Street Food Festival No. 3

Text: Gina Käding / Fotos: Gina Käding & Christian Schaffrin

Wenn ich durch meinen Instagramfeed scrolle und plötzlich nur noch Fotos von Menschen mit kaltroter Nase, aber seligem Gesichtsausdruck sehe, die stolz Essen in die Kamera halten, dann ist es wieder soweit: Das Kölner Street Food Festival hat seine Türen geöffnet. Zum dritten Mal fand es am vergangenen Wochenende  auf dem Jack in the Box Gelände in Ehrenfeld statt - und selbst Unwetterwarnungen hielt die hungrigen Kölner nicht davon ab, sich durch das Angebot zu schlemmen.

Der Geruchssinn ist wohl das erste, was einen bei einem Besuch des Street Food Festivals leitet. Als zweites kommen dann die Augen, die gierig jedem entgegenkommenden Menschen auf den Teller schauen: Was hat der denn da? Und vor allem: Wo bekomme ich das auch?

34 Stände stehen dieses Mal auf dem Gelände. Darunter bereits bekannte und beliebte Klassiker und neue kulinarische Highlights, die einen allesamt zu rufen scheinen: Probier mich, ich sehe verdammt lecker aus!

Und so wird man plötzlich mit Problemen konfrontiert, die man vorher noch nie hatte: Etwa, wie viele Hauptmahlzeiten kann ich essen, bis der Magen endgültig streikt? Und wie verdammt nochmal isst man afrikanische Quarkbällchen ohne sich von oben bis unten mit Honig und Kokosflocken einzusauen?

Ihr merkt schon: Die Auswahl fiel auch beim dritten Street Food Festival wieder schwer. „Als wir damals anfingen, kannte uns natürlich niemand und die Leute mussten erstmal von dem Konzept überzeugt werden. Mittlerweile bewerben sich alle bei uns und wir müssen nur noch auswählen, wer zu uns passt“, erzählt Mathis Robel, der das Festival gemeinsam mit zwei Kumpels ins Leben gerufen hat. Beim ersten Street Food Festival, damals noch im Odonien, habe gerade einmal ein Monat zwischen der fixen Idee und dem ersten Event gelegen. Eine reife Leistung, die sich für die Veranstalter mittlerweile mehr als gelohnt hat!

Ob Hausmannskost á la Schmalzbrote und Maultaschen, asiatische Reisgerichte, allerhand vegane Spezialitäten oder afrikanische Pfannkuchen - alles dabei. Mini-Cupcakes, Crêpes und Fingerfood runden das Angebot ab. Da fällt dann schwer zu beschließen, mit welcher Strategie man sich durch das Angebot futtern möchte.

Wir entscheiden uns irgendwann für die Variante „einfach drauf los“ und beginnen mit einer Portion Käsespätzle, die für so einige „Oh!“ und „Ah!“-Rufe sorgt. (An dieser Stelle auch ein kleiner Tipp für alle ambitionierten Festivalbesucher: Da viele der Portionen doch recht mächtig sind, lohnt es sich, mit Freunden zu teilen und so einfach mehr probieren zu können.)

Weiter geht es mit einem Crêpe, gefüllt mit Emmentaler und Kräutern der Provence. Dies stammt übrigens von Phil, der früher seine „Crêpes de Phil“ aus einer Litfaßsäule am Kölner Olivandenhof heraus verkaufte. Leider gibt es den gerade mal einen Quadratmeter großen Laden nicht mehr, doch Phil verspricht, dass er schon neue Pläne hat. Wenn es soweit ist, dann kommen wir auf jeden Fall vorbei. Schon allein, weil seine Crêpes nicht nur super lecker sind, sondern der Franzose (mit charmantem Accent!) auch noch ein verdammt cooler Typ ist.

Immer wieder hört man beim Wandern durch die Halle wie Menschen ihren Nachbarn zuraunen „Ich habe gehört, dieses Cidre Steak soll gut sein.“, „Wo gibt es denn dieses besondere Steak?“ und „Ich habe gehört, die haben hier so ein Steak, das 65 Stunden lang zubereitet wird?“.

Ja, haben sie tatsächlich. Das Rindsteak der Berliner Comptoir du Cidre ist für viele das Highlight des gesamtem Festivals. 24 Stunden wird es in Cidre eingelegt, elf Stunden in „Sous-Vide“ gegart und dann nochmal 30 Stunden mit karamellisierten Zwiebeln. Am Ende wird es auf hausgemachtem Kartoffelbrot mit gebeizten Senfkörnern und Schnittlauch serviert. Und auch wenn die Autorin dieses Textes das Steak nicht selbst probiert hat, so konnte man doch an den großen Augen der Begleitung sehen, dass es seinem Ruf durchaus gerecht zu werden scheint.

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Als wir das Festivalgelände am Sonntagnachmittag verlassen, trifft uns noch einmal fast der Schlag. Die Schlange vor dem Gelände reicht mittlerweile fast bis zur Straße hinunter. Mathis erzählt, dass an so einem Wochenende grob geschätzt etwa 6.000 Besucher ihren Weg aufs Festival finden - und das mitten im Winter. Die Kölner lieben eben gutes Essen. Und werden auch im Februar zum nächsten Festival bestimmt gerne wiederkommen!

Eure Gina & Euer Christian