Wir raven uns schlank: Techno Aerobic mit Leni Wolf

Text: Charlotte Ebert / Fotos: Athenea Diapoulis & Simon Hariman

Kennt ihr von früher noch diese Aerobic Kurse im Fitness-Studio, zu denen man voller Vorfreude hingegangen ist, weil man sich mal so richtig auspowern wollte? Nun ja, bei mir endete das immer gleich: Entweder ich war frustriert, weil ich mir die Choreo nicht mehr merken konnte und kaum mitkam. Oder ich konnte die Choreo, aber die mittel-laute und mittel-coole Musik hat jeglichen Spaß am auspowern gedämpft. Also wirklich glücklich gemacht haben mich diese Kurse nie, weshalb ich Aerobic dann irgendwann ad acta gelegt habe. Aber meine Meinung sollte sich ändern!

Denn vor ein paar Tagen wurde ich bei Facebook auf ein Event aufmerksam: Techno Aerobic. Aerobic meets Techno Musik. In nem Club. Hier in Köln. Klang gut, hin da! Und so fand ich mich letzten Donnerstag mit zehn anderen Aerobic-affinen Menschen im Club Reineke Fuchs wieder. Schön zentral gelegen das Ganze, kommt also jeder gut hin. Es war erstmal ungewohnt, unter der Woche in einen leeren Club zu gehen. Alles ist so leer und der Boden klebt nicht. Auf einmal wundert man sich, dass gefühlte eine Millionen Menschen auf so eine Tanzfläche passen. Eine kleine versteckte Ecke mit Vorhang dient als Umkleide. Klappt total gut, ich hatte nur einen Spanner: Ein leeres Bierglas, ein Überbleibsel von Karneval.

Trainerin Leni war noch beim Sound-Check, fand aber trotzdem die Zeit, jeden Aerobicaner strahlend zu begrüßen. Kurz darauf ging es los: Das Licht wurde gedämpft, es wurde dunkler und schummriger. Techno Musik wummerte aus den Boxen. Totale Clubatmosphäre wie man es kennt und wie es zum Tanzen einlädt. Doch jeder ekstatische Rave erfordert ein Warm-Up. Das Vorglühen mit vollem Körpereinsatz sozusagen. Schon nach zehn Minuten muss ich mir die ersten Schweißperlen von der Stirn wischen. Warm genug geht es in die Hauptphase, das Lernen der Choreo. Die Musik stammt von Leni und ihrem Freund Pfeiffer oder Faris Hilton. Zusammen mischen sie Lieblingstracks zu Sets, die ordentlich pushen. Das Set „Ab nach vorne“ macht seinem Namen alle Ehre. Die Choreo hat man schnell drauf und dann heißt es nur noch: Party, Party, Party! Die Musik, die blinkenden Visuals an der Wand und tobende Raver, die sich völlig auspowern. Plötzlich war ich nicht mehr in nem Fitnesskurs, sondern einfach im Club.

Nach einer guten Stunde holt Powergöre Leni uns mit einem Cool-Down wieder auf den Boden der Tatsachen: Wir sind in nem Fitnesskurs und jetzt geht’s an die Speckröllchen am Bauch. Also Matten raus und sit-up, sit-down, sit-up, sit-down. Zum Schluss noch ne Pilatesfigur und dann war’s auch schon vorbei.

Ich verlasse den Reineke Fuchs wie sonst am Wochenende: Verschwitzt, müde und beglückt. Statt dem üblichen Kater nach dem Feiern habe ich einen Muskelater, der mich zwei Tage besucht. Aber diese Art von Schmerz nimmt man ja bekanntlich gerne auf. Es erinnert einen daran, dass man etwas für seine Gesundheit getan hat.

Wie es zu der Idee von Techno Aerobic kam, erzählt Leni mir ein paar Tage später in der Leuchte Kaffeebar. Es ging ihr ähnlich wie mir im Fitness-Studio: Bei Aerobic Kursen fehlte ihr die gute Musik. Sie konnte sich nicht so auspowern, wie sie gerne wollte. Es lag auf der Hand, dass die gelernte Tanzpädagogin ihr eigenes Ding machen musste. Und so wurde Techno Aerobic geboren. Der Club Reineke Fuchs gab ihrer Idee ein Zuhause, aber auch im Center of Dance Arts in der Südstadt gibt die Frau von Fach Kurse. Außerdem plant sie für den Sommer, an den Decksteiner Weiher und an den Rhein zu gehen. Überall sollen feierwütige Sportler bei guter Musik und einfachen Bewegungen ihr Herz spüren und die Muskeln stählern.

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Wer wissen will, wo und wann man mit Leni raven kann, folgt ihr am besten auf ihrer Facebook-Seite. Dort hält sie auch einige Specials parat!

Eure Lotte & Athenea und Euer Simon