Der Club, in dem schon deine Eltern rumgeknutscht haben könnten: 50 Jahre das ding!

Text: Charlotte Ebert & Fotos: Athenea Diapouli-Hariman & Das Ding

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Es gibt Clubs in Köln, an denen kommt man in seiner Laufbahn als Student oder junger Mensch nicht vorbei. Oder anders gesagt: Es gibt Bars und Diskotheken, in denen muss man mal gefeiert haben. Der Studentenclub “das ding” ist einer dieser Läden. Ich würde behaupten, fast jeder Kölner kennt mindestens eine gute Geschichte, die beim Feiern im ding passierte. Oder hat selbst an einer mitgeschrieben. Ich habe einige auf Lager und meine Lieblingsgeschichte geht so:

Ich bin mit meinen Freundinnen Steffi und Larissa im Club feiern. Wir trinken, lachen, tanzen. Neben uns feiert eine Gruppe Jungs und Mädels. Ein Kerl fällt mir auf, er ist groß hat ein schönes Lachen. Ich will ihn mit einer meiner Freundinnen verkuppeln und quatsche ihn an. Michi heißt er. Zwei Stunden später feiern wir alle zusammen und verlassen gegen 5 Uhr die Disko. Noch in den Venus Celler? Ne, heute nicht. Lieber ‘ne Pommes und noch ein bisschen miteinander quatschen. Aus meiner Verkupplungsaktion ist nichts geworden. Aber im Oktober 2010 haben Steffi, Larissa, Michi und ich den Grundstein für eine Freundschaft gebaut, die bis heute hält.

Die ersten Freibiere wurden im ding ausgeschenkt

Seit 1968 wird auf dem Hohenstaufenring zwischen Zülpicher Platz und Designerläden unter der Woche und am Wochenende angestanden, um bei Freibier, Gin Tonic für 1 Euro und anderen Getränkespecials dem Studentenleben zu frönen. Was macht den Zauber des Ladens aus, sind es die günstigen Preise? Ist es die leichte Art zu feiern?
Vielmehr ist es die Philosophie von Claudia Wecker und Bernd Hahne, den Geschäftsführern von das ding: „Wir haben schon immer Parties geplant, ohne dabei unsere Identität zu verlieren,“ erklärt Claudia. Jede Party der letzten 30 Jahre kommt von den beiden. Bevor Claudia 1989 an der Garderobe anfing, Jacken entgegenzunehmen und Bernd als DJ hinter dem Pult stand, feierten sie selbst wilde Nächte im Ding. Claudia redet schnell und viel, Bernd ist ausgeglichen ruhig. Zusammen sind sie wie ein altes Arbeitsehepaar:

Sie ergänzen sich perfekt. 1993 übernehmen sie die Betriebsleitung. 1995 treffen sie nur eine von vielen unkonventionellen Entscheidungen, die Teil der Partyvision sind: Als erster Club im Viertel gibt es Dienstagabend zwei Stunden Freibier. Sofort war der Laden auch unter der Woche gut besucht. Eigentlich ging man in den 90ern dienstags nämlich nicht aus. Anfang der Nullerjahre folgte eine weitere Entscheidung, als der damalige Resident DJ Freddy Abels die Idee hatte, eine 90er Trash Party zu machen. Claudia und Bernd glaubten nicht an das Konzept. Dennoch ließ das Duo Freddy probieren. Und siehe da: Backstreet Boys und Captain Jack kamen sehr gut beim Publikum an, der Club war brechend voll. Heute veranstaltet Freddy Abels die Trash Island. Neugierde und Experimentierfreudigkeit treiben Claudia und Bernd an. Trends spürt das Team auf, um dann auf Gegensätzliches zu setzen: In keinem Club in Köln würde Apfelkorn sich verkaufen. Im Ding funktioniert es, auch neben Gin Tonic und Kölsch.

BigD und der Rückwärtsdeckel

Auch wer dem Zauber vom Studentenclub mittlerweile entwachsen ist, erinnert sich gerne an die Zeit zurück. So wie BigD, der im wahren Leben anders heißt, seinen richtigen Namen aus der Geschichte jedoch heraushalten möchte: „Ich habe 2005 im Alter von 35 Jahren mein Studium begonnen, als ich zum ersten Mal zu Gast im ding sein durfte. Bis 2010 war ich zwar des Öfteren, aber unregelmäßig zu Gast. Nachdem ich mit meiner Diplomarbeit begonnen habe, hatte ich jedes Wochenende Zeit, um meinen Stress im ding abzubauen.“ Um seine Bedienung an der Theke zu vereinfachen, ließ BigD sich den „Rückwärtsdeckel“ einfallen: Am Eingang gab er einen Schein ab. Von dem wurde das Guthaben im Wert der Getränke abgestrichen und bevor BigD sich verabschiedete, wurde abgerechnet. „Heute nutze ich diesen nicht mehr, da mich und den Rückwärtsdeckel niemand mehr kennt,“ sagt er. Manchmal vermisst BigD die abwechslungsreiche Musik noch. Dann besucht er das ding noch heute und zieht wie zu seinen aktiven Zeiten den Altersdurchschnitt „massiv nach oben“.

Die gleichen Liebesabenteuer wie vor 30 Jahren

Offenheit und Toleranz, auch das gehört zur Identität von das ding: „Es ist egal, wo du herkommst, Hauptsache du benimmst dich“, erklärt Claudia. Das war vor zehn oder zwanzig Jahren so und wird immer so bleiben. Mittlerweile haben die verschiedensten Generationen und Nationen hier gefeiert und gearbeitet. Zwar gehen Studenten heutzutage nicht mehr drei bis viermal die Woche aus, weil sie anders studieren und schneller fertig sein müssen. Aber inhaltlich geben die jüngeren Generationen genauso Gas wie früher. Es sind immer noch die gleichen Spielchen, die gleichen Flirtereien, die gleichen Abenteuer und Dramen. Dennoch gibt es einen Punkt, der Claudia und Bernd zutiefst ärgert: Man wird schnell als ‚Nazi‘ tituliert, wenn jemand mit Migrationshintergrund kein Einlass bekommt. Fakt ist: Jeder, der um die 18 Jahre aussieht, wird in dem Club kontrolliert. Und als potenzieller Unruhestifter hat man auch keine Chance. „Man wird angeschwärzt, nur weil man seinen Job macht“, kritisiert Bernd diese gesellschaftliche Entwicklung. Oftmals habe man keine Chance.

Wer führt das ding in die Zukunft?

Natürlich lässt diese Kehrseite des Geschäfts die beiden nicht davon abhalten, weiterhin Spaß an Studenten und andere Feierwütige zu verkaufen. Gerade haben sie neuen Mietvertrag abgeschlossen: Er hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Das ist eine lange Zeit, um Partykonzepte zu entwickeln, neue Drinks zu kreieren und weitere unkonventionelle Ideen zu tragen. Die Motivation und das Team sind parat, nur einer fehlt Claudia und Bernd: Ein Betriebsleiter, der mit ihnen ins nächste Jahrzehnt wächst. „Jemand, der mit Spaß, Neugierde und Experimentierfreude unser Vermächtnis fortführt!“ sagen sie.

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Das runde Jubiliäum wird im ding im Dezember mit einer großen Jubiläumswoche gefeiert. Es wäre doch an der Zeit, wenn wir alle die dort gefundenen Freundschaften, Liebschaften und Partyanimals einpacken, den ikonischen Club richtig hochleben lassen und neue Bekanntschaften machen. Dann behält der Club seine bunte und authentische Identität und wird niemals alt.

Eure Charlotte & Athenea

Studentenclub das ding
Trash Island

*Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit Gaffel.