Kölner Kochbuch "Rhein in die Küche" stellt 15 Kölner Restaurants vor

Text: Charlotte Ebert & Fotos: Athenea Diapoulis

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Seit meiner Studentenzeit habe ich keine Buchrezension mehr geschrieben. Als das Kölner Kochbuch “Rhein in die Küche” bei uns landete, war uns aber schnell klar: Das ist toll! Das möchten wir vorstellen! Denn “Rhein in die Küche” ist viel mehr als Kochbuch mit 46 Lieblingsrezepten Kölner Köche. Es präsentiert 20 lokale Kochprofis von ihrer ganz persönlichen Seite. Herdhelden, die sich bewusst dafür entschieden haben, nicht im Rampenlicht zu stehen. Sie geben persönliche Einblicke und Geheimnisse aus ihrer Küche preis. Diesen sind wir nachgegangen und durften mit den Herausgeberinnen Jennifer Braun und Susanne Brandau-Herzet einen Nachmittag lang Rezepte nachkochen.

15 Kölner Restaurants und 20 Köche

Nur Gucken und Lesen reicht natürlich nicht, um zu sagen: Schaut mal da, neues Kochbuch. Lokale Köche, schmackhafte Rezepte, kauft das mal. Das schien uns wirklich nicht genug.

Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu Küchbüchern. Ich liebe es, sie anzuschauen. Aber Nachkochen, das ist ja immer so eine Sache: Nichts ist frustrierender, als ein tolles Rezept zu sehen und es nicht nachkochen zu können. Zum Beispiel, weil man das falsche Küchenequipment hat. Oder weil die Zutaten so exklusiv sind. Je aufwändiger ein Rezept erscheint, umso unwahrscheinlicher, dass ich es nachkoche.

Diesen Eindruck hatte ich bei “Rhein die Küche” nicht. Dennoch ging es darum, herauszufinden, ob das Nachkochen auch wirklich Spaß macht und die Gerichte gelingen. Außerdem wollten wir natürlich auch die Autorinnen kennenlernen. Warum also nicht gemeinsam kochen und mehr über die Entstehungsgeschichte des Buches erfahren? Glücklicherweise sagten Jennifer und Susanne sofort “Ja”, als wir sie fragten, ob sie mit uns rhein in die Küche springen würden. Die Fotografin Jennifer und die Kölner Journalistin Susanne kennen sich schon seit einigen Jahren. Dies ist ihr erstes gemeinsames Kochbuch. Zwischen März und Juli 2017 besuchten sie 15 Restaurants in Köln und schauten 20 Köchen in die Kochtöpfe.

Erst mal zu Temma, dann nach Thailand und Österreich

Mit einem Anruf fing alles an. Susanne hat eine Idee. Schon mehr als 20 Jahre schreibt sie über Esskultur und Gastronomie. Dieses Mal wollte sie ein Projekt ins Leben rufen, von dem sie hoffte, ihre Freundin und Kollegin Jennifer schnell überzeugen zu können: “Ich habe da so eine Idee”, sagt sie zu der Fotografin. “Ich würde gerne ein Kochbuch machen, … “ noch bevor sie den Satz beenden kann, springt Jennifer rein: “Ja, ich bin dabei!”

Als wir die beiden im Februar bei Café Goldjunge treffen, ist es gar nicht so leicht, sich für ein Gericht zu entscheiden. Eine Hauptmahlzeit und ein Dessert sollten es werden. Schlussendlich fällt unsere Wahl auf die Entenbrust “Bangkok Style” mit Gemüsebonbon und Cashew-Crumble aus dem Restaurant NADA. Als Nachtisch entscheiden wir uns für den Kaiserschmarrn nach Michael Scherz. Würziges Thailand meets süßes Österreich.

Fast alle Zutaten für beide Gerichte bekommen wir im Bio-Supermarkt Temma. Ich kaufe gerne bei Temma ein. Der Markt ist für mich immer eine kleine Entdeckungstour durch Bio-Produkte und nachhaltige Lebensmittel. Auch wenn ich mit Bio aufgewachsen bin, habe ich es erst recht spät für meine Küche entdeckt. Umso mehr macht es mir jetzt Spaß, durch die Supermarktreihen zu schlendern und natürliche Genüsse zu erforschen. Das Beste in Bayenthal ist mit das angehörige Deli und Café: Vom Frühstück über belegte Klappbrote hin zu bunten Salaten gibt es hier Snacks oder ganze Mahlzeiten. Mein All time Favourite: Gemüsequiche und rote Bete - Apfelsalat. Alle Zutaten sind 100 Prozent Bio, 70 Prozent des Angebots ist vegetarisch und vieles auch vegan in dem Deli. Die Filiale in Bayenthal gibt es seit 2009, sie war die erste in Köln. Eine zweite liegt im schönen Braunsfeld auf der Aachener Straße. Alle Märkte beziehen einen Großteil der Ware aus dem Großraum Köln, Aachen, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Nordrand der Eifel. Ich steh darauf.

Kochen mit industriellem Flair

Jennifers neue Küche in ihrem Studio im Quartier am Hafen bietet den idealen Platz für unser privates Kochevent. Während Jennifer den Filoteig für das Gemüsebonbon in gleichmäßige Rechtecke schneidet und ich frischen Koriander für die Sauce hacke, erzählt Susanne vom Entstehungsprozess von “Rhein in die Küche”. Beide Herausgeberinnen kochen und essen gern. Während Susanne gerne mit ihrem Mann die gastronomische Szene in Köln erkundet, kocht Jennifer am liebsten für Freunde und Familie. Auch für Kollegen im Quartier. “Mein Gulasch ist hier sehr bekannt” sagt sie, während sie klein geschnittenes Gemüse auf die Teigtaschen legt.

Handwerk und die lokalen Helden würdigen

Natürlich solle “Rhein in die Küche” etwas Besonderes bieten, erklärt Susanne.

Wir wollten authentisch berichten, rein in die Küchen springen und aus dem Backstage erzählen.
— Susanne Brandau-Herzet

Es sei ihnen darum gegangen, das Handwerk und die lokalen Helden zu würdigen, die tagein, tagaus im Hintergrund agieren. “Welchen hohen Stellenwert Gastronomie für die Freizeitkultur hat, das wird oft vergessen”, kommentiert Susanne das Image des gemeinen Koches.

Jennifer ergänzt, was ihnen bei der Auswahl wichtig gewesen ist: Junge Köche sollten es sein. Meister der Kochlöffel mit einem gewissen Niveau, die sich autark in ihren Küchen bewegen können. Und wenigstens eine Frau sollte mit rein, was gar nicht so einfach gewesen sei. “Zudem haben wir auch Restaurants ausgewählt, wo wir selber gut und gerne essen gehen. Die Köche haben uns außerdem weitere Empfehlungen gegeben”. Vor allem aber stand der Spaß am Projekt an oberster Stelle.

Für Hobbyköche auf mittlerem Kochniveau

Wir bekommen an diesem Nachmittag einen kleinen praktischen Einblick in “Rhein in die Küche”. Und auch, wenn wir uns nur zwei Gerichten widmen, die sich sehr einfach und fast wie nebenbei kochen lassen, desto klarer wird: Dieses Kochbuch hat einen großen Mehrwert für alle Hobbyköche. Ich persönlich finde es toll, wenn ich den Küchenleiter aus beliebten Kölner Restaurants ein Stückchen besser kennenlernen darf und er mir erzählt, was sein Lieblingsrezept ist. Alle, die etwas Neues ausprobieren möchten und für die ein Asiashop kein Fremdwort ist, werden mit “Rhein in die Küche” mehr als glücklich. Das Buch hat mittleres Kochniveau. Wer ins Restaurant geht, gönnt sich einen Luxus. “Rhein in die Küche” ist der Luxuslustmacher für die eigene Küche. Garantiert.

“Rhein in die Küche” erschien Herbst 2017 im Kölner J.P. Bachem Verlag und kostet 19,90 Euro. Die Rezepte sind für vier bis sechs Personen ausgerichtet. Wir haben an unserem Tag für acht Personen eingekauft und circa 100 Euro ausgegeben. Das sind keine Dreizehn Euro für eine Ente á la Bangkok Style und Kaiserschmarrn zum Nachtisch.

Rhein in die Küche
Kölner Köche und ihre Lieblingsrezepte
21 cm x 24 cm, gebunden, 168 Seiten mit zahlreichen Fotografien
978-3-7616-3182-9
19,95 €

Eure Charlotte und Athenea

* Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit Temma.