Fünf coole Kneipen, denen ihr einen Besuch abstatten solltet

Ein kleiner Kneipen Guide

Texte: WE ARE CITY / Fotos: Auf ein Kölsch

Vom 15. bis 19. Juni 2017 ging der Kölner Fotograf Ben Hammer, zusammen mit einem großartigen Team, auf Kölschtour. Im Gepäck hatte er seinen Blog "Auf ein Kölsch". Dort geht es um Kölner, die Ben in ihren Lieblingskneipen trifft. Es sind Dates, nur ohne amouröse Hintergedanken. Der Fotograf und seine Kölschdates verbringen einen Abend gemeinsam bei ein paar kühlen Hefegetränken und anschließend schreibt Ben persönliche Geschichten dazu. Es ist authentisch und herzlich. Nun zog er mit insgesamt 25 ausgewählten Portraits durch fünf coole Kneipen von Köln. Wir begleiteten das Team von Auf ein Kölsch während der Tour und möchten mit diesem Mini Guide nun die Kneipen noch mal vorstellen. Denn: Die sind ganz großes Kino! Prost!


Little Lui
Luxemburger Strasse 41-43

Die gemütliche Eckkneipe im Kwartier Latäng wird von Cem Yilmaz betrieben, den viele Partygänger in der Stadt als DJ Cem von der HipHop Partyreihe Beatpackers kennen. Im Little Lui laufen neben HipHop aber auch Rap und Reggae am DJ Pult und über die Theke geht neben Kölsch auch ein ziemlich anständiger selbstgemachter Mexikaner, der sich scharf und frisch den Schlund hinunterkippen lässt.

Ins Little Lui würde ich immer dann gehen, wenn ich Lust auf eine coole Bar habe, die mal nicht im Belgischen Viertel oder Ehrenfeld liegt, denn dort ist es gerade am Wochenende oftmals übertrieben laut, man wartet zu lange auf Drinks und entspanntes Stehen oder Sitzen kann man sich wegen überfülltem Rumschubsen im Laden abschminken. Im Little Lui ist es entspannter, man trifft ebenso trendy Leute (wem das wichtig ist) und Eckkneipen haben an sich schon etwas Sympathisches. Wer mag, kann auch entspannt vor der Kneipe abhängen, denn auch die Luxemburger hat einiges zum Gucken und Gesehen werden. Außerdem ist es nicht weit zur nächsten Dönerbude, zum Kiosk oder Clubs. Der Veedel Club zum Beispiel liegt quasi direkt daneben. Deswegen ist das Little Lui ein echter Geheimtipp in der Stadt und deshalb sollte man dort öfters das Feierabendbierchen trinken und den Abend ins Eskalationsland starten.

Stiefel
Zülpicher Strasse 18

Freitagabend – junge Gesichter tummeln sich auf der Zülpicher Straße. Unser heutiger Zielort befindet sich mitten im Geschehen der Kölner Neustadt-Süd: Die Kultkneipe STIEFEL. Schon die Fassade der Hausnummer 18 lässt uns schnell unsere allwöchentlichen To-dos vergessen. Ganz plötzlich fühlt man sich an Alice im Wunderland meets StreetArt erinnert. Statt des Kaninchenlochs genügt uns aber die Tür – also rein ins Getümmel!
Wer schnöselige, auf’s kleinste Detail hergerichtete Bars nicht mehr sehen kann, ist hier genau richtig. Zwischen mit Edding beschrifteten Wänden, unzähligen Barhockern und Kickern finden sich Leute ein, die sich nicht verstellen oder verkleiden wollen. Vielleicht ein kleines bisschen ranzig, aber charmant! Aus den Lautsprechern dröhnt TNT und Stephan, der Besitzer, schiebt mir an der 11 Meter langen Theke ein frisch gezapftes Kölsch rüber. Sobald der erste Durst gestillt ist, gehen wir auf Entdeckungstour: Der Laden ist überraschend groß, witzig verwinkelt und bis an die Decke mit Sticker beklebt. Doch sollte man sich nicht von der herrlich unaufgeregten Inneneinrichtung täuschen lassen – Matthieu zaubert an der Bar die besten Cocktails des Veedels.

Stapel.bar
Heliosstraße 35-39

In der Stapel.bar ist der Name wirklich Programm: Statt Bänken und Tischen findet man vor allem viele gestapelte Paletten vor. Was improvisiert klingt, ist aber sehr gekonnt umgesetzt. Mit gemütlichen Kissen, Dekoration und Beleuchtung ist ein schicker Wohlfühlort entstanden. Und wie Ben ganz richtig sagt: „Es gibt kaum eine Bar in Köln, wo du so einen so entspannten Hinterhof findest.“ Im Sommer also der perfekte Ort, um mit Freunden ein Kölsch oder einen der gutaussehenden Cocktails zu genießen. Wer dabei in Partylaune kommt, hat das Helios37 praktischerweise direkt nebenan – wirklich nur eine Tür weiter!

Kölschbar
Linden Strasse 56

Es war mein erster Besuch in der kölschen Bar am Ende des Belgischen Viertels und vermutlich nicht mein Letzter. Betritt man die Bar, wundert man sich nicht über – den vorerst herrschenden – Flair einer Altmännerkneipe, wenn man sich den dunkel hölzernen Tresen ansieht und die dazugehörigen Hocker, die davor in Reih und Glied stehen. Sieht man sich aber weiter um, entdeckt man auch eine Discokugel, einen Kickertisch und eine gemütliche Sitzecke aus Europaletten.
Der sympathische Ben Hammer, der zum vierten Mal auf ein Kölsch einlädt, schwirrt durch die trinkende Menge und begrüßt alle Kölschfans. Seine Fotografien und Interviews von Menschen, die ihre Kölsch-Erfahrungen erzählen, darf man sowohl auf den Barocktapeten der Bar bewundern, als auch an der Außenwand der Kneipe.

Grünfeld
Brüssler Strasse 47

Die Kneipe im Belgischen Viertel ist Ben Hammers Lieblingskneipe und bildet nicht umsonst den Abschluss der fünftägigen „Auf ein Kölsch“-Tour. Denn hier gibt es jedes Kölsch am Montagabend für nur 1 Euro. „Man kann hier einfach super gut draußen sitzen und ist direkt mitten im Geschehen“, erzählt Ben. Besonders für heiße Sommertage, wie heute, ist das natürlich ein echter Pluspunkt. Das Grünfeld hat eine große überdachte Terrasse mit langen Holztischen, an denen mal schnell mit seinen Tischnachbarn ins Gespräch kommt. Doch auch im Innenbereich ist so einiges los: Vor allem Kicker-Freunde kommen im hinteren Bereich der Kneipe auf ihre Kosten und können an zwei Kicker-Tischen ihre Turniere ausfechten. Das Besondere am Grünfeld ist dabei wohl auch der ungewöhnliche Schnitt der Räume. Die Kneipe im Belgischen Viertel hat nämlich gleich zwei Eingänge: Den Offiziellen auf der Brüssler Straße und einen weiteren mit Zugang von der Aachener Straße. Wer also einfach mal klamm heimlich zur Party dazu stoßen möchte, nimmt einfach den Schleichweg über den zweiten Eingang, zockt eine Runde Kicker und arbeitet sich langsam bis zur Bar und zum Terrassenbereich vor.

Eure Charlotte, Vanessa, Elena, Jill & Nicole*
*(Name in Reihenfolge der Kneipenbesuche und Texte)

Entstanden in Kooperation mit Auf ein Kölsch