Kaleo Sansaa: Wildes Herz mit tiefer Stimme

Text: Jacqueline Skvorc & Fotos: David Heyer

Kaleo Sansaa, eine junge Künstlerin aus Sambia. Sie hat uns nicht nur mit ihrer Wahnsinns Ausstrahlung direkt begeistert – auch mit ihrer wundervoll tiefen Stimme und ihrem besonderen Musikstil. Wir haben Kaleo im Café “WNDRFUEL” in der Kölner Innenstadt getroffen und uns von ihrer Geschichte verzaubern lassen.

26 Jahre ist sie jung und doch sieht sie aus, als wäre ihr Weg schon länger gewesen als der einer Mittzwanzigerin. Vieles hat sie schon geschrieben, gesungen, produziert. Vor Ingwerlimonade und Cheesecake sitzt Kaleo uns gegenüber und strahlt uns mit ihren großen Augen an. Geboren ist Kaleo in Sambia, und auch teilweise dort aufgewachsen. Ob sie aus einer musikalischen Familie kommt? „Nein, zum Gegenteil! Bei mir in der Familie ist niemand musikalisch, außer meine Oma.“ Von ihrer Oma war sie auch schon immer ein großer Fan. Kaleo ist christlich erzogen worden und war in der Kirche, und da natürlich auch in Omas Kirchenchor, immer von Musik umgeben. Daraus hat sich auch ihre Leidenschaft zur Musik entwickelt.

Meine Musik ist wie mein Tagebuch. Diese Stücke können von niemand anderem kommen.
— Kaleo Sansaa

Als Kaleo elf Jahre alt war, ist die Familie nach Deutschland gezogen. Alles war anders, alles war neu. Aber genau hier hat sie nach einigen Jahren angefangen, ihre „tiefe Stimme zu embracen“ und sich nicht mehr zu schämen, dass sie nicht wie die anderen Mädchen klingt. Sie wurde erwachsener, reifer und experimenteller. Und jetzt hat Kaleo ihren eigenen Stil gefunden. Sie macht ganz besondere Musik, die zum Träumen einlädt. Zum Reisen in eine andere Welt. Mit vielen Hip Hop Einflüssen, A capella-Elementen und im Indie-Soul-Stil hat Kaleo etwas geschaffen, das einmalig ist. „Meine Musik ist tief, sie ist wie mein Tagebuch. Diese Stücke können von niemand anderem kommen“.

Köln als musikalische Base mit vielen lieben Seelen

Nach ihrem Ethnologie- und Afrikanistikstudium an der Uni Köln war es endlich soweit: Im Juni dieses Jahres ist ihre EP “Purple Moon” erschienen. Viel Herzblut steckt in dieser Platte, viel Heimat und viel Experimentierfreudigkeit. „Ich habe mit meiner Gitarre und an der Loop-Station viel ausprobiert und so meinen eigenen Sound gefunden.“ Gerade tourt sie durch die Republik, tritt in Clubs auf und verbreitet ihren einzigartigen Sound bundesweit. In Köln hat Kaleo dabei ihre musikalische Base gefunden.

Die Musikszene in Köln ist so lieb, ich habe hier so wundervolle Freunde gefunden. Köln ist für mich wie ein freundliches Berlin.
— Kaleo Sansaa

Hier fühlt sie sich wohl und hat nicht das Gefühl, dass sie jemandem etwas beweisen muss. Die Kölner Musikszene findet auf Augenhöhe statt und es gibt in dieser Community so viele liebe Seelen – die möchte Kaleo auf keinen Fall mehr missen.

Soultrip-Poetry im Studio 11 – farbigen Künstlerinnen eine Bühne geben

Doch es gibt in ihrem Leben noch eine andere Leidenschaft: Poetry schreiben. Vor etwa einem Jahr hat sie “Soultrip-Poetry” gegründet. Kaleo wollte farbigen Künstlerinnen eine Bühne geben. Einen Raum, um die eigene Schreibkunst zu präsentieren, sich auszutauschen, zu vernetzen und inspirierenden Texten zu lauschen – und das „ganz ohne diesen Competition-Gedanken“. So etwas hat ihr in Köln gefehlt. Seit einem Jahr ist diese einzigartige Plattform regelmäßig im Studio 11 zu finden, das nächste Mal am 15. Dezember.

Und wer sich auch von Kaleos Musik verzaubern lassen möchte, kann zum Tour-Abschlusskonzert am 21. Dezember im Laden 1/3 in Ehrenfeld vorbeischauen. Danach wird das Wahlkölner-Stimmwunder erst einmal eine kleine kreative Pause einlegen, um im neuen Jahr richtig durchzustarten. Da stehen dann auf dem Programm: „Ein Album rausbringen, mich musikalisch satt essen und in Ruhe Poetry schreiben.“ Wir sind gespannt, liebe Kaleo.

Eure Jaci & Euer David

WNDRFUEL
Soultrip-Poetry
KALEO