The Great Berry: Zu Besuch bei Powerfrüchten

Text: Julia Troesser & Fotos: Nathan Ishar

Die Superfoods der Welt sind jetzt in der Limburger Straße zuhause: Die libidofördernde Maca-Wurzel aus den Anden, die immunstärkende Baobab-Frucht aus Afrika, die bodenständige Johannisbeere aus dem deutschen Garten. Und natürlich der Alleskönner aus dem brasilianischen Regenwald: Die Açaí-Beere. Mit ihr hat alles angefangen bei „The Great Berry – Home of Superfood“.

Die Kölnerinnen Alex und Laura haben den gesündesten Neuzugang der Stadt eröffnet: Weil sie keine Lust mehr auf ihre klassischen BWL- und Marketingjobs hatten, weil sie sich gern gesund ernähren, weil sie Açaí-Bowls liebten und eine Marktlücke in Köln sahen. „Bei einem Weinchen-Abend im letzten Jahr haben wir mal wieder über unsere Jobs geschimpft und herumgesponnen, wie wir uns selbstständig machen könnten“, erinnert sich Laura. Die Idee war geboren: „Wir wollten ein Deli aufmachen“, sagt die 28-Jährige. „Aber eins, das rockt.“

Ende Juni ist aus der Spinnerei ein hell eingerichteter Laden im Belgischen Viertel geworden: In der großen Glastheke reihen sich Töpfchen voll mit Beeren, Körnern, Raspeln, Samen und frischen Früchten aneinander. Auf der riesigen Wandtafel erfahren wir, was aus den bunten Zutaten werden kann: Smoothies und Salate zum Beispiel – da kommt der Durchschnittskölner noch mit. Bei Matcha-Quark und Immunity-Shots wird es schon exotischer. Und dann kommen noch die vielen Bowls – besonders wichtig bei „The Great Berry“.

„Die Açaí-Bowl ist ein USP bei uns im Laden“, erklärt uns Alex. Wir übersetzen: Hier – und fast nur hier – gibt es diesen lila Smoothie zum Löffeln, der in einer Schale hübsch angerichtet und mit Banane, Kokosraspeln und hausgemachtem Müsli getoppt wird. „Ich habe Açaí bei einer Brasilienreise kennengelernt. Für die Surfer dort gehört die Powernahrung zum Lebensstil“, erzählt die 31-Jährige. Auch in Berlin oder München gibt es Açaí-Bowls in Cafés – nur hier fehlten sie bislang. Neben dem klassischen „Einsteigermodell“ gibt es die Smoothie-Bowls in anderen, noch exotischeren Varianten – alles Eigenkreationen. Dabei hat jedes Superfood eigene Superkräfte, die „The Great Berry“-Gründerinnen kennen sie alle.

„Açaí ist die zweitgesündeste Beere der Welt“, erzählt Alex und strahlt voller Bewunderung für die Powerfrucht.

Sie hat eine Wahnsinns-Fülle an Antioxidantien, Mineralien und Spurenelementen. Und das in der perfekten Kombination, die unser Körper am besten verarbeiten kann.
— Alex

Das Fruchtmus wird gefroren aus dem Regenwald angeliefert. Um die CO2-Bilanz zu verbessern, werden ausländische Exoten mit deutschen Superfoods gemischt: Die Johannisbeeren sind selbstgepflückt, im Herbst soll Grünkohl in die Smoothies kommen, „direkt vom deutschen Acker“. Alex und Laura bieten viele Produkte in Bio-Qualität an, die meisten Gerichte sind vegan erhältlich, Plastik gibt’s kaum. So viel Gutes hat natürlich seinen Preis: Smoothies sind ab 4,90 zu haben, Bowls starten bei 5,90 – die Vorzeigeschale „Great Berry Bowl“ kostet 7,50 Euro.

Und was nehmen wir am besten? Einen Smoothie mit Lucuma oder lieber mit Kurkuma? Eine Bowl mit Açaí oder lieber mit Acerola? Wir lassen uns beraten, bestellen in der Kölner Hitze erfrischende Mango-Smoothies, probieren dazu eine klassische Açaí-Bowl. Später werden uns noch eine vegane Avocado-Schnitte und Matcha-Quark mit gepufftem Amaranth und Blütenpollen kredenzt: Fast zu schön, um ihn zu essen. Aber viel zu lecker, um ihn nur anzuschauen. Und dann stehen plötzlich Immunity-Shots auf dem Tisch, denn: „die müsst ihr unbedingt probieren!“ In kleinen Glasflaschen gibt es einen kaltgepressten Mix aus Zitrone, Ingwer, Cayenne und Ananas. Ich nehme einen kleinen Schluck – und fühle mich wie nach dem Biss in eine eiskalte Zitrone. Augen auf, Rücken gerade, Gehirn voll da. Und die Gewissheit, dass mich heute nichts mehr schocken kann.

Aber jetzt mal ehrlich: Spürt man die Folgen der Power-Mythen wirklich im Alltag? Liegt es an all den Beeren, Flocken und Shots, dass Alex und Laura gar nicht so wirken, als stünden sie täglich bis zu 14 Stunden in ihrem Laden, sondern als wären sie – das müssen wir ganz neidfrei sagen – direkt aus dem Inselurlaub hinter ihrem Smoothie-Becher gelandet? „Wir haben echt viel Stress und wenig Schlaf, da wäre ich früher schachmatt und auch mal krank gewesen“, glaubt Laura.

Dass wir noch immer Power haben, ist sicher auch unseren Shots und Smoothies zu verdanken.
— Laura

Überzeugt. Ich kaufe direkt noch einen Shot für den nächsten Morgen. Und wir wünschen den beiden weiterhin ganz viel Power – für ihr Deli, das schon jetzt ziemlich rockt.

Eure Julia & Euer Nathan

The Great Berry
Limburger Straße 18

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag 10.30 bis 16.30

www.thegreatberry.de