Entdeckt deutschen Wein am Tag des offenen Weins!

Text: Charlotte Ebert & Fotos: David Heyer

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20 Liter Wein pro Jahr trinkt der Durchschnittsdeutsche. Das sind umgerechnet zwei Gläser pro Woche. Gar nicht mal so viel eigentlich. Richtig Gas geben könnt ihr deshalb beim Tag des offenen Weins, der dieses Jahr in zehn deutschen Großstädten stattfinden. Die Weinbotschafter vom deutschen Weininstitut laden zusammen mit Vinotheken neugierige Weintrinker dazu ein, unsere Weine besser kennenzulernen. Denn immerhin haben wir 13 Anbaugebiete und 140 Rebsorten in good old Germany.

Zum ersten Mal ist der Tag des offenen Weins auch in Köln: Am 22. September haben alle Kölner die Chance in verschiedenen Weinfachhandlungen deutsche Weine zu verkosten und dabei ins Gespräch zu kommen. Von 14 bis 18 Uhr könnt ihr euch auf einen vinophilen Spaziergang in der Innenstadt, Neustadt-Nord, Ehrenfeld, Lindenthal, Sülz und Rodenkirchen begeben. Zwölf Vinotheken öffnen ihre Türen, für fünf Euro pro Station könnt ihr jeweils drei deutsche Weine verkosten.

Wir haben diesen schöne Tag (Hallo, es geht um Wein) zum Anlass genommen, um uns mit Kai Sommer von der IMI Winery zu treffen. Der Betriebswirt und die beiden Geschäftspartner Svenja und Jonathan Hollerith sind auch Teil vom Tag des offenen Weins. Bei ein paar Gläschen Wein erzählt uns der 29-Jährige, was die drei Pfälzer dazu bringt, das Weingut in der Pfalz zu betreuen, aber den Hofladen in Köln zu öffnen.

Imi: Winzer, Flying Winemaker und Papa

Kennengelernt haben sie sich 2010. Jonathans Vater Imi besaß zu der Zeit ein Weingut in der Pfalz. Imi heißt eigentlich Joachim. Als er klein war, konnte er seinen Namen nicht richtig aussprechen. Aus Joachim wurde Imi und dieser Name blieb bis zu seinem Tod. „Das Weingut war ein Rentnerprojekt für Imi“, erklärt Kai. Jahrzehntelang hatte der Flying Winemaker weltweit Weingüter betreut. Zuletzt besaß er drei Hektar, um diese aus Winzerfreuden zu bearbeiten. Zusammen mit seinem Sohn baute er nach und nach das Weingut auf. Damit die beiden möglichst viele verschiedene Weine machen konnte, bauten sie viele Rebsorten auf wenig Fläche an und stellten zügig auf biologischen Anbau um: „Einfach, weil es den Wein auf lange Sicht besser macht“, sagt Kai. Kai halt, wann immer es zeitlich passte. Fragt man ihn, wie er ans Weintrinken gekommen ist, lacht er und sagt „Ich bin in der Pfalz aufgewachsen, da kommt man schnell ans Weintrinken.“ Gedankt sei der Weinschorlekultur. Auch wenn es in der Jugend eher darum geht, den günstigen Wein zu trinken, um einen ordentlichen Schwipps zu bekommen: „Wein trinken, erfahren und genießen kamen dann hinzu, als ich Jonathan kennengelernt habe.“

„Manchmal trinkt man Wein, der schmeckt einem gar nicht. Aber durch die Kontrastfaszination rückt der persönliche Geschmack in den Hintergrund. Weil es anders schmeckt, fühlt es sich gut an. Es schmeckt mir im wahrsten Sinne des Wortes, dass ich etwas Neues probiere.
— Kai Sommer, Weinfreund + Betriebswirt

2014 musste Imi aus gesundheitlichen Gründen als Winzer aufhören. Keiner wusste, ob und wie es mit dem Weingut weitergehen sollte. Dann entschieden Svenja, Jonathan und Kai, selbst zu Winzern zu werden. Mit einem Hofladen in Köln: Jobs kündigen, erste Weinlese machen „und dann immer weiter nach vorne gekämpft“, wie Kai sagt.

Dazu gehört neben gutem Wein in guten Flaschen auch die Sache mit dem Auge, das ja bekanntlich mitisst oder in diesem Fall mittrinkt. Deshalb kümmert sich Svenja darum und kümmert sich unter anderem um die wunderschönen Etiketten, für die die IMI Winery in Köln bekannt ist.

Die IMI Winery punktet doppelt: Mit Genuss in der Flasche und Kölner Streetart auf dem Etikett

Elf verschiedene Weine werden derzeit in dem gemütlichen Hofladen angeboten. Jedes Etikett ist mit Kölner Streetart verziert. Denn die Streetart ist der erste Punkt, wie das Trio ihren Wein mit Köln verbindet. „Es passt zu unserer Idee und Philosophie. Die Streetart gehört zu unserem Terroir, sie ist ein Verbindungspunkt zu uns“, erklärt Kai. Die Werke auf der Flasche kennt man vielleicht, denn viele kommen aus Ehrenfeld. Das führe dazu, dass man den Wein auch anders schmecke.

Für’s gute Schmecken sind Jonathan und Kai dann wiederum zuständig. Die Reben und Trauben sind in der Pfalz, werden dort angebaut und derzeit verarbeitet. Dort sind der richtige Platz und Boden, dort ist genug Sonne. Es hat schon seine Gründe, warum Wein in bestimmten Gegenden wächst und woanders eben nicht. Das ist naturgegeben. Doch haben die drei ein mutiges Ziel: Sie wollen die Trauben mittels einem Kühltransporter nach Köln bringen und hier verarbeiten. „Also hier pressen, hier den Wein reifen lassen und abfüllen“, sagt Kai. Dieses Pilotprojekt gibt es bisher noch kein zweites Mal. Eine Halle ist bereits angemietet, der Bauantrag ist gestellt. Genügend Helfer würde es sicherlich geben.

Grundsätzlich passiert in der Weinszene gerade sehr viel. Svenja und die Jungs sind beispielsweise Fans der Spontangärung. Das heißt, sie warten, bis der Wein beziehungsweise Most von selbst anfängt zu gären. Macht man heute eher selten, weil es sehr aufwändig und zeitintensiv ist. Junge Winzer fangen an, Traditionen zu brechen und mit Neuem zu experimentieren. Dinge anders zu machen als ihre Väter und Großväter. Manchmal gibt es Streit deswegen in der Branche. „Es ist sehr interessant, bei diesem Wandel dabei zu sein“, sagt Kai.

Tag des offenen Weines: 12 Vinotheken machen auf und bieten besondere Aktionen in ganz Köln

Sein Lieblingsmoment um Wein zu trinken ist übrigens bei der Weinlese in der Pfalz. Wenn man mit Familie und Freunden an einem Tisch sitzt und den Wein nicht trinkt, um darauf zu achten, wie er schmeckt. Sondern als Social Moment. Svenjas Papa ist dann der Schorlemanager, versorgt alle mit kalten Flaschen und schenkt regelmäßig nach. „Nach der Arbeit, wenn man geschwitzt hat und jetzt einfach nur noch dasitzt, was Gutes isst und Blödsinn redet. Das ist mein Lieblingsmoment zum Weintrinken.“

Die Weinlese können wir dir gerade leider nicht nach Köln bringen. Doch eben zwölf Weinläden, in denen du die Ergebnisse der Weinlese selbst testen kannst und vielleicht einen deutschen Wein entdeckst, der für deinen nächsten Lieblingsmoment zum Weintrinken prädistiniert ist. Übrigens wird es auch eine geführte Entdecker-Tour geben: Weinexperte Angelo Pizzulli führt dich und deine Freunde dabei durch vier verschiedene Weinhandlungen und beantwortet deine Fragen oder gibt Euch zwischendurch noch wissenswerte Facts zu den Weinen, die Ihr probiert habt. Auch bei der IMI Winery wird Halt gemacht. Noch mehr Informationen hierzu gibt es auf der Webseite von WeinEntdecker-werden.

Wir sehen uns am Samstag bei einem oder sechs Gläschen. Das ist nicht gelogen, denn in vino veritas.

Tag des offenen Weins
22. September in Köln
14 - 18 Uhr
Hier könnt ihr WeinEntdecker werden:
M. Mehring, Der Weinpunkt, STEINMETZ, 12°, SORGENFREI, Weinkontor Lindenthal, Weinhaus Sued, Kölner Wein Depot, Weinmuseum, Mein Wein, weinundwort sowie IMI Winery.

Pro Station zahlt ihr 5.- Euro und bekommt dafür 3 deutsche Weine zur Probe.

Eure Charlotte & David


*Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit dem Deutschen Weininstitut.