Jills Restaurantguide: lecker Jemös und selbstgebrautes Bier im Brauhaus Johann Schäfer

Text: Jill Gräb & Fotos: Jörn Strojny

Eine Stadt, zwei Mädchen und fünf Fragen
Restaurants gibt es in Köln wie Sand am Meer und es ist Zeit, ein wenig Ordnung in die Sache zu bringen!
Daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, mit einer Serie die Essenskultur in unserer Stadt zu erproben und zu erforschen. Wir, das sind Tina und ich, Jill mein Name. Wir möchten euch mitnehmen auf unsere kulinarische Erlebnisreise durch Köln und seine hippe, angesagte, exotische und leckere Restaurantwelt. Alle zwei Wochen könnt ihr hier die Review lesen. Ausgewählt haben wir die jene Restaurants, die in unseren Augen am interessantesten, vielfältigsten, aber auch hippsten erscheinen. Es sollen verschiedene Nationalitäten gekostet und verschiedene Orte Kölns besucht werden, die ganz unterschiedliche Bedürfnisse unserer Augen und Münder erfüllen.

Heute geht’s ins Brauhaus; aber nicht irgendeins, sondern ins hippe Johann Schäfer. Die frühere Spedition befindet sich ums Eck vom Chlodwigplatz und wirbt mit deftigen Trinkhilfen (kleine Häppchen), köstlichem regionalen Jemös, allerlei Geschmortem, und artgerecht gehaltenem Fleisch – am Knochen oder nach alter Schule. Aber auch mit selbst gebrautem Pils und Weizen. Also, hoch die Gläser!

Wie ist die Atmosphäre?
Jill: Es war voll, dadurch laut, aber es war eine sehr gesellige, ausgelassene Stimmung. Es gab ein ganz bunt gemischtes Publikum, also von jung bis alt, von alternativ bis schick.
Tina: Das Interieur ist schon mega besonders. Allein, weil es ein denkmalgeschütztes Gebäude ist. Ich liebe die Kacheln und die offenen Backsteinwände... dieses urige, gemütliche, aber trotzdem stylische. Das gedämmte Licht fand ich auch sehr passend zu diesem Style, das gibt dem ganzen so eine süffige Atmosphäre.

Wie fandet ihr das Bier?
Jill: Ich hatte das Kellerbier und fand es sehr süffig, es schmeckte aber nicht so anders als das Pils, das ich auch sehr lecker fand.
Tina: Da ich sehr selten Bier trinke, war ich echt begeistert, weil das Johann Schäfer Pils für mich super im Geschmack war, da es ein leichtes, mildes Pils ist.

Das essen und trinken wir:

Südstadt Pils: 2,50€
Johann Schäfer Kellerbier: 2,90€
Chlodwig Weizen: 2,80€/4,20€  
              
Gehacktes Tatar: 11€
Gerösteter Blumenkohl: 9€
Johanns Roulade: 13€
Lauwarmer Endiviensalat: 10,50€/kl. 6€
Salat aus Berglinsen: 8,50€/kl. 5€
Fenchel Salat: 8,50€/kl. 5€
Handgeschnittene Pommes: 3,90€
Geschmorte Süßkartoffel: 4,90€

Pflaumenstreusel: 3,50€
Omas Schokopudding mit Vanillesoße: 3,50€

Was war dein kulinarisches Highlight und warum?
Tina: Mein absolutes Highlight war dat Jemös, wie der Kölner so schön sagt; der geröstete Blumenkohl mit der crunchigen, deftigen Soße, die mit ihrem Rosinen-Schwarzbrotjus gegen jede Bratensoße ankommt. Außerdem war das Tatar eine echte Überraschung. Da hab ich mich zum ersten Mal ran gewagt und als Trinkhilfe ist es ein super Start in den Abend. Auch unsere Augen wurden verwöhnt mit den bunten Emaille Schalen.
Jill: Ich fand viele Sachen sehr gut, weil jedes Essen so konzipiert war, dass es einen gewissen Geschmackskick gab. Die Soßen waren sehr gut, vor allem die von der Roulade war schön dickflüssig und deftig. Und der Endiviensalat war toll; mit den Komponenten: Speck, Kartoffelwürfeln und dann das Ei mit der Senfsud. Das war einfach ein Geschmackserlebnis.

Wie war der Service?
Tina: Superfreundliche Bedienungen, wir wurden auch ganz cool beraten. Und was auch mega sweet ist, dass der Nachtisch in Anlehnung anfrühere französische Dessertwagen an die Tische gebracht wird und dann können die Gäste sich eins aussuchen.
Jill: Obwohl es voll war und dort sehr eng ist, hatten die Kellner absolut den Überblick, waren freundlich, aber dabei auch authentisch.

Mit welchem Gefühl gehst du nach Hause?
Jill:
Es hatte diese Feierabendatmosphäre mit gutem Essen und gutem Pils. Ich geh definitiv mit einem guten Gefühl nach Hause.
Tina: Leicht beseelt. Ich hab ein leckeres Bier getrunken. Sehr gesättigt von deftigem Essen. Ja, es war einfach ein schöner Ausflug.

Dem Besitzer, Till Riekenbrauk, stellten wir auch zwei Fragen.
Wie kamst du auf die Idee das Johann Schäfer zu eröffnen?
Till:
Ich war auf der Suche nach einem Objekt für den Laden Ein und bin über diese alten Speditionshallen gestolpert. Ich bin hier in der Südstadt geboren und tausend Mal an diesem Haus vorbei... und man guckt einfach. Dann waren wir uns mit dem Vermieter direkt sympathisch und dann haben wir relativ zügig – in zweieinhalb Jahren – hier dieses Konzept reingesetzt. Und warum Brauhaus? Das hat einmal damit zutun, dass ich mich eh schon länger mit dem Thema Brauen beschäftigt hab, aber auch, weil uns dieses Gemäuer eigentlich diktiert hat, was hier reinkommt.

Was unterscheidet euch von anderen Restaurants?
Till:
In erster Linie unterscheiden wir uns von manchen – nicht von allen – dadurch, dass wir das Thema Handwerk total pushen und unsere Philosophie komplett danach ausrichten, das Bier handwerklich herstellen, unser Essen handwerklich produzieren, unsere Lieferanten unter diesem Aspekt auswählen... dass die Tische hier von Schlosser handwerklich hergestellt wurden. Selbst unsere Bierdeckel sind gerade als Künstleredition von einem Kölner Künstler gemalt. Wir versuchen hier überall Handwerk zu zelebrieren und damit kann ich mich identifizieren.

Johann Schäfer
Elsaßstraße 6
50677 Köln

Öffnungszeiten:
Täglich ab 17:00 Uhr
Die Küche schließt aktuell schon um 21:30 und das Brauhaus um 22:00

Eure Jill, Tina & Jörn

Jills Restaurantguide ist eine Serie, die alle zwei Wochen auf wearecity erscheint.
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