Jills Restaurantguide: Das Tigermilch – köstliche Pisco Sour und moderne peruanische Küche

Text: Jill Gräb & Fotos: Jörn Strojny


Restaurants gibt es in Köln wie Sand am Meer und es ist Zeit, ein wenig Ordnung in die Sache zu bringen!
Daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die Essenskultur in unserer Stadt zu erproben und zu erforschen! Wir, das sind Tina und ich, Jill. Wir möchten euch alle zwei Wochen mitnehmen auf unsere kulinarische Erlebnisreise durch Köln und seine hippe, angesagte, exotische und leckere Restaurantwelt.
Ausgewählt haben wir die zehn Restaurants, die in unseren Augen am Interessantesten, Vielfältigsten, aber auch Hippsten erscheinen. Es sollen verschiedene Nationalitäten gekostet und verschiedene Orte Kölns besucht werden, die ganz unterschiedliche Bedürfnisse unserer Augen und Münder erfüllen.

Das Tigermilch ist ein recht verstecktes Restaurant im Belgischen Viertel, das mit alternativer peruanischer Küche wirbt. Was auf Streetfood-Märkten begann, ist nun ein gemütliches und gleichzeitig modernes Restaurant, in dem man nicht nur leckeren Pisco (traditionellen peruanischen Weinbrand) trinken und frisches Ceviche (peruanisches Fischgericht) essen kann, sondern noch so viel mehr. Wir freuen uns dieses Mal auf einen modernen südamerikanischen Abend und sind gespannt auf ganz neue Geschmackserlebnisse.

Wie ist euer erster Eindruck?
Jill:
Dieses Restaurant sieht interessant aus. Auch, weil es einen Eckeingang hat. Es liegt in einer ruhigen Straße, deshalb fällt es nicht ganz so auf, aber wenn man reingeht, merkt man direkt: Hier ist was los. Denn im Eingangsbereich steht eine Bar und es gibt einen recht großen Essensbereich.
Tina: Da möchte ich gern reingehen, ich möchte mehr sehen. Es wirkt gemütlich, trotzdem auch stylisch und auf mich wirkt das Restaurant auch auf eine bestimmte Art und Weise entspannend.

Das haben wir gegessen und getrunken:  

Ceviche Classico 11,00€
Causa Vegetariana 6,00€

Anticuchos Classico (Rinderherzspieße) 7,00€
Lomo Saltado (flambierte Rindshüftwürfel) 10,50€
Pulpo a la Plancha (gegrillter Oktopus) 12,50€

 Yuca Frita (frittierte Maniokpommes) 4,00€
(Drei hausgemachte Soßen nach Wahl)
Croquetas de Quinoa (Quinoa-Zucchini-Kroketten) 4,50€
(Drei hausgemachte Soßen nach Wahl)

Huancaina Soße
Avocado Mayo
Salsa Criolla
Mango Salsa
Mayo Morada
Ajoli Limon
Salsa de Rocoto

Pisco Sour 7,50€
Viva con Agua 0,75 5,90€

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Was ist euer kulinarisches Highlight und warum?
Tina:
Ich kann gar nicht nur ein Gericht in den Vordergrund stellen, ich mag die Gesamtkomposition der Karte. Du hast einmal kaltes Essen mit den Ceviches, dann die Sparte ‚Warmes’ und ‚Knuspriges’. Mir hat Causa Vegetariana sehr gut geschmeckt, aus Kartoffelstampf, Avocado, Rote Beete, Möhre und Mayonnaise. Und das war auch wirklich schön angerichtet, wie ein kleines buntes Törtchen. Und das Ceviche, weil mein letztes Ceviche Erlebnis nicht so toll war und ich jetzt festgestellt habe, dass ich Ceviche doch sehr lecker finde, wenn es denn frisch ist, wie hier. Die Yuca Fritas sind in dem Sinne kein Special, aber ich fand diese sehr gut frittiert. Und wir haben uns an die Rinderherzspieße ran getraut und es nicht bereut.
Jill: Mein Highlight war definitiv das Ceviche. Es war mein erstes Mal und ich hatte das Gefühl, das es aus hochwertigem Fisch war und es hat diesen unglaublich frischen säuerlichen Geschmack. Auch die Konsistenz des rohen Adlerfischs war super, wobei ich auch nicht so auf rohen Fisch stehe, aber dieser hat mich überzeugt. Und ich fand die veganen Quinoa-Zucchini-Kroketten sehr lecker. Mein Dip Favorit war die Avocado Mayo.

Was ist euch besonders im Gedächtnis geblieben?
Jill:
Das peruanische Nationalgetränk Pisco Sour, ein Brand aus der Traube. Der erinnerte stark an den Whiskey Sour, steht dem aber in nichts nach. Und mir sind die Stoffservietten aufgefallen, die für mich einen bedeutenden Nachhaltigkeitseffekt haben.
Tina: Mir ist aufgefallen, dass diese typischen peruanischen Muster der Kissenbezüge sich auch im Raum wiederfinden lassen. Das gibt zum einen diese gemütliche Komponente, kombiniert mit einem urban wirkendem, hellen Raum. Im weitesten Sinne ist es der Peruaner für das jüngere Publikum.

Wie ist das Preis-/Leitungsverhältnis?
Tina:
Es ist kein Restaurant, wo man mal eben spontan reingeht, um nur satt zu werden. Man kann sich hier etwas gönnen, noch einen Cocktail bestellen und letztendlich ist das Preis-/Leistungsverhältnis aus meiner Sicht gerechtfertigt, weil jedes Gericht aus vielen verschiedenen Zutaten besteht und man die Hochwertigkeit des Essens auch an der Präsentation erkennt. 
Jill: Man kann hier auf jeden Fall ein bisschen mehr Geld ausgeben, weil man diese kleineren Portionen hat, – die mich an Mezze erinnern – die die Möglichkeit zulassen mehrere Gerichte auszuprobieren. Und es wird empfohlen, zwei/drei Gerichte zu bestellen. Aber aufgrund der Qualität des Essens finde ich den Preis gerechtfertigt.

Mit wem würdest du hier essen gehen?
Tina:
Das Tigermilch wirkt auf mich wie ein Restaurant, das man mit einer geselligen Runde besucht, einer größeren Gruppe. Weil es viele kleine Portionen gibt und viele verschiedene Dips, die auch zum Teilen anregen und natürlich in Verbindung mit der Bar ist das für mich schon ein sehr geselliges Restaurant. Ich kann mir auch vorstellen zu einem bestimmten Anlass, wie Geburtstag, oder Jahrestag hierhin zu gehen.
Jill: Dadurch, dass viele Tische im Raum stehen, geht es im Restaurant selbst eher laut zu. Daher finde ich auch, dass man in einer größeren Gruppe gut aufgehoben ist. Aber ich finde auch, dass man gut zu einem Dinner hingehen kann, weil das Restaurant schon eine gewisse Eleganz besitzt.

ZWEI FRAGEN AN DIE GESCHÄFTSFÜHRERIN ANNA:

Wie ist eure Philosophie?
Anna:
Mein Vater ist Peruaner, daher hat es einen familiären Hintergrund. Peru ist super vielfältig. In der Hauptstadt Lima selbst gibt super viele verschiedene sehr coole Gastronomiekonzepte. Und das ist es, was wir auch ein bisschen zeigen wollen. Wenn man sonst hier in Köln zum Peruaner geht, ist das meist ganz traditionell, viel Reis, viel Bohnen, sehr schweres Essen... aber Peru hat noch viel mehr zu bieten. Wir mögen die traditionellen Peruaner hier in Köln, wollten aber selbst was Moderneres, Vielfältigeres zeigen. Mit dem Klischee aufzuräumen ist so ein bisschen unsere Idee gewesen und unsere Philosophie, wenn man so möchte.

Warum der Name Tigermilch?
Anna:
Tigermilch ist die Übersetzung von Leche de Tigre. Das ist die Marinade vom Ceviche, also der Sud aus der Limette und man sagt halt, das ist wie Tigermilch, weil es das Kraftspendende, das Aphrodisierende am Ceviche ist – ein bisschen wie das Gelbe vom Ei. Aber Tigermilch dann auch bewusst darum, weil es einfach und einprägsam ist. Es soll ja auch nah und persönlich sein und nicht zu assoziiert mit was ganz Abgehobenem. Der coole Tiger und der Tigerkopf als Logo dazu, macht uns selber Spaß. 

Tigermilch: Pisco Bar - Peru - Restaurant 
Brüsselerstr.12
50674 Köln

Öffnungszeiten: 
Montag Ruhetag
So - Do 18:00-23:00 Uhr 
Fr – Sa 18:00-01:00 Uhr

Eure Jill, Tina & Jörn

JILLS RESTAURANTGUIDE IST EINE SERIE, DIE ALLE ZWEI WOCHEN AUF WEARECITY ERSCHEINT.

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