Kunst: "eine kleine werkschau" zeigt Andalusiens Berge und die Schönheit des Sauerlandes

Text: Vanessa Schaefer & Fotos: Beatriz Montilla

Am Rande des Trubels der internationalen Einrichtungsmesse imm cologne und der Kölner Interior Design Week PASSAGEN startete mitten im Belgischen Viertel die intime Pop-Up-Ausstellungsreihe eine kleine werkschau. Alle drei Monate können unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler an wechselnden Orten einige Tage lang ausstellen.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe bilden das Künstlerduo Ana Motjér und Oliver Schneider sowie die Fotografin Beatriz Montilla im herrlich unkonventionellen Restaurant/Konzeptraum Greencard. Neben der optisch-ästhetischen Erfahrung sorgen ökologisch und fair gehandelte Leckereien vom Nippesippi-Kochteam für das kulinarische Wohl sowie verschiedenste Musiker und DJs für das richtige Klangumfeld. Mit eingängigen Beats im Ohr und ohne knurrenden Magen lässt sich Kunst schließlich besser genießen.

Vom 17.01. – 20.01.2018 zeigten die in Köln wohnhaften Künstler aufwendige Holzschnitte, Nähzeichnungen und dreidimensionale Acrylarbeiten. Anders als anderen Ausstellungen stehen die ausgewählten Exponate unter keiner einheitlichen Thematik. Kurator Arne Clasvogt erklärte uns, dass er bei der Auswahl neben dem qualitativen Anspruch auch auf Sympathie und Persönlichkeit achtete. Das Ziel sei es, dass ganz unterschiedliche Kunstwerke und -techniken aufeinandertreffen.

Eine kleine werkschau soll nicht verkopft sein. Wir machen es einfach so, wie wir es gerne hätten.
— Arne Clasvogt, Kurator und Teil des Nippesippi-Kochteams

Im Gespräch mit der gebürtigen Andalusierin Beatriz Montilla erfahren wir, dass ihre Acrylarbeiten die andalusische Berglandschaft Sierra Nevada darstellen. Ohne die Verwendung von Farbe erzielen variierende Höhen unterschiedliche Licht- und Schattenstellen, der Eindruck von tonaler Abstufung wird vermittelt. Die in Rosa getauchten oder ganz in Weiß gehaltenen Exponate wecken dabei die schönsten Kindheitserinnerungen Montillas. Schon als kleines Mädchen besuchte sie mit ihrem Großvater das Gebirge, um das beeindruckende Farbphänomen bei Sonnenaufgang zu bestaunen.

Während ich die Werke schaffe, habe ich das Gefühl, wieder mitten in den Bergen zu sein.
— Beatriz Montilla, Künstlerin

Im Gegensatz zu den Arbeiten der andalusischen Künstlerin wirken die Drucke und Nähzeichnungen von Ana Motjér und Oliver Schneider auf den ersten Blick sehr verschiedenartig. Ihre Gemeinsamkeit versteckt sich im künstlerischen Prozess: Alle Arbeiten sind gleichermaßen von beiden Künstlern. Ihre Ehe und künstlerische Partnerschaft versteht das Paar als vollkommene Symbiose. Er zeichnet, sie näht, sie fotografiert und er fertigt den entsprechenden Holzschnitt an. Dabei wird das Sauerland die Kulisse, wenn Digitales sich wieder in Analoges verwandelt.

Es geht um die Menschen, um die gemütliche Atmosphäre und die Kunst – und nicht ums Kommerzielle.
— Najette, Besucherin

Die Vernissage hielt, was sie verspricht: Eine gemütliche Ausstellung fernab von kühlen und überfüllten Galerien. Die Besucher wollten sich austauschen, leckeren Weißwein schlürfen und ganz unbefangen über Kunstwerke philosophieren.

Eure Vanessa & Beatriz