Köln Pfad: Etappe 1 – in einem Jahr rund um Köln

Text & Fotos: Lina Reitz

Es gibt da diese Idee - in einem Jahr rund um Köln zu wandern. Bewusst ein paar Stunden dem Großstadttrubel zu entkommen. Bei Wind und Wetter rauszugehen, mal ganz alleine, mal zu Zweit oder auch in großer Runde. In elf Etappen geht es zu Fuß auf dem Köln Pfad um unsere Stadt herum, insgesamt 171 Kilometer. Die Etappen sind zwischen neun und 22 Kilometer lang und jede Etappe beginnt und endet in der Nähe einer Bahnstation – also perfekt für WE ARE CITY Großstadtkinder.

Los geht´s - Etappe 1

Von Rodenkirchen nach Klettenberg

An diesem Wintermorgen um acht Uhr treffe ich mich mit Dennis, einem Freund, der mich auf der ersten Etappe des Köln Pfads begleiten wird. Wir starten an der Straßenbahn Haltestelle Heinrich-Lübke-Ufer, hier fährt die Linie 16 und beginnt die erste Etappe. Die schwarzen weißen Markierungen des Köln Pfads führen uns an der „Alten Liebe“ zum Rhein hinunter und weiter stadtauswärts. Als wir am Ufer von Rodenkirchen entlang gehen, geht langsam die Sonne über dem Rhein auf. Für einen kurzen Moment können wir ein paar Sonnenstrahlen erhaschen, bevor dann wieder die Regenwolken den Himmel Grau färben. Wir begegnen Joggern und Hunde-Besitzern, es wird nett gegrüßt. Links von uns strömt der Rhein durch sein steiniges Bett, rechts wird der Weg gesäumt von Wohnhäusern, die langsam weniger werden und grünen Wiesen ihren Platz geben.

Vorbei geht es am Rosa Haus, mit Zebra auf dem Balkon, in die Wälder

Hier zeigt die Natur ein ganz anderes Gesicht. Der Wald mit seinen dichtstehenden, winterkahlen Laubbäumen wirkt in diesen frühen Morgenstunden noch verzaubert. Doch die schmalen, matschigen Waldwege führen uns stadtauswärts bis nach Weiß. Am Anlegeplatz einer Fähre führen uns die Markierungen vom Rheinufer weg. Wir folgen und eine Abzweigung zu weit haben uns ein Stück verirrt. Verirrt mitten in Weiß. Wir gehen zurück zum Rhein und fragen den nächsten, den wir treffen nach einem Rat. „Lasst euch einfach treiben, dann findet ihr schon zurück auf euren Weg“ ist die Antwort, die wir bekommen. Okay, hilft uns erstmal nicht wirklich, aber gesagt, getan. Auf dem nächsten Weg gehen wir zurück in den Wald, wieder ein Stück zurück Richtung Rodenkirchen. Der Weg biegt sich und wir finden eine weitere Markierung. Wir sind wieder auf der richtigen Strecke. Die nächste Parkbank gehört nun uns und wir frühstücken erst einmal. Käsebrote werden ausgepackt, Äpfel geteilt und Wasser getrunken. Ein wenig die Ruhe genießen. Auf der Bank an der Kreuzung im Wald. Das ist Wandern – das sind die Momente, die Kraft geben und jeden Schritt möglich machen. Abschalten vom Großstadttrubel.

Weiter geht es durch die Wälder zum Forstbotanischen Garten

Wieder den Markierungen folgend führt uns der Weg in den Forstbotanischen Garten. Hier erklären uns kleine Schilder am Wegrand, welcher Baum vor uns steht. Kinder spielen lachend im Park und Sportler kommen uns entgegen gerannt. Ein typischer Samstagmorgen und ein wenig Stadtgefühl. Schnell lassen wir dies wieder hinter uns, wir laufen weiter durch Wälder, über eine kleine Fußgänger Brücke kreuzen wir die Autobahn A4 und stehen plötzlich im Äußeren Grüngürtel. Hier starten wir in den letzten Abschnitt unserer Wanderung. Vor uns liegen nun hügelige Wiesen, durchzogen von kieshellen Fußgängerwegen, rechts und links gesäumt von wenigen Bäumen.

Dem Äußeren Grüngürtel folgend nähern wir uns wieder Stadtgebiet. Zollstock liegt zu unserer rechten und jetzt um die Mittagszeit begegnen wir immer mehr Menschen. Vorbei an einem kleinen zugefrorenen Weiher führt uns der Weg Richtung Militärring. Diesen kreuzen wir mit der Bahnbrücke und können nun einen unerwarteten, kurzen Blick auf den Dom werfen. Hach, Köln.

Ein Stück weiter in Klettenberg liegen bereits die letzten zwei Kilometer der Strecke vor uns. Quer durch das Wohngebiet mit seinen Reihenhäusern und Kleingartenanlagen führen uns die letzten Meter zum Klettenbergpark und der gleichnamigen Haltestelle. Hier endet die Erste und beginnt die zweite Etappe des Köln Pfads, auf der wir uns nächsten Monat weiter treiben lassen. Wir genießen noch kurz dieses Wanderglück, dass mitschwingt nach einer Etappe, wie dieser. Die Beine sind schwer und leicht zugleich und wir glücklich, dass wir die 22 Kilometer geschafft haben. Also ab in die Bahn und kurz nach Hause fahren, duschen und dann geht es bald weiter rund um Köln mit Etappe 2.

Eure Lina

wandern_stockbild_analog_Lina_b.jpg

Die Wanderung auf einen Blick
Etappe 1

Start: Straßenbahn Haltestelle Heinrich-Lübke-Ufer
Ende: Straßenbahn Haltestelle Klettenbergpark
Distanz: 22 Kilometer
Dauer: ca. 5-6 Stunden
Die Strecke: Ebenerdig, aber die Längste Distanz von allen Etappen. Wer möchte kann die Strecke daher auch in zwei Abschnitte wandern – gerade für Anfänger besonders geeignet.
Besonderheit: Ein schöner Fleck für eine kleine Pause ist der Forstbotanische Garten, hier lässt sich auch abseits des Weges gut die Natur genießen und entspannen.
Ausrüstung: Festes Schuhwerk und bequeme, aber eher enganliegende Klamotten – wer möchte kann auch eine Sporthose anziehen, ist hier aber noch nicht unbedingt nötig.
Solltet ihr immer dabei haben: Genug Wasser, belegte Brote und Blasenpflaster