Köln Pfad: Etappe 4 – in einem Jahr rund um Köln

Text & Fotos: Lina Reitz

Es gibt da diese Idee - in einem Jahr rund um Köln zu wandern. Bewusst ein paar Stunden dem Großstadttrubel zu entkommen. Bei Wind und Wetter rauszugehen, mal ganz alleine, mal zu zweit oder auch in großer Runde. In elf Etappen geht es zu Fuß auf dem Köln Pfad um unsere Stadt herum, insgesamt 171 Kilometer. Die Etappen sind zwischen neun und 22 Kilometer lang und jede Etappe beginnt und endet in der Nähe einer Bahnstation – also perfekt für WE ARE CITY Großstadtkinder.

ETAPPE 4

VON WORRINGEN NACH MERKENICH

Etappe 4 des Köln Pfads führt von Worringen nach Merkenich, ist ungefähr 11 Kilometer lang und für mich eine neue Herausforderung. Denn ich hatte am Ende meiner letzten Wanderung beschlossen diese Strecke alleine zu gehen. Ganz alleine, nur mit mir selbst. Ich will herausfinden, ob ich das kann. So ganz alleine auf einem Weg unterwegs zu sein, den ich nicht kenne.
Wie ihr bereits wisst, bereite ich mich nicht groß vor, bevor ich auf Wanderung gehe, denn der Köln Pfad ist mit seinen schwarz weißen Markierungen, mal mehr, mal weniger gut ausgestattet. Und eigentlich findet man auch immer wieder auf seinen Weg zurück. Sollten alle Stricke reißen ist man ja auch immer noch in Köln und findet sicher einen anderen Weg nach Hause.

DER EINSTIEG IN DIE VIERTE ETAPPE IN WORRINGEN

Also stürze ich mich in mein kleines Abenteuer. Mit der S11 fahre ich quer durch die Stadt bis nach Worringen. Hier angekommen finde ich schnell den Einstieg in die vierte Etappe. Zu meiner großen Überraschung führt mich der Weg direkt in ein Naturschutzgebiet. Schilder an den Seiten erzählen Geschichten über Jahreszeiten, erklären Bäume und Pflanzenarten und direkt vergesse ich, dass ich immer noch in Köln bin. Ein schmaler Weg führt mich weiter bis zum Rand des Waldes, welcher an weite Felder anschließt. Links von mir also Felder, rechts von mir das Naturschutzgebiet. Dieses grünt so sehr und überall zwitschert es, dass es fast an ein Märchen erinnert. Ein schmaler Trampelpfad führt mich eine ganze Weile am Rand dieses verwunschenen Waldes entlang. Mein Weg wird gekreuzt von riesigen Schnecken und auch ein Baum liegt einmal quer über dem Weg, das letzte Unwetter ist nicht lange her. Hier ist so wenig los, dass ich nur einer einzig anderen Person begegne in der ersten Stunde meiner Wanderung. Eine Frau, die mit ihrem Hund eine Runde ums Feld spaziert. Es wird nett gegrüßt und ich gehe weiter meinen Weg.

NEUE ENTDECKUNGEN AUF DEM KÖLN PFAD

Dann ganz plötzlich, eine ganz andere Atmosphäre. Die Markierungen führen mich über einige Kieswege und Landstraßen, hin zu einem Deich. Hier steht eine Bank und weil ich schon gut eine Stunde unterwegs bin, mache ich kurz Pause und frühstücke. Ich schaue mich ein wenig um und dann wird mir plötzlich klar, hinter dem Deich, da fließt mit ein wenig Abstand der Rhein. Ganz ehrlich, war mir nicht bewusst. Aber genau das ist der Grund, warum ich angefangen habe den Köln Pfad zu wandern, ich wollte meine Stadt entdecken. Nach meiner kurzen Pause führen mich die Markierungen weiter über den Deich, parallel am Rhein entlang und bis nach Langel. Auf diesem Weg pfeift der Wind etwas stürmischer und am Himmel ziehen grauschwarze Wolken auf. Ich werde von älteren Paaren auf Fahrrädern überholt, komme an Spargelfeldern vorbei und immer wieder wandert mein Blick zum Rhein.

DER LETZTE KILOMETER BIS NACH MERKENICH

In Langel war ich vorher auch noch nie, aber die alten Backsteinhäuser, kleinen Gassen, die Nähe zum Rhein und auch die freundlich grüßenden Menschen wirken einladend. Auch das ist noch Köln, auch wenn es so gar nicht wie Großstadt wirkt. Kurz nachdem ich Langel verlasse, fängt es heftig an zu regnen und ich bin trotz guter Regenjacke schnell klitschnass. Die Pfützen in meinen Wanderschuhen werden größer, aber auch das ist kein Grund aufzuhören, nur mein Gang wird etwas schneller. Denn das ist Ziel liegt nur noch ungefähr vier Kilometer vor mir. Also weiter am Rhein entlang. Es dauert nicht lange, da rückt sich bereits die Leverkusener Rheinbrücke in mein Sichtfeld, an dessen Ende Merkenich liegt und ein paar Schritte weiter, bin ich bereits am Ziel. Die letzten Kilometer verfliegen fast und trotz des Regens habe ich wirklich gute Laune. Ich glaube, ich mag dieses alleine Wandern. Denn so wirklich allein habe ich mich heute gar nicht gefühlt. Die Strecke war wirklich gut markiert und auch die Distanz durchaus entspannt. Vielleicht sollte ich das öfter machen, überlege ich mir, als ich in der Linie 12 der KVB sitze und zurück nach Hause fahre. So alleine wandern hat irgendwie etwas ganz besonderes. Wer das selbst mal ausprobieren möchte, dem kann ich diese Etappe wirklich nur empfehlen.


Eure Lina

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Die Wanderung auf einen Blick
Etappe 4

Start: S11 Haltestelle Worringen
Ende: KVB Haltestelle Merkenich Linie 12
Distanz: 11 Kilometer
Dauer: ca. 2 1/2 Stunden
Die Strecke: Mit der S11 fahrt ihr raus Richtung Worringen, hier angekommen wandert ihr durch das Naturschutzgebiet, entlang von vielen Feldern und über einen Deich am Rhein bis nach Langel. Hier könnt ihr eine Pause einlegen bevor dann die zweite Hälfte der Strecke startet. Von Langel sind es noch mal gut vier Kilometer bis zum Ziel fast komplett am Rhein entlang.
Empfehlenswert: Diese Strecke ist sehr gut ausgeschildert und eignet sich auch auf Grund ihrer Länge perfekt um das Wandern allein mal auszuprobieren.
Ausrüstung: Verzichtet auf dieser Strecke lieber auf eure Wanderschuhe und tragt Sport-Lauf-Schuhe, da ihr viel über Beton und unterschiedliche harte Böden gehen werdet ist die flexiblere Sohle empfehlenswert.
Solltet ihr immer dabei haben: Belegte Brote, ausreichend Wasser und auf jeden Fall eine Kamera, hier auf der Strecke gibt es viel zu sehen. Wer im Sommer wandert sollte außerdem für viel Sonnencreme sorgen, da die Strecke wenig Schatten bietet.

Köln Pfad

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In einem Jahr rund um Köln
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