Kölner Tattoo-Künstler: Patou Delgado

Text: Jacqueline Skvorc & Fotos: David Heyer

Dass Köln eine bunte Stadt ist, wissen mit Sicherheit die meisten von euch. Dass sich hier aber auch einige sehr begabte, authentische und charismatische Tattoo-Künstler tummeln, wollen wir euch mit der Reihe - mit dem Namen WE ARE COLORFUL - zeigen. Wir, das sind David und Jaci. WE ARE COLORFUL stellt euch einige Tätowierer und Tattoo-Studios aus Köln vor, die uns mit ihrer Kunst, ihrem außergewöhnlichen Stil oder ihrem besonderen Studio begeistern – damit Köln noch bunter wird. Jaci schwingt den Stift für euch, David fotografiert analog.

A B O U T  M E: Wenn es eines gibt, das sie schon ihr Leben lang begleitet und geprägt hat, dann ist es die Kunst: Sonnenschein Patou aus Gran Canaria hat schon immer viel gemalt, gezeichnet, gebastelt und hatte schon von klein auf oft das Bedürfnis, ständig etwas „mit den Händen“ zu machen. Dann ging es, wie sollte es auch anders sein, nach der Schule zum Kunst- und Bildhauereistudium nach Teneriffa und von dort aufs spanische Festland nach Málaga – hier lernte Patou ihren Freund kennen, den sie auf ihrer Kunstreise bis in unser schönes Köln begleitet hat. Es war auch seine Idee, mit dem Tätowieren anzufangen. „Ich habe zum Geburtstag ein Tattoo-Starter-Kit bekommen und habe angefangen, in unserem Atelier in Köln Leute zusammenzutrommeln und kostenlos zu tätowieren“, berichtet uns Patou von ihren Anfängen mit der Tattookunst. Die Dreißigjährige hat fleißig an der Maschine geübt und reihenweise tolle Motive unter die Haut gebracht, doch die Vibration der Maschine hat Patou nicht gutgetan und ließ sie nicht mehr schlafen. Aus der Traum? Von wegen: „Dann habe ich angefangen, nur noch mit der einzelnen Nadel zu stechen und das hat super geklappt.“

A B O U T  M Y S T U D I O: Handpoke war dabei, Trend zu werden und Patou war dabei, weiter ihre Kunden provisorisch im Coworking-Atelier hinterm Barbarossaplatz zu piksen. Doch dann stand plötzlich Alejandro von “Ink from the Seed” vor der Tür und eins kam zum anderen: Seit Februar 2018 sticht sie jetzt dort Handpoke-Tattoos und fühlt sich im Studioleben super wohl. „Es ist hier wie in einer WG, wie mit Bruder und Schwester, in toller Atmosphäre und mit schöner Musik.“ Der Schritt ins Studio war ein Schritt nach vorne und für Patou die absolut richtige Entscheidung auf ihrer Profi-Tätowierer-Karriereleiter.

A B O U T  M Y S T Y L E: Die spanische Handpoke-Künstlerin tätowiert mittlerweile seit über zwei Jahren, aber ihre Stil-Findungsphase ist noch nicht abgeschlossen. „Ich liebe abstrakte Motive, aber die Kundenwünsche weichen oft ab von dem, was ich eigentlich machen möchte. Mein Herz sagt mir aber ‚bleib abstrakt‘.“ Und da man ja bekanntlich seinem Herzen folgen soll, sagen wir: Bleib abstrakt!

L I E B L I N G S M O T I V:  Da möchte sich die gut gelaunte Spanierin auf kein bestimmtes Motiv festlegen. Aber auch hier zeichnet sich die Liebe zu abstrakten Tattoos ab: „Ich mag alle meine gestochenen Motive und schaue sie mir immer wieder gerne an, aber besonders liebe ich die Tattoos aus abstrakten Linien.“  Und wer weiß, vielleicht kommt das Lieblingsmotiv in Zukunft ja noch dazu.

K Ö L N: Für Patou ist Köln definitiv eine Tattoostadt.

Wir haben zwar nicht wie in Berlin 5.000 Tattoostudios in der Stadt, sondern vielleicht nur 50. Aber die Leute in Köln sind so schön und bunt. Und herzlich und offen.
— Patou Delgado

I C H  M Ö C H T E  N I E M A L S  S T E C H E N: Generell ist Patou sehr offen und kennt in ihrer Kunst keine Tabus – das zeigt sich auch vor allem in ihrer erotisch angehauchten Leinwandkunst. Jeder hat seinen eigenen Geschmack, bestimmte Wunschmotive und Vorstellungen im Kopf und das ist auch gut so. Trotzdem legt sie ein Veto bei faschistischen Motiven ein – das geht zu weit.

I C H M Ö C H T E  U N B E D I N G T S T E C H E N: „Auf meiner Wanna-Do-Liste stehen super viele Motive, die ich gerne stechen möchte, sprecht mich einfach an!“ Na das klingt doch vielversprechend!

Die Künstler-Box

Ich heiße: Patricia „Patou“ Cordero Delgado
Stil: Abstrakt.
Mein Studio heißt: Ink from the Seed.
Adresse: Eifelstraße 20, 50677 Köln.
Termine frei? Der April ist bereits ausgebucht, aber in der zweiten Maihälfte habe ich noch Termine frei. Meldet euch!
Am besten kontaktiert man mich über: Instagram. Schreibt mir da einfach eine Nachricht, dann geht auch nichts unter. Ich nehme mir jeden Tag Zeit, eure DMs zu beantworten.
Eigene Tattoos: Mittlerweile 17.
Köln ist für mich: Köln ist für mich wie eine Bühne – hier bin ich professionell aufgewachsen, künstlerisch groß geworden und beruflich zu dem geworden, was ich heute bin. Ich bin richtig kölnverliebt und fühle mich hier mittlerweile zuhause.
Was ihr unbedingt wissen müsst: Ich verstehe keine Witze und keine Ironie – weder auf Spanisch noch auf Deutsch.
Meine Message für Köln: Ein bisschen Strand wäre schön. Im Sommer ist es schon frustrierend ohne Salzwasser! Aber das wünschen wir uns wohl alle …