WE ARE CITY IM WERTHEIM - ARBEITEN. LEBEN. ERLEBEN.

Text: Steffi Kutsch & Fotos: Athenea Diapoulis, Simon Hariman und Christian Schaffrin

Hinter alle drei Schlagworte, die mit „Arbeiten. Leben. Erleben.“ das Wertheim betreffen und für es werben, kann ich jetzt einen Haken machen. Alles davon habe ich selbst gefühlt, als wir zuletzt zum großen WE ARE CITY-Weekend ins Wertheim aufbrachen. Richtig amüsiert war ich bei der Tatsache meine Tasche zu packen, wie für einen Kurzurlaub, um ins nahgelegene Wertheim am Hansaring aufzubrechen. Die WE ARE CITY-Crew traf sich einen ganzen Tag lang zum gemeinsamen Frühstück, zum Workflow und Teammeeting, zum Abendessen, zum Weinchen, Crémant auf dem Balkon oder in der großen Couchlandschaft sitzend zu genießen, zu quatschen sich auszutauschen und einfach einmal mit dem nahezu kompletten Team zusammen zu sein.

Wie müssen sich wohl Athenea und Simon, das bezaubernde WE ARE CITY-Gründer-Pärchen, gefühlt haben, als sie schon am Tag zuvor in das „Team Apartment“ im 4. Stock des wunderschönen neoklassizistischen Gebäudes einzogen, was alleine schon 113 qm aufweist und generell sogar für bis zu 16 Personen ausgelegt ist. Die Frage beantwortete sich von selbst, als mir Athenea in einem hübschen, herbstlich gemusterten Kleid fröhlich lachend die -tatsächlich- „goldene Tür“ unten aufdrückte, um mich schließlich an der Apartmenttür aufgeregt zu empfangen und mich freudestrahlend durch „unser Apartment“ zu führen. „Simon ist noch kurz Brötchen und Croissants fürs Frühstück besorgen!“, ruft sie mir zu, während sie, offensichtlich schon ganz „angekommen“, zwei gemütliche Schlafzimmer mit breiten Betten, ein stylisches Badezimmer mit großer Badewanne, einen riesengroßen, gemütlichen Holz-Esstisch, eine einladende großzügige Kochinsel, den langen Balkon - sogar mit Domblick - einer Tatsache, die für uns Kölner stets das Herz höherschlagen lässt, sowie die üppige Couchlandschaft präsentiert, auf die ich mich sofort lässig fallen lasse.

Mein Blick schweift durch den Raum. „Wow... stylisch, modern, dabei einladend und gemütlich, wirkt hier alles“, denke ich bei mir, während meine Augen besonders an der wunderbar platzierten Foto-Kunst im Apartment kleben bleiben. Marcus Simaitis, Fotograf unter anderem für den Stern, hat, wie sich später herausstellte, die Fotografien geschaffen und damit eine einzigartige Atmosphäre auf seinen Reisen rund um die Welt fotografisch eingefangen: So findet sich ein neugierig blickendes mexikanisches Mädchen, welches an der Feuerstelle eines Ofens ihrer Mutter gebannt bei der Zubereitung der Speisen zuguckt. Dieses Bild ist im Apartment exakt und thematisch stimmig über dem gemütlichen Gruppenesstisch platziert. Über der riesigen Couchlandschaft hingegen hängen zwei Fotografien von Menschen aus dem Sudan, die sich in hellen, fließenden Gewändern vor farblich warmen Ocker- und Gelbtönen ihrer Lehmhütten oder den sie umgebenden Sand- und Wüstenlandschaften abheben. Nachdenklich und z.T. verloren wirken sie angesichts der ewig weiten Landschaft in die sie gestellt sind, aber auch frei und unbestimmt. Ebenfalls Ocker-Gelb ist jedenfalls auch die Couchlandschaft im Apartment, was die Bilder als Interieur wunderbar in den Raum einpasst und, gewollt oder nicht, den Bogen zwischen den verschiedenen, der fremden und der hiesigen Kultur, schlägt.

Ich werde durch die melodische Klingel der Apartmenttür unvermittelt aus meinen Gedanken gerissen, nach und nach trudeln die übrigen WE ARE CITY-Teammitglieder ein, überall vernimmt man heiteres Geplauder, während der Frühstückstisch sich mit zahlreichen Köstlichkeiten wie von selbst füllt. Es riecht herrlich nach gebratenem Speck und Rührei sowie frisch aufgebrühtem Kaffee von der Kochinsel herüber, es gibt frische Früchte, verschieden belegte Körnerbrötchen und süße Croissants. Uns hält nichts mehr, wir schlemmen sofort los.

Dieses amüsante Bild bietet sich Oliver Struch, dem Wertheim Co-Gründer, der mit seinem Vater und seiner Schwester diesen herrlichen Wohn- und Arbeits-Platz im Herzen Kölns gegründet und es nun mit seiner Geschäftsführerin Kathrin Labza und Eventmanagerin Esther betreibt und das WE ARE CITY-Team jetzt zur Wertheim-Führung abholt.

Auf drei Etagen findet man im Gebäude ganze 40 flexible und feste Arbeitsplätze, die man nach Belieben auch dauerhaft mieten und nutzen kann, als Einzelperson oder als Team. Es zeigen sich uns zahlreiche Konferenzräume in ganz unterschiedlicher Größenordnung, vom Platz für mindestens 8 bis zu, in einem Raum, sogar 55 Personen. Allesamt haben herrlich lustige Bezeichnungen, die wiederum auf die Freundlichkeit und den Humor des Hausherren verweisen.
Hierzu kommen zahlreiche Co-Working bzw. Mietbüros mit wohlklingenden Namen wie „Beletage“, „Beton Office“, „Heartbeat Office“, „Erker Office“, „Kreis Office“ oder gar „Babykonfi“, womit selbst für die Kinderbetreuung der „Werthies“ von unter einem Jahr bis zu drei Jahren gesorgt ist, während deren Eltern entspannt co-worken und Businesstermine wahrnehmen können.

Das Wertheim biete allerdings genauso Raum zum (Er-)Leben, manchmal brauche man einfach einen Ort, an dem man sich, trotz Arbeit, wie zu Hause fühlen dürfe, so lautet es auf der zugehörigen Homepage. Hierzu dienen zwei großzügig möblierte Apartments, das „Chief Apartment“ und das „Team Apartment“, von denen letzteres heute unser WE ARE CITY-Zuhause ist, die in entspannter Atmosphäre und bester Lage zeitgemäß mit hochwertigen Vitra-Möbeln ausgestattet sind. Bleibt noch die Möglichkeit des „Erlebens“ im Wertheim zu beschreiben. Hier sind die zahlreichen Events der „Creative Couch“ zu nennen oder auch „Yoga-Sessions“, die von jedermann wahrgenommen werden können und das Wohlfühlen komplettieren. Termine hierzu sind über den Wertheim-Blog zu erfahren.

Während der Führung bewegt sich das WE ARE CITY-Team über knarzende Treppen eines wunderschönen großen Holz-Treppenhauses, seitlich gehen massive Holztüren mit hübschen Intarsien-Arbeiten in verschiedene Etagen ab, dazwischen mischen sich minimalistisch-stylische Wände in Betonoptik und transparent-helle Glaswände als Raumunterteilung der Büros. Es mischt sich modernes mit traditionell Architektonischem. Besonders hervorzuheben sind die hochwertigen Kunstwerke, die hier galerieähnlich die Wände der Büros und auch des Treppenhauses gestalten. Wirklich überrascht zeige ich mich beim Anblick eines meterhohen, streetartig wirkenden „Jim Avignon“-Bildes oder auch von Werken des Künstlers „Mendic“ sowie eines orangebunten Kulli-Gemäldes der fotorealistischen und überdimensionalen Zeichnung eines Goldfisches des japanischen Artists Kanakondo.

Ich reiße meinen Blick los und folge der munteren „WE ARE CITY-Prozession“ weiter durchs Haus. Zuletzt erreichen wir die Lounge und Terrasse im Erdgeschoss und bombardieren Oliver mit Fragen zur Idee und Entstehungsgeschichte des Wertheims, die er lässig mit einem Espresso in der Hand und genauso wie wir entspannt in den kubenartigen Vitra-Alkoves ruhend, locker beantwortet. So erfahren wir z.B., dass das Wertheim deshalb „Wertheim“ heißt, weil Olivers Vater aus der gleichnamigen Stadt Wertheim stammt, und ihm der Name des Familien-Unternehmens gewidmet ist. Auch hören wir, dass der Startschuss zum Wertheim bzw. zur vollständigen Renovierung und Sanierung des Hauses 2012 fiel, nachdem bei einem Tisch-Gespräch beim „Spanier um die Ecke“ ein Gast von den Plänen zum damals angestrebten Boardinghouses hörte und den Verkauf des Gebäudes schließlich an die Wertheim-Gründer vermittelte. Die Baustelle war zunächst groß: Brandschutzbedingungen mussten eingehalten werden, ein Aufzug wurde in das alte Gemäuer integriert, die wunderschön-wertigen Aspekte wie das hölzerne Treppenhaus und die Außenfassade blieben bewusst erhalten, ein ganzes architektonisch-modernes neues Stockwerk mit Atrium im Dachbereich wurde aufgesetzt. Heute erstrahlt das Wertheim in besonderem Glanz und hat seit ca. zweieinhalb Monaten seine Pforten für jedermann geöffnet. Wir fühlen uns direkt wohl in „dem stylisch-modernen Bauwerk mit der gewollten Gemütlichkeit eines Kölner Traditionsbrauhauses“, wie es Oliver schmunzelnd beschreibt.

Nach Rückkehr in unser Team-Appartement startet auch bei uns der Workflow, am gemütlich großen Holztisch halten wir unser Team-Meeting ab, bei dem es, wie bei „WE ARE CITY“ gewohnt, vor aktuellen und zukunftstragenden Ideen für den Blog und das WE ARE MAKERS-Projekt nur so sprudelt.

Wunderschön schließen wir danach den gemeinschaftlichen Wertheim-Tag mit einem selbstgekochten Abendessen ab. Zuletzt lassen wir uns noch mit einem Gläschen Wein in der Hand auf den dicken, flauschigen Wollteppich der Sitzlandschaft nieder, wo bei Kerzenschein niemand in der Stimmung ist aufbrechen zu wollen, sondern jeder seinen Gedanken zum Erlebnis und der Inspiration am heutigen Tag träumerisch nachhängt.

Eure Steffi, Athenea & Euer Simon