser & Fotos: Auf ein Kölsch im Grünfeld

„Auf ein Kölsch“ funktioniert nicht. Zumindest nicht, wenn man es wörtlich nimmt. Zur letzten Etappe der „Auf ein Kölsch“-Tour mache ich mich auf ins Grünfeld. Es ist Montagabend, aber das scheint kaum jemanden der Besucher zu stören. Ein Kölschkranz jagt den Nächsten und je später der Abend wird, umso mehr Leute machen Halt im Grünfeld. Die Kneipe im Belgischen Viertel ist Ben Hammers Lieblingskneipe und bildet nicht umsonst den Abschluss der fünftägigen „Auf ein Kölsch“-Tour. Denn hier gibt es jedes Kölsch am Montagabend für nur 1 Euro. „Man kann hier einfach super gut draußen sitzen und ist direkt mitten im Geschehen“, erzählt Ben.

Besonders für heiße Sommertage, wie heute, ist das natürlich ein echter Pluspunkt. Das Grünfeld hat eine große überdachte Terrasse mit langen Holztischen, an denen mal schnell mit seinen Tischnachbarn ins Gespräch kommt. Doch auch im Innenbereich ist so einiges los: Vor allem Kicker-Freunde kommen im hinteren Bereich der Kneipe auf ihre Kosten und können an zwei Kicker-Tischen ihre Turniere ausfechten. Das Besondere am Grünfeld ist dabei wohl auch der ungewöhnliche Schnitt der Räume. Die Kneipe im Belgischen Viertel hat nämlich gleich zwei Eingänge: Den Offiziellen auf der Brüssler Straße und einen weiteren mit Zugang von der Aachener Straße. Wer also einfach mal klamm heimlich zur Party dazu stoßen möchte, nimmt einfach den Schleichweg über den zweiten Eingang, zockt eine Runde Kicker und arbeitet sich langsam bis zur Bar und zum Terrassenbereich vor.

Ich habe mir vorgenommen, dass ich es einfach mal wie Ben Hammer mache: Nach dem Kölsch-Trinken kommt das Schreiben. Denn genau so macht es Ben, wenn er eines seiner Kölschdates trifft. Erst wird bei einem (oder auch mehreren) leckeren Kölsch in der Lieblingskneipe des jeweiligen Interviewpartners geplaudert und noch in der selben Nacht schreibt Ben an seinen wunderbaren Portraits für seinen Blog.

Ich finde es einfach wichtig, dass die Atmosphäre des Abends rüber kommt und das geht einfach am Besten, wenn ich sofort danach los tippe, egal, wie viele Kölsch später das auch sein mag.
— Ben Hammer

Auch im Grünfeld ist die Atmosphäre das Entscheidende. Viele „Auf ein Kölsch“-Fans, die zum Teil alle fünf Abende der Tour mitgemacht haben, treffen auf Freunde, Freunde von Freunden und Fremde. Plötzlich stehe ich in einer Runde von Menschen von denen ich dachte, dass sie sich sicher schon ewig kennen. Wir alle nippen fröhlich ein Kölsch nach dem anderen bis sich herausstellt, dass sich keiner von uns vor dem ersten Kölsch jemals zu Gesicht bekommen hat. Kölsch verbindet eben.

Durch die Menge huschen immer wieder Leute mit dem „Auf ein Kölsch“-T-Shirt. „Ein Freund von mir betreibt das Label „Nach eins“ und hat die T-Shirts extra für die Tour designt.“, erzählt Ben. Und insgesamt scheint die gesamte „Auf ein Kölsch“-Kneipentour ein gelungenes Gesamtwerk von echten Freunden. Videos, Fotos und Texte werden von Freunden, Bekannten und Ben selbst gedreht, geschnitten und getextet - meistens noch direkt im Anschluss an die Party. „Ich bin echt durch nach diesen fünf Tagen, aber unsere Kneipentour hat sich wirklich gelohnt“, so Ben. Einige neue Interviewpartner für seinen Blog hat Ben auch während seiner Tour durch die Kölner Kneipen gewinnen können. Das ist auch gut so, denn mit seinen mittlerweile 50 Kölschdates möchte er die 100 auf jeden Fall noch voll machen. Dann steht nämlich schon sein nächstes Projekt an: Ein Buch mit allen Geschichten aus „Auf ein Kölsch“.

Ich frage mich schnell, wie man wohl 100 Lieblingskneipen in Köln ausfindig machen kann. Mir gefällt es hier im Grünfeld eigentlich gerade ganz gut.

Das ist das Gute daran: Durch meine Gespräche mit den unterschiedlichsten Leuten lerne ich auch immer wieder neue und kleine Kneipen kennen, die vielleicht nicht so super fotogen und hip sind, aber für den Einzelnen einfach eine Menge bedeuten, da sie dort einfach ihre individuelle Geschichte erlebt haben.
— Ben Hammer

„Sag mal Ben, in welche Kneipe geht’s denn morgen?“, fragen die Kölsch-Trinkenden als der Abend im Grünfeld seinen Höhepunkt erreicht. Aber leider war es das erst mal mit der „Auf ein Kölsch“-Tour. Wer aber mehr Geschichten über Kölner Kneipen und die wunderbare Kölsch-Kultur erfahren möchte, möge doch herzlich dazu eingeladen sein, auf Ben’s Blog „Auf ein Kölsch“ vorbei zu schauen. Oder schaut bald rein in unseren Mini-Guide über „Die besten Kneipen in Köln“.

Prost und gute Nacht!

Eure Nicole